Denksport vom Feinsten
17.03.2011 | 17:34 Uhr 2011-03-17T17:34:00+0100
Innovativ ist der Schachverein Nord schon seit vielen Jahren. Am Wochenende richtet er den Bundesliga-Doppelspieltag in neuer Umgebung aus. Gespielt wird erstmals im Kunstmuseum am Synagogenplatz – am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr.
„Schach!!“ heißt der erste Teil einer Ausstellungstrilogie, die am Freitag beginnt. Eingebettet sind der 12. und 13. Bundesliga-Spieltag mit Beteiligung von vier Mannschaften aus den derzeitigen Top-Sechs der Eliteklasse – ein sportlicher Leckerbissen in ungewohnter Umgebung. Nord-Vorsitzender Heinz Schmitz sagt: „Wir haben deutschlandweit noch nie in einem Museum Schach gespielt.“
Die Gastgeber können an diesem Wochenende nicht ihren Spitzenspieler Maxime Vachier-Lagrave präsentieren, obwohl bis vor wenigen Tagen sein Einsatz noch als gesichert galt. Der französische Shootingstar muss vor einem Ausschuss des Schach-Weltverbandes Stellung zu einem Betrugsvorwurf nehmen. Bei der Schacholympiade im russischen Chanti-Mansijsk im vergangenen Jahr soll der Franzose Sebastien Feller während der Wettkämpfe mit Hilfe eines befreundeten Spielers und des Nationaltrainers Computerhilfe in Anspruch genommen haben. Der Mülheimer Vachier-Lagrave steht nicht unter Verdacht, gilt hingegen – als einer von Fellers Teamkollegen – als Zeuge.
Am Samstag treffen die Mülheimer um 14 Uhr auf den deutschen Meister und derzeitigen Bundesliga-Spitzenreiter OSG Baden-Baden. Parallel messen sich die Sportfreunde Katernberg mit dem Tabellendritten SC Eppingen. Die Duelle Mülheim gegen Eppingen und Katernberg gegen Baden-Baden beginnen am Sonntag um 10 Uhr.
Daniel Fridman führt das Mülheimer Aufgebot im Kunstmuseum an. An den weiteren Brettern spielen Vladimir Potkin, Pavel Tregubov, Konstantin Landa, Vitali Golod, Alexander Berelovich, Daniel Hausrath und Michael Feygin. Für Feygin wird am Sonntag Mihail Saltaev am achten Brett zum Einsatz kommen.
„Wir haben zwar nicht unsere stärkste Mannschaft, aber dennoch ein gutes Team beisammen. Gegen Baden-Baden werden wir aber chancenlos sein“, sagt Heinz Schmidt. Die OSG kommt zwar ohne die beiden Weltranglisten-Führenden Viswanathan Anand (Indien) und Magnus Carlsen (Norwegen), bietet aber dennoch ein bärenstarkes Team mit den beiden deutschen Nationalspielern Arkadij Naiditsch und Jan Gustafsson an den Brettern sieben (!) und acht (!) auf. Die Eppinger haben schon eher die Mülheimer Kragenweite.
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