Der große Traum von Rio

Auf der Ruhr groß geworden: Lukas Geller hat sich in kürzester Zeit zu einem großen Talent entwickelt.
Auf der Ruhr groß geworden: Lukas Geller hat sich in kürzester Zeit zu einem großen Talent entwickelt.
Foto: Herbert Höltgen
Was wir bereits wissen
Der 17-jährige Lukas Geller gilt als das größte Talent der Rennrudergemeinschaft Mülheim. Nachdem er in diesem Jahr knapp die Teilnahme an der U23-Weltmeisterschaft in Varese verpasste, ist sein großes Ziel die nächste Junioren-WM auf der Olympiastrecke von Rio de Janeiro.

Als Lukas Geller in die B-Jugend der Rennrudergemeinschaft Mülheim kam, trauten viele im Verein dem jungen Mann keine große Zukunft zu. Heute gilt der 17-Jährige aber als das größte Talent in der Mülheimer Ruderszene. Am Wochenende startet er mit guten Aussichten bei der Landesmeisterschaft in Hürth.

Als Mitglied einer Ruderfamilie kam Lukas Geller als Zehnjähriger automatisch zum Wassersport. Die Ausbildung absolvieren die jungen Ruderer stets in breiten Gig-Vierern. „Daran habe ich schnell Gefallen gefunden“, erzählt der heute 17-Jährige. Das Rennrudern entdeckte er aber erst später mit etwa 14 Jahren für sich. Die ersten Erfolge stellten sich aber nach und nach ein: Silber bei der Landesmeisterschaft 2011, Bronze im Achter bei der deutschen Meisterschaft 2012 und Gold im Vierer mit Steuermann bei der DM 2013. Im letzten Jahr erreichte er zudem den dritten Platz bei der Indoor-Europameisterschaft und war auf dem Ergometer der stärkte Nachwuchsruderer in ganz Nordrhein-Westfalen.

Für das laufende Jahr hatte Lukas Geller ein großes Ziel vor Augen: die U23-Weltmeisterschaft im italienischen Varese. „Die Chancen dafür standen eigentlich auch ganz gut“, sagt der Mülheimer im Rückblick. Beim Qualifikationsrennen im Rahmen der Deutschen Meisterschaft in Brandenburg lief für Geller und seine Vierer-Crew zunächst auch alles nach Plan. „Wir haben eigentlich die ganze Zeit geführt“, erinnert sich der Mülheimer. Doch am Ende zogen die Hamburger noch am NRW-Team vorbei. 0,2 Sekunden trennten Lukas Geller schließlich vom großen Traum. „0,2 Sekunden, das sind ja gerade mal ein paar Zentimeter“, sagt Trainer Mathias Schneider und stellt den hauchdünnen Abstand mit den Fingern nach.

Schneider gehörte zu denjenigen, die immer an Lukas Geller geglaubt haben. „Ich habe sein Talent sehr schnell erkannt. Die Entwicklung gibt uns recht“, sagt der Coach, der den Nachwuchsruderer seit dessen erstem B-Jugendjahr betreut. In diesem Alter werden die besten Ruderer des Wassersportvereins und der Mülheimer Rudergesellschaft zur Rennrudergemeinschaft (RRGM) zusammengefasst.

Für die kommende Saison hat sich der 17-Jährige ein klares Ziel gesetzt. Diesmal soll es klappen mit der Qualifikation zur Junioren-WM. Die steigt 2015 in Rio auf den Strecken, auf denen ein Jahr später die olympischen Medaillen ausgefahren werden. Die Chancen stehen wieder gut. „Die Ergometer-Leistung aus dem letzten Jahr würde schon für die Achter-Qualifikation reichen“, ist Trainer Mathias Schneider optimistisch. Für das große Ziel geht eine Menge Freizeit drauf. Die großen Ferien müssen hinten anstehen. Die sechs Wochen im kommenden Sommer verbringt Lukas Geller im Trainingslager in Berlin.

Und danach? Bis 2016 besucht Geller noch das Hans-Sachs-Berufskolleg in Oberhausen, wo er das Fachabitur mit einer Ausbildung zum maschinenbau-technischen Assistenten ablegen wird.

Als Ruderer wechselt er anschließend in den Seniorenbereich. Um weiter an internationalen Meisterschaften teilnehmen zu können, müsste er dann zu einem der Stützpunkte in Essen, Düsseldorf oder Krefeld oder gar zum Leistungszentrum in Dortmund wechseln.