Dümptener Schlagkraft

Zwei ambitionierte Faustkämpfer des Boxclubs Mülheim-Dümpten standen am vergangenen Wochenende erfolgreich im Ringgeviert: Mohammed Haimaimi in Stralsund und Harun Aktas-Beier in Rotterdam.

Beim 45. Ostseepokal, einem weltweit einmaligen Turnier für Kadetten, starten Talente im Alter von 13 bis 14 Jahren. Die Teilnehmer werden von den Trainern der deutschen Landesverbände nominiert. Dazu kommt die internationale Beteiligung von Boxern aus dem europäischen Umland, die aufgrund der hochkarätigen Besetzung anreisten. Auch in diesem Jahr beteiligten sich Teams aus Dänemark, Schweden, Russland, Polen, Tschechien, der Slowakei und den Niederlanden.

Über 100 Boxer stiegen an den drei Veranstaltungstagen in den Ring. Einer von ihnen war der Mülheimer Mohammed Haimami vom BC Dümpten, der im Leichtgewicht der Kadetten (bis 56 Kilogramm) die Farben von Nordrhein-Westfalen vertrat.

Ein Kampf auf Augenhöhe

Nachdem im Halbfinale der mehrfache thüringische Meister Justin Möller auf ihn gewartet hatte und den Finaleinzug von Mohammed jedoch nicht verhindern konnte, stand er am Sonntag dem mehrmaligen baden-württembergischem Meister und Drittem der letztjährigen deutschen Meisterschaften, Robert Grisin, gegenüber.

Es entwickelte sich von Anfang an ein Kampf auf Augenhöhe und es waren drei umkämpfte Runden, in denen sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Beide Boxer zeigten Ihr ganzes Können. Letztendlich sahen die Punktrichter in diesem engen Kampf den Württemberger mit 2:1 Stimmen vorne.

Mohammed Haimami setzte mit seiner sportlichen Leistung trotz der knappen Niederlage ein Ausrufezeichen in Richtung der kommenden NRW-Meisterschaft und fuhr mit Silber dekoriert nach Hause.

Auf nach Rotterdam, lautete die Parole für den BC Dümpten am Samstag, denn sein Leichtgewichtler (bis 60 Kilogramm) Harun Aktas-Beier startete im Rahmen der Internationalen Oberliga für das Team Düsseldorf bei dessen Auswärtsstart gegen das niederländische Team Windmill.

Harun traf hier in einer bis an die Decke gefüllten Sporthalle an der Slachthuiskade in Rotterdam auf den Lokalmatadoren und mehrfachen niederländischen Meister Umut Aydin, der frenetisch angefeuert wurde.

Und direkt schon mit dem ersten Kampf der Mannschaftswertung erlebten die Zuschauer einen wirklich sportlichen Leckerbissen, denn beide Athleten lieferten sich einen temporeichen, technisch hochwertigen Kampf und gingen an ihre Grenzen.

Die Devise des Niederländers war klar. Er war im permanenten Vorwärtsgang und versuchte den Dümptener zu stellen, um dann im Innenkampf zu punkten.

Mülheimer setzt clevere Treffer

Doch den Kämpfer von der Ruhr konnte weder der Druck von Aydin noch das lautstarke Publikum beeindrucken. Er kontrollierte das Geschehen aus einer geschlossen Doppeldeckung heraus, konterte jede Aktion durch hervorragende Dreierkombination, setzte clevere Treffer und entschied somit die ersten beiden Runden klar für sich.

In der letzten Runde zollten beide Athleten ihrem hohen Tempo Tribut, wobei der Niederländer die größeren Kraftreserven zu haben schien und diese Runde zu seinen Gunsten entschied. Das änderte jedoch nichts an dem Gesamtergebnis. Sieger nach Punkten: Harun Aktas-Beier.

Er steuerte an diesem Tag die ersten Wertungspunkte für die Düsseldorfer ein, konnte aber die Gesamtniederlage mit 9:11 gegen Windmill nicht verhindern. Nach der zweiten Niederlage liegt das Team aus der Landeshauptstadt auf dem letzten Platz der Liga. Angeführt wird die internationale Oberliga von Colinia 06 Köln und dem Euregio Boxteam Aachen. Das Team Windmill aus den Niederlanden liegt vor Düsseldorf auf Rang drei.