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Ein November-Spaziergang

11.11.2012 | 20:03 Uhr

1. BV Mülheim -
1. BC Düren 6:0

Herrendoppel: Jorrit de Ruiter/Marcus Ellis – Jürgen Koch/Peter Zauner 21:9, 21:18
Damendoppel: Judith Meulendijks/Petra Reichel – Sandra Marinello/Ilse Vaessen 22:20, 21:8
2. Herreneinzel: Alexander Roovers – Saruul Shafiq 21:14, 21:13
Dameneinzel: Judith Meulendijks – Ilse Vaessen (Aufgabe) 21: 8, 21:0
1. Herreneinzel: Dmytro Zavadsky – Peter Zauner 21: 8, 21:6
Gemischtes Doppel: Marcus Ellis/Petra Reichel – Jügen Koch/Sandra Marinello 21:10, 14:21, 21:12

Von der angekündigten englischen Note und der vermeintlichen Dürener Teatime auf Mülheimer Boden konnte nun wirklich nicht die Rede sein. Der bislang so stark in der Badminton-Bundesliga aufschlagende Liganeuling 1. BC Düren musste beim Gastspiel am Samstagnachmittag im Spitzensportzentrum an der Südstraße auf das komplette Quartett von der Insel (Mariana Agathangelou, Elisabeth Cann, Rajiv Ouseph und Carl Baxter mussten geschlossen Verpflichtungen in der Heimat nachkommen) verzichten und stand gegen einen leichtfüßig und mit mannschaftlicher Kompakt auftretenden 1. BV Mülheim gänzlich auf verlorenem Posten.

Zweikampf mit Meister Berlin

Der nach der Hinrunde ungeschlagene und zusammen mit der punktgleichen SG EBT Berlin das Feld anführende Rekordmeister 1. BVM unterstrich mit dem 6:0-Sieg im Schnelldurchgang eindrucksvoll seine in dieser Saison hoch angesiedelten Ambitionen. „Wir wollen in die Play-Offs“, verwies der 1. Vorsitzende Thomas van Emmenes auf die weitere Vorgehensweise. Mit Blick auf eine mögliche Weichenstellung wartet die Vorweihnachtszeit auf: Bereits am 1. Dezember startet die Rückrunde in der 1. Bundesliga mit dem absoluten Knaller. An der Südstraße kommt es zum Duell zwischen den momentanen Branchenführern 1. BVM und Meister und Spitzenreiter Berlin (mit der Weltranglistenvierten Juliane Schenk aus Mülheim). Im Hinspiel gab es in der Hauptstadt ein 3:3-Unentschieden.

Personell sind die Mülheimer an diesem Spieltag auch nicht ganz ungeschoren weggekommen. Nationalspielerin und Sportsoldatin Johanna Goliszewski war an diesem Tag unwiderruflich an ihren Arbeitgeber gebunden; Cheftrainer Boris Reichel hält sich derzeit bei der Studierenden-Weltmeister in Gwangju (Südkorea) auf. Personalien, die den unaufhaltsamen BVM auch nicht ansatzweise beeinträchtigen konnten. Dharma Gunawi übernahm das Coaching, und Trainer-Ehefrau Petra Reichel, die einstige Weltklassespielerin, genoss das unverhoffte Bundesliga-Intermezzo und Heimspiel in vollen Zügen.

Die Auftaktdoppel verwiesen ohne Umschweife auf einen aus Mülheimer Sicht völlig unverkrampft und entspannt daherkommenden Nachmittag. Es lief einfach nur rund. Weniger Mühe als erwartet hatten der Niederländer Jorrit de Ruiter und der unglaublich flink und frisch agierende Engländer Marcus Ellis beim 21:8 und 21:18 gegen das österreichische Duo Jürgen Koch/Peter Zauner. Dabei sind die Protagonisten aus der Alpenrepublik in der Szene keine Unbekannten und belegen Weltranglisten-Platz 35.

Petra Reichels erster Streich gelang an der Seite der Niederländerin Judith Meulendijks und damit bei einer Premiere. Anfängliche Abstimmungsprobleme lagen bei dieser Konstellation auf der Hand. Beim 18:20 im ersten Satz griff die gesamte Routine der beiden mit allen Badminton-Wassern gewaschenen Damen. Mit vier Punkten in Serie drehten sie gegen die ehemalige deutsche Nationalspielerin Sandra Marinello und die Niederländerin Ilse Vaessen das Geschehen, Durchgang zwei geriet zur Demonstration im ICE-Tempo. Beide BVM-Doppel beendeten ihre Arbeit nahezu zeitgleich. Der Weg war früh frei.

Auch die weitere Vorgehensweise geriet zur Chefsache. Die Einzel waren eine leichte Beute der Gastgeber, bei allem Dürener Ungemach musste Judith Meulendijks’ Landsfrau Ilse Vaessen wegen einer schmerzhaften Fußverletzung aufgeben. Der Schlussakkord bedeutete wiederum eine Premiere, als sich Petra Reichel mit Marcus Ellis zum Mixed formierte. Der 21:10, 14:21 und 21:12-Sieg gegen Jürgen Koch/Sandra Marinello war nicht unbedingt zu erwarten. Und der verlorene Satz bedeutete beim unterhaltsamen November-Spaziergang nur einen klitzekleinen Umweg.

Gerd Böttner



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