Der Tag des Abschieds

lanzvolle Abschiedsvorstellung: Der Niederländer Jorrit de Ruiter (links) und der Engländer Marcus Ellis spielten in ihrem letzten Match für den 1. BV Mülheim noch einmal groß auf.
lanzvolle Abschiedsvorstellung: Der Niederländer Jorrit de Ruiter (links) und der Engländer Marcus Ellis spielten in ihrem letzten Match für den 1. BV Mülheim noch einmal groß auf.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Sonntag des Abschieds hat Badminton-Bundesligist 1. BV Mülheim das Heimspiel in der bereits für die am Dienstag beginnenden YONEX German Open gegen den TV Refrath mit 2:4 verlor, Die Auswahl des scheidenden Trainers Boris Reichel beendet die Saison auf dem geteilten fünften Tabellenplatz.

1. BV Mülheim -
TV Refrath 2:4

Herrendoppel: Jorrit de Ruiter/Marcus Ellis - Sam Magee/Fabian Holzer 21:11, 21:15
Damendoppel: Johanna Goliszewski/Lara Käpplein - Chloe Magee/Carla Nelte 21:17, 14:21, 9:21
1. Herreneinzel: Dmytro Zavadsky - Richard Domke 21:8, 21:17
Dameneinzel: Lara Käpplein - Chloe Magee 9:21, 10:21
Gemischtes Doppel: Marcus Ellis/Johanna Goliszewski - Sam Magee/Carla Nelte 9:21, 14:21
2. Herreneinzel: Alexander Roovers - Lars Schänzler 21:15, 15:21, 18:21

Am Tag des großen Abschieds rückte das Endergebnis zwangsläufig in den Hintergrund. Der heimische Badminton-Bundesligist 1. BV Mülheim verlor in der bereits auf die am Dienstag beginnenden YONEX German Open getrimmten RWE-Sporthalle gegen den Play-off-Teilnehmer TV Refrath mit 2:4 und muss fortan auf ein Trio verzichten, das in den vergangenen Jahren Zeichen und Maßstäbe gesetzt hat. Neben dem langjährigen Trainer Boris Reichel wurden vom 1. BVM-Vorsitzenden Frank Thiemann auch der Niederländer Jorrit de Ruiter und der Engländer Marcus Ellis verabschiedet. Am 10. September wird der Rekordmeister mit einem ziemlich neuen Gesicht in die Saison 2016/17 gehen.

Der Mann aus dem Nachbarland und der Nationalspieler von der Insel gehen aus unterschiedlichen Gründen und suchen neue Herausforderung. Während sich de Ruiter, der 2012 zum BVM kam, auf die Tätigkeit im Managementbereich beim Fußball-Ehrendivisionär ADO den Haag konzentrieren wird, reiht sich Ellis (er kam 2011 nach Mülheim) nach Olympia in Rio de Janeiro im Heimatland in den Spielbetrieb der National Badminton League (NBL) ein. Freilich spielen auch finanzielle Erwägungen eine Rolle. Als Weltranglisten-25. im Doppel ist der Engländer kein preiswerter Spieler.

Als die Stunde des Abschieds schlug, drehte das niederländisch-englische Duo noch einmal richtig auf und zeigte nachdrücklich, dass es dem BVM fehlen wird. Neben dem Erfolg des sichtlich übermüdeten, aber alle Reserven investierenden Dmytro Zavadsky war das Herrendoppel aus Mülheimer Sicht das Highlight des mit viel Wehmut versehenen Tages.

„Wir haben uns unter Wert verkauft, aber es gab ja auch nichts mehr zu gewinnen. Für die Mannschaft war es heute emotionaler, als ich geglaubt habe. Wir wussten, dass die Saison schwer werden würde, gut, dass es vorbei ist. Jetzt beginnt der Neuaufbau“, lautete Reichels Fazit nach seiner letzten Mission. Nun konzentriert er sich auf den Beruf und die Familie.

Langer Tag für Johanna Goliszewski

Für Johanna Goliszewski, die sich nun auf das Heimspiel bei den German Open konzentriert, war es ein langer Tag. In aller Frühe ging mit dem Flieger von Wien zurück nach Deutschland. „Ohne Boris wäre ich nicht in Mülheim und wäre auch nicht in der Nationalmannschaft. Als ich im Dezember erfahren habe, dass er aufhört, war das verdammt hart.“ Reichel hatte die heute 29-Jährige 2010 von der SG An-spach geholt.

Mannschaftsführer Alexander Roovers, der vor Jahren mit Reichel im Doppel auf dem Spielfeld gestanden hatte, konnte sich auch beim letzten Auftrag auf seinen Trainer verlassen. Im unglücklich verlaufenen Einzel gegen den jungen Lars Schänzler versorgte der Coach seinen Schützling mit neuen Sportschuhen. „Es ist traurig, dass Boris aufhört. Ich verstehe aber, dass die Familie vorgeht. Er hat uns das Hotel besorgt und uns gefahren. Wir konnten und stets 100-prozentig auf das Spiel konzentrieren. Schade, wir hätten Boris gerne mit einem Sieg verabschiedet. Unser Doppel hat extrem gut gespielt. Über meine Niederlage ärgere ich mich sehr.“