Dunkle Wolken über dem Saarnberg

MSV-Stürmer Sükrü Bayar
MSV-Stürmer Sükrü Bayar
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Der Spielverein 07 verliert auch das Heimspiel gegen Meiderich 06/95 und schwebt weiter in akuter Abstiegsgefahr. Trainer Jörg Ostwald ist ratlos.

Mülheimer SV 07 -
SpVgg Meiderich 06/95 1:3 (0:1)

Tore: 0:1 Meier (43.), 1:1 Schulitz (50.), 1:2 Kirstein (63.), 1:3 Kirstein (69.)

MSV: Haas – Käsch, Steininger (70. Gaidt), Dentgen, Brüger – Klasen, Hysenlekaj – E. Wandel (46. Schulitz), Tacz­kowski, Canga (66. Knoth) – Bayar

Auf dem Saarnberg herrscht Ratlosigkeit. Der Mülheimer SV 07 schwebt neun Spieltage vor dem Saisonende in akuter Abstiegsgefahr. Durch die 1:3 (0:1)-Niederlage im Heimspiel gegen die SpVgg Meiderich 06/95 bleibt der MSV in der Gefahrenzone. Zudem konnte sich mit den Meiderichern ein direkter Konkurrenz nach oben absetzen. Die Zahl der noch einholbaren Teams reduziert sich weiter.

Dabei hatte es für die Hausherren in der ersten Hälfte phasenweise gar nicht schlecht ausgesehen. Nachdem Torwart Dominic Haas zweimal einen frühen Rückstand verhinert hatte (5./6.), übernahm der MSV das Zepter. Sükrü Bayar kam gleich zweimal einen Schritt zu spät (7./8.), die Schüsse von Etienne Wandel (12.) und Marcel Tacz­kowski (15.) wurden abgeblockt bzw. zur Ecke geklärt.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte versuchten es die Akteure oft aus der Distanz. Florian Klasen (23.) und Taczkowski (28.) verfehlten ihr Ziel aber ebenso wie der Meidericher Petros Zikas. In Minute 35 hatten die Gäste eine große Chance, doch Riccardo Nitto traf den Ball nicht optimal.

Als ein Großteil der 22 Akteure und der 120 Zuschauer sich schon auf ein torloses Remis zur Pause einstellten, schlugen die Gäste zu. Während die Mülheimer Abwehr bereits völlig abschaltete stand André Meier am linken Pfosten diesmal goldrichtig und traf zur Führung der Duisburger.

Zur zweiten Halbzeit brachte MSV-Trainer Jörg Ostwald Manuel Schulitz in die Partie und die Einwechslung des Routiniers machte sich gleich bezahlt. Keine fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff köpfte der 32-Jährige den Ausgleich. „Damit hatten wir eigentlich wieder alles korrigiert und hatten die Chance, das Ding zu drehen“, meinte Ostwald.

Sükrü Bayar hatte zweimal das 2:1 auf dem Fuß (58./59.), doch es fiel auf der anderen Seite. Jann Brüger und Daniel Dentgen konnten André Meier nicht stoppen, dessen Flanke verwertete in der Mitte Daniel Kirstein zur erneuten Meidericher Führung. Kirstein setzte sogar noch einen oben drauf, indem er einen Freistoß aus 25 Metern Torentfernung direkt zum 3:1 verwandelte. „Es ist unfassbar, mit welchen einfachen Mitteln wir Tore kassieren“, schimpfte Ostwald .

Seine Umstellung auf eine Dreierabwehrkette und den Wechsel von Daniel Dentgen in die Sturmspitze war eher ein verzweifelter Versuch als ein wirklicher taktischer Schachzug. Zu allem Überfluss verletzte sich nach dem dritten Wechsel Marcel Taczkowski so schwer am Knöchel (74.), dass die Mülheimer die letzte Viertelstunde in Unterzahl absolvieren mussten. „Ich weiß nicht, gegen wen wir jetzt noch gewinnen wollen“, so der ratlose MSV-Coach.