Dümpten steht kurz vor dem Aufstieg

Der Kettwiger Steven Schinke (links) versucht Dümptens Oliver von Ritter am Wurf zu hindern.
Der Kettwiger Steven Schinke (links) versucht Dümptens Oliver von Ritter am Wurf zu hindern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die vorzeitige Party fiel zwar aus, weil der Konkurrent nicht mitspielte, doch nach dem Erfolg über Kettwig reicht dem HSV ein weiterer Sieg

HSV Dümpten -
Kettwiger TV II 30:26 (13:8)

HSV: Floten, Raths – Scharfenberg(1), Hofmeister (4), Hentschel, auf’m Kamp (5), Kiriakou (1), Sondram (5), Bülten (1), von Ritter (3), Grewe, Peich (9/davon 1 Siebmeter), Neikes (1)

Der HSV Dümpten ist der Verbandsliga am Sonntag einen großen Schritt näher gekommen. Die vorzeitige Aufstiegsparty mussten die Dümptener zwar verschieben, doch nach dem letztlich ungefährdeten 30:26 (13:8)-Erfolg gegen die Reserve des Kettwiger TV haben sie den Sprung in die höhere Klasse von nun an selbst in der Hand.

Dass der erste Platz in der Landesliga-Tabelle nicht schon am Sonntag perfekt gemacht werden konnte, lag am Sieg des ärgsten Verfolges. Die HSG Velbert/Heiligenhaus gewann am Vortag gegen die SG TuRa Altendorf Essen mit 33:11 und hat weiterhin fünf Punkte Rückstand auf den HSV – bei noch drei ausstehenden Spielen. Somit reicht den Mülheimer ein weiterer Sieg, um fünf Jahre nach dem Abstieg den Sprung zurück in die Verbandsliga zu schaffen.

Zu lässig und fehlerhaft

Der Auftritt in der Halle an der Boverstraße wäre auch nicht unbedingt der richtige Rahmen für eine rauschende Feier gewesen, denn die Leistung der Dümptener war längst nicht über die komplette Spielzeit meisterreif. Sie spielten oft zu lässig und machten viel zu viele einfache Fehlern. Zwar lagen die Gastgeber vom ersten Tor an dauerhaft in Führung, doch den endgültigen K-o.-Schlag konnten sie den Kettwigern bis kurz vor Schluss nie versetzen.

Vor allem die vielen vergebenen Torchancen nervten Trainer Jan Kassen: „Wir hatten heute eine unfassbar schlechte Wurfquote. Das darf so nicht passieren.“ Bestes Beispiel: In der Schlussphase der ersten Halbzeit hätten die Dümptener bereits so gut wie uneinholbar davonziehen können. Doch selbst bei besten Möglichkeiten fand der Ball zu selten den Weg ins Tor. Allein Marco Hofmeister scheiterte nach Tempogegenstößen zweimal freistehend an Kettwigs Keeper Sven Eumann, der ansonsten treffsichere Philipp Peich vergab einen Siebenmeter. Zur Pause musste sich der HSV deshalb mit einem Zwischenstand von 13:8 begnügen.

Kettwig kämpft sich zurück

Nach dem Seitenwechsel begannen die Mülheimer konzentrierter, setzen sich rasch ab. Besonders Marc auf’m Kamp wusste in dieser Phase zu gefallen. Der Rückraumspieler nutzte seine Größe aus versenkte gleich drei kraftvolle Würfe in Folge im Kettwiger Tor. Eine gute Viertelstunde vor dem Ende führte der Tabellenführer mit 22:15. Doch anstatt das Spiel frühzeitig zu entscheiden und entspannt zu gewinnen, schaltete die Mannschaft von Jan Kassen ohne Grund wieder drei Gänge zurück.

Logische Konsequenz: Die Essener kämpften sich zurück in die Begegnung. Und wie! Dem Außenseiter, der schon in der Hinrunde nur mit einem Tor gegen den HSV verloren hatte, gelang nun beinahe alles. Acht Minuten vor Schluss hatte Kettwig den Rückstand auf zwei Tore verkürzt. Erst dann wachte der Favorit wieder auf, schüttelte sich kurz und sicherte den Sieg letztlich durch mehrere konsequent zu Ende gespielte Angriffe.