DHB-Herren sind nicht zu stoppen

Jung klatscht mit Alt ab: Der Uhlenhorster WM-Debütant Ferdinand Weinke (links) mit Kapitän  Moritz Fürste (Mitte) und Tobias Lietz.
Jung klatscht mit Alt ab: Der Uhlenhorster WM-Debütant Ferdinand Weinke (links) mit Kapitän Moritz Fürste (Mitte) und Tobias Lietz.
Foto: dpa

Die deutschen Herren gehen bei der 4. Hallenhockey-WM in der Arena Leipzig unbeirrt ihren Weg und haken die Aufgaben in der Gruppe A mit Schwung und Spielfreunde ab. Wie schon beim Auftakt-Doppelschlag am Mittwoch schnürte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) mit den drei Uhlenhorstern Timm Herzbruch, Thilo Stralkowski und Ferdinand Weinke am zweiten Turniertag einen Doppelpack.

Dem 9:4 am Mittag gegen die technisch starke Auswahl aus Tschechien (nach dem dritten Sieg konnte das DHB-Team wegen des etwas überraschenden Sieges des Iran in der Parallelbegegnung gegen Australien bereits für das Viertelfinale planen) folgte am Abend in der prächtig besetzten Arena der 5:4-Erfolg gegen Österreich. Im letzten Spiel treffen die als Gruppensieger feststehenden deutschen Herren am Freitag, 15.15 Uhr, auf die in der Halle ganz schwachen Australien.

Auch die Tschechen hatten dem Angriffsdrang und der Spielintelligenz des amtierenden Weltmeisters nichts entgegenzusetzen. „Wenn die deutsche Mannschaft so dominant und konzentriert auftritt, hat der Gegner nichts zu lachen. Das ist richtig geiles Hallenhockey, bei dem es ganz viel Spaß macht zuzuschauen“, so der Uhlenhorster Teammanager Horst Stralkowski mit Blick auf den Gastgeber und WM-Favoriten.

Die drei Uhlen hoben auch am zweiten Turniertag den Finger. HTCU-Kapitän Thilo Stralkowski erhöhte mit zwei krachenden Eckentreffern innerhalb von zwei Minuten auf 7:2, der 17-jährige Timm Herzbruch kam, ebenfalls per Ecke (nach Stralkowskis Ableger), in der fünften Spielminute zum ersten Tor in der Nationalmannschaft und Ferdinand Weinke machte in der Abwehr erneut einen tadellosen Job. „Er greift konsequent die Bälle ab und schaltet dann sofort auf Offensive um, er macht das ganz hervorragend“, so das Lob des Teammanagers.

Und wie schmeckt die WM, Ferdy Weinke? „Einfach super. Bei mir läuft es nicht schlecht, es macht großen Spaß. Ich bin zufrieden. Die Mannschaft macht es mir aber auch leicht, die Mitspieler haben mich toll aufgenommen. In den K.o-Spielen warten ganz starke Gegner auf uns, da müssen wir noch mehr Leistung abrufen, deshalb müssen uns in jedem Spiel weiterentwickeln. Die Atmosphäre in der Arena ist beeindruckend, diese Halle ist extrem cool. Schon am Vormittag ist die Stimmung dank der vielen Schulkinder großartig. Der ehemalige Charlottenburger, der im vergangenen Sommer nach Mülheim kam und in Bochum Medizin studiert, zum straffen Turnierplan: „Zwei Spiele bei diesem Tempo bedeuten schon eine hohe Belastung, aber es war ja schon vorher klar, dass das anstrengend wird. Wir müssen die Pausen nutzen, um zu regenerieren.“

Das war auch nötig, denn die mit den Nationalspielern Michael Körper und Benjamin Stanzl vom deutschen Hallenhockey-Meister Harvestehuder THC angetretenen Österreicher erwiesen sich als der erwartet unangenehme Rivale. So richtig in Verdrückung kamen die deutschen Herren derweil nicht. Zur Pause führten sie mit 3:0, in der 24. Spielminute erhöhte Eckenspezialist Thilo Stralkowski gar auf 4:0. Sechs Minuten vor der Schlusssirene hieß es 5:2 für die Adler-Träger. In der Schlussminute gelang der Auswahl aus der Alpenrepublik der Anschlusstreffer.