Die Besten im Westen

Jannick Freuches kämpft mit der C-Jugend des TuSEM Essen um die westdeutsche Meisterschaft.
Jannick Freuches kämpft mit der C-Jugend des TuSEM Essen um die westdeutsche Meisterschaft.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Mehrere Mülheimer Talente kämpfen ab dem Wochenende mit ihren Mannschaften um die westdeutsche Meisterschaft.

Der Mülheimer Jugendhandball befindet sich in einer schwierigen Phase. Sowohl in der letzten als auch in der aktuellen Saison gab es keinen Oberligisten in Mülheim und nur einen einzigen Verbandsligisten. Dieser Trend wird sich in der neuen Saison fortsetzen, wenn nicht sogar verschlimmern. Die besten Talente aus Mülheim wechseln oft sehr früh in die Nachbarstädte. Dies gilt auch für mehrere Nachwuchsspieler, die ab dem kommenden Wochenende um die westdeutsche Meisterschaft der C-Junioren kämpfen.

Jannick Freuches, Lasse Bernhardt und Philipp Thomas haben ihre handballerische Laufbahn beim HSV Dümpten begonnen. Jannick und Philipp gehen mittlerweile für den TuSEM Essen auf Torejagd. Lasse hingegen hat es zum HC Wölfe Nordrhein gezogen, wo er gemeinsam mit den Mülheimern Jonas Kolski, Fabio Hochkeppel und Niclas Lenz spielt.

Die Mülheimer – Jannick Freuches und Jonas Kolski sind sogar Klassenkameraden auf der Willy-Brandt-Gesamtschule – sind in der Handball-Oberliga Rivalen. Das Wölfe-Quartett konnte mit seinem Team in der bereits am 8. März beendeten Saison den Nordrheinmeistertitel erringen. Jonas Kolski hatte daran mit 64 Toren sogar einen großen Anteil. Jannick Freuches und Philipp Anhalt trugen ihren Teil zum zweiten Platz der Essener bei. In den direkten Aufeinandertreffen steht es unentschieden: das Hinspiel gewannen die Wölfe mit 33:25, das Rückspiel der TuSEM mit 23:21.

Ein drittes Aufeinandertreffen könnte es am 3. und 10. Mai geben. Dafür allerdings müssten sich die Mülheimer Talente mit ihren Teams für die Finalspiele um die westdeutsche Meisterschaft qualifizieren. In den Halbfinals treffen die Wölfe Nordrhein am Samstag auf den VfL Gummersbach, der TuSEM Essen bekommt es wenige Stunden später mit der HSG Lemgo zu tun. Beide Teams spielen zunächst zu Hause, am 25. April geht es für die Duisburger zum Rückspiel nach Gummersbach, für die Essener am 26. April nach Lemgo.

Nachwuchsturnier in Menden

„Jonas, Fabio, Niclas und Lasse haben mit Gummersbach sicherlich das schwerere Los gezogen. Das Team hat sein Mittelrheinfinale souverän gewonnen, obwohl dabei noch zwei Leistungsträger gefehlt haben“, sagt Vater Marco Kolski. „Der TuSEM hat da mit Lemgo wahrscheinlich die etwas leichtere Aufgabe erwischt.“

Beim stark besetzten Nachwuchsturnier im sauerländischen Menden, dem sogenannten Sauerlandcup, hat Marco Kolski die Konkurrenz seines Sohnes und dessen Kumpel bereits unter die Lupe genommen. Fazit: „Gummersbach ist in kompletter Besetzung meiner Meinung nach das stärkste Team, danach kommen die Wölfe Nordrhein, dicht gefolgt von Lemgo und Essen. Die bessere Tagesform wird wahrscheinlich den Ausschlag geben“, sagt er.

Die Nordrheinliga vor Augen

Unabhängig vom Ausgang der Endrundenspiele werden die Mülheimer nach der Saison aus der C-Jugendklasse in die B-Jugend wechseln. Dort stehen schon in Kürze die Qualifikationsspiele zur Nordrheinliga an. Diese Spielklasse wurde zur aktuellen Saison neu geschaffen und ist ein oberhalb der Oberliga angesiedelter Zusammenschluss der Handballverbände Niederrhein und Mittelrhein. Auch im Seniorenbereich soll die Nordrheinliga bald kommen.