Die lange Reise zum Meister
14.02.2012 | 18:46 Uhr 2012-02-14T18:46:00+0100Wenn sich das Team des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC gen Süden zum VfB Friedrichshafen auf die Reise macht, ist eines sicher: Es steht eine Strapaze bevor. Das MSC-Team wird am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr mit dem Bus starten und voraussichtlich 24 Stunden später wieder in Moers ankommen.
Dazwischen liegt ein Match gegen den amtierenden Deutschen Meister VfB Friedrichshafen (Spielbeginn 20 Uhr). Im Hinspiel konnten die „Adler“ dem Champion zwei Sätze abknöpfen, lagen dann aber im Tiebreaker schnell hinten und mussten die Partie abgeben. Auch im Pokalhalbfinale reichte es nicht zu einem Sieg. Nach einer Führung im ersten Satz (22:18) kippte das Spiel unvermittelt nach einer Schwächephase und mündete in einer 0:3-Niederlage.
Ob nun in der Arena am Bodensee etwas zu holen ist, muss abgewartet werden. Große Illusionen macht man sich beim MSC nicht, doch meint Coach Chang Cheng Liu: „Wir müssen abwarten, in welcher Form sich Friedrichshafen präsentiert.“ Liu hat den Weg des Meisterteams in der Liga und in der Champions League (Friedrichshafen steht vor dem Einzug ins Final Four Turnier) verfolgt und zeigt sich beeindruckt: „Die haben in der Hinrunde noch erhebliche Schwierigkeiten gehabt, sich aber im spielerischen Bereich und in der Abstimmung ständig verbessert. Sie stehen nicht zu Unrecht im Pokalfinale und sind für mich weiterhin Favorit für die Meisterschaft.“
Dennoch kann es immer wieder zu Überraschungen kommen. Liu: „Im Hinspiel hat auch keiner mit uns gerechnet, dann haben wir zwei Sätze geholt. Warum soll das nicht noch einmal möglich sein?“ Am letzten Sonntag holten die „Häfler“ einen 3:2-Sieg gegen Recycling Volleys aus Berlin und mussten dabei auf Diagonalspieler Venno verzichten, der im zweiten Satz umknickte und vom Feld getragen wurde. Ob Oliver Venno am Mittwoch wieder dabei ist, muss abgewartet werden. Man kann davon ausgehen, dass man Venno für „wichtige“ Aufgaben (Play-Offs, Champions League) schonen wird (wobei man damit rechnen muss, dass ihn der Serbe Jovanovic glänzend ersetzen kann). Beim MSC hofft man auf ein Comeback des verletzten Michael Olieman. Der langzeitverletzte Henning Wegter wird auf jeden Fall fehlen, aber als Trainerassistent mit an den Bodensee fahren. Co-Trainer Eung-Zoll Chung ist beruflich verhindert.
Ein Satzgewinn (oder mehr) könnte für den MSC noch ganz wichtig werden. Gegenwärtig steht man auf Platz vier und mit zwei Minuspunkten besser da als Hauptkonkurrent TV Bühl, doch hat der MSC mit Friedrichshafen und Berlin noch zwei große Kaliber vor der Brust und gegen Gotha (letztes Heimspiel der regulären Runde am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der RWE-Sporthalle) ist auch noch nicht gewonnen. Bühl muss nur noch gegen Haching spielen. Es könnte also durchaus sein, dass in der Saisonbilanz zwischen Bühl und Moers das Satzverhältnis entscheidet. Da liegt der MSC derzeit noch gut im Rennen.
12:45
viel zu viel aufmerksamkeit für einen ortsfremden verein