Drei für Deutschland

Passend zum Thema geht es in diesen bewegten Tagen und Wochen Schlag auf Schlag für das Trio des HTC Uhlenhorst. Kaum sind die Wunden nach dem bitteren Halbfinal-Aus bei der DM-Endrunde in der Berliner Max-Schmeling- Halle einigermaßen geleckt, da gilt für Thilo Stralkowski (27), Ferdinand Weinke (20) und Tim Herzbruch (17) auch schon der große und erhabene internationale Auftrag. Die drei Mülheimer Bundesliga-Spieler gehören zum zwölfköpfigen Team des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), das die Heim-WM in der Leipziger Arena tunlichst vergolden will. Am Mittwoch, 12.45 Uhr, steigt Gastgeber Deutschland beim „Unternehmen Gold“ mit dem Gruppenspiel gegen Schweden in den Turnierreigen ein.

Während die Youngster Herzbruch und Weinke der WM-Premiere mit klopfendem Herzen entgegenfiebern, geht der Mülheimer Kapitän Thilo Stralkowski WM-erprobt voran. Vor vier Jahren gehörte er zur DHB-Auswahl, die sich im polnischen Polen den begehrten Titel schnappte. Für den späteren Olympiasieger war es damals der Start in eine glanzvolle Karriere in einem Nationalteam, das immer wieder die erfolgreiche Jagd auf Titel eröffnet. So auch 2012, als die deutschen Herren in der Arena Leipzig den EM-Titel gewannen. Stralkowski gehörte auch zu diesem Aufgebot - und freut sich auf die Rückkehr. „Leipzig ist eine Hockey-begeisterte Stadt und diese tolle Halle wird ausverkauft sein. Das wird großer Spaß, cool, aber bestimmt nicht einfach“, erinnert sich der Boss der Uhlen an die letzte Weltmeisterschaft, als das Golden Goal das Glück bescherte.

„Für mich bedeutet das alles Neuland, ich war überglücklich, als ich nach dem Lehrgang in Köln von den Trainern nominiert worden bin. Das war schon eine Riesenüberraschung“, schaut Ferdinand Weinke auf seine erste große internationale Herausforderung im A-Kader. Für den Kollegen Thilo Stralkowski war es eigentlich keine Überraschung: „Unter dem Nominierungsdruck war es von ihm ein guter Lehrgang. Ich habe Ferdinand immer vorne gesehen und ihm gesagt, dass er sich nicht verrückt machen soll.“ Mit den deutschen Junioren hatte der gebürtige Berliner im vergangenen Sommer im belgischen Waterloo Silber bei der 17. EM geholt. Keine Frage, der vom SC Charlottenburg gekommene Medizinstudent ist bei den Uhlen angekommen. Und in der nationalen Auslese, in der er auf kompetente Unterstützung bauen darf. „Da sind Führungsspieler mit ganz viel internationaler Erfahrung wie Thilo, Moritz Fürste oder Tobias Hauke, die uns jungen Spielern entscheidend helfen werden.“ Der Zweitjüngste im Kreis der Adler-Träger weiter: „Das Heimrecht und diese fabelhafte Publikum werden mir einen zusätzlichen Schub geben. Ich habe noch nie vor so einer Kulisse gespielt, habe da aber echt Lust drauf“, so der junge Mann für die defensiven Fälle.

Nesthäkchen in der Runde der Auserwählten ist der erst 17-jährige Luisenschüler und angehende Abiturient Timm Herzbruch, der bundesweit zu den Talenten schlechthin zählt. „Als der 14er-Kader auf zwölf Spieler reduziert wurde und ich dabei war, habe ich mich unglaublich gefreut. Einfach phänomenal, dass es geklappt hat. Das ist mein erstes Event bei den Herren, ich freue mich riesig.“ Auch der Stürmer feierte mit dem U21-Team im vergangenen Sommer den Gewinn der Vizeeuropameisterschaft. Nun wartet also der globale Reigen: „Es ist toll, als so junger Spieler dabei zu sein und Erfahrungen zu sammeln, auf die man später immer zurückgreifen kann.“

Bei der Rückkehr zum international praktizierten Hockey5 setzt Thilo Stralkowski auch auf die Mischung im Team. Hier herausragende internationale Erfahrung und Weltklasse, dort der Hunger der aufstrebenden Nationalspieler. „Schon die Gruppenphase wird richtig knackig“, so der Weltmeister. Da geht es in der rappelvollen Arena unter anderen gegen die unbedingt zu beachtenden Österreicher.