Das Warten auf den Heimsieg

Die Rennbahn am Raffelberg lädt zum zweiten Renntag des Jahres – diesmal am ungewohnten Dienstag.
Die Rennbahn am Raffelberg lädt zum zweiten Renntag des Jahres – diesmal am ungewohnten Dienstag.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Rennverein am Raffelberg lädt am Dienstag erstmals seit vielen Jahren zu einem Renntag unter der Woche. Preisgeldkasse ist prall gefüllt.

Zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren öffnet die Galopprennbahn am Raffelberg anlässlich eines Renntages unter der Woche ihre Pforten. Am kommenden Dienstag lädt der Mülheimer Rennverein ab 16.55 Uhr zum zweiten Start des Jahres beim sogenannten „After-Work-Renntag“.

„Es ist ein Stück weit ein Versuchsballon und wir sind gespannt, wie der ungewöhnliche Termin angenommen wird“, sagt Rennvereinspräsident Hans-Martin Schlebusch. Trotz des ungewohnten Startzeitpunkts ist die Preisgeldkasse prall gefüllt. Stolze 51.200 Euro gibt es in den acht Rennen zu verdienen. Kein Wunder, dass 81 Pferde am Start sind. Der komplette Renntag wird vom französischen Wettanbieter PMU unterstützt. Alle acht Prüfungen werden im Nachbarland übertragen und können dort auch bewettet werden.

Zu den Höhepunkten gehört der mit 8.000 Euro dotierte „Pfingstpreis Mülheim Raffelberg“, der um 19.25 Uhr gestartet wird. Das 2000-Meter-Rennen steht unter dem Zeichen „Deutschland gegen die Niederlande“. Den sechs in Deutschland trainierten Pferden stehen drei „Oranje-Starter“ gegenüber.

Mit dem von Bruce Hellier vorbereiteten Guardian Angel sowie Kazzira aus dem Trainingsquartier von Julia Römich sind auch zwei Mülheimer Pferde mit dabei. Es besteht also die Chance auf den ersten Heimsieg, nachdem es am ersten Renntag nicht geklappt hatte. Die sechsjährige Stute Kazzira, die ihrer Trainerin auch selbst gehört, absolviert unter dem belgischen Jockey Stephen Helleyn ihren ersten Start in diesem Jahr. Der Hellier-Schützling Guardian Angel wird von Spitzenjockey Andrasch Starke aus Köln geritten.

Die dritte Chance auf einen Heimsieg im Hauptrennen hat Michael Cadeddu. Der Mülheimer Jockey geht mit der vom Bremer Trainer Pavel Vovcenko vorbereiteten sechsjährigen Stute Simplon ins Rennen. Der in Italien geborene Jockey hat noch zwei weitere Chancen. In einer mit 6.000 Euro dotierten Prüfung ist „Miky“ mit Laudation aus dem Raffelberger Trainingsquartier von Doris Smith am Start. „Darauf freue ich mich ganz besonders und habe große Hoffnungen, dass er gut läuft“, sagt der 28-Jährige, der seit 2008 in Deutschland arbeitet. Immerhin kam Cadeddu mit Laudation bei seinen letzten beiden Auftritten in Mülheim auf die Plätze zwei und fünf. „Einmal war es wirklich knapp“, erinnert sich der Jockey.

Als recht deutlichen Außenseiter sieht Cadeddu den von Ana Bodenhagen trainierten sechsjährigen Quantum von Solace, den er in einem weiteren 6.000-Euro-Rennen reitet. „Mit ihm habe ich aber auch schon gewonnen. Da muss aber schon alles passen.“

Die Leidenschaft für den Pferdesport ist Cadeddu quasi in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater Pietro war Hindernisreiter. „Schon mit vier Jahren habe ich einen Sieg von ihm miterlebt. Von da an wollte ich das unbedingt auch schaffen“, erinnert sich der heute 28-Jährige, der vor wenigen Tagen beim italienischen Derby mit dabei war. „Es war ein super Ergebnis, auch wenn es mit Platz 13 nicht so gelaufen ist, wie erhofft“. Michael „Miky“ Cadeddu hat für den kommenden Dienstag einen großen Wunsch . „Ein Sieg in Mülheim vor vielen Bekannten, die ich eingeladen habe, wäre für mich ein Highlight.“

Ohnehin glänzt der zweite Renntag des Jahres mit großer lokaler Beteiligung. „Fünf von sechs Trainern sind dabei, zwei Mülheimer Jockeys und Stefan Hofmeister als Besitzer sind dabei“, erklärt Präsident Hans-Martin Schlebusch. Die Hoffnung auf einen Heimsieg lebt.