Das Multi-Talent

Paul Macherey in seinem zweiten Zuhause, dem Billardraum an der Hügelstraße.
Paul Macherey in seinem zweiten Zuhause, dem Billardraum an der Hügelstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Paul Macherey hat schon Tennis, Schach, Skat und Feldhandball gespielt. Doch am meisten hat ihn das Billardspielen begeistert. Das Gründungsmitglied der Billardfreunde 74 packt auch mit 77 Jahren in seinem Klub noch als Handwerker an.

„Ein Mädchen für alles wird nie gewählt“, sagt Paul Macherey. „Das ist man einfach.“ Auch mit 77 Jahren betätigt er sich noch stets als Handwerker bei den Billardfreunden Mülheim 74. Im Verein gilt der Sportwart als die gute Seele.

Die Klubräume im Keller des Altenvereins 50+ an der Hügelstraße in Winkhausen hätten wohl nicht ihr heutiges Gesicht ohne das handwerkliche Geschick von Paul Macherey. Auch heute packt der 77-Jährige noch immer an, wenn es etwas zu reparieren gilt. „Paul, mach mal..“, heißt es dann. „Er hat die Tische bezogen und den Fußboden gelegt“, zählt Geschäftsführer Siegfried Redemann nur wenige von Machereys Verdiensten auf. Pläne für eine kleine Sitzreihe im Spielraum an der Hügelstraße hatte Macherey ebenfalls bereits angefertigt. Sie wurden aber schließlich nicht in die Tat umgesetzt. Für den Altenverein hat er den Balkon gestrichen und sämtliche Tische repariert. Dort sitzt er im Beirat.

Zum Billardsport kam Macherey schon als Jugendlicher. Im damaligen Kriegerheim im Rumbachtal, wo heute ein griechisches Lokal beheimatet ist, spielten die Jugendlichen in der Freizeit. „Der Kellner Theo Kaucke hat uns damals einige Tricks gezeigt. Dadurch habe ich Spaß daran gefunden“, erzählt er.

Später spielte Macherey mit Freunden im Restaurant „Drei Kronen“ an der Duisburger Straße, wo auch der heute nicht mehr existierende Verein BC Mülheim 58 spielte. Als die „58er“ zum Blötter Weg weiterzogen, gründete Macherey mit einigen Verbliebenen die Billardfreunde 1974. Das damals von ihm gestickte Vereinsemblem hat bis heute unverändert Bestand.

Das handwerkliche Geschick lernte der vierfache Familienvater, Opa und Ur-Opa während seiner beruflichen Laufbahn. Der gelernte Schlosser schulte sich zum Schmalspur-Ingenieur um und war viele Jahre lang bei einer großen Gießerei angestellt. Später machte er sich in der Sanitär- und Installationsbranche selbstständig.

Festes Mitglied der Mannschaft

Doch nicht nur im Beruf war Macherey ein Multi-Talent – auch im Sport. Neben dem Karambol-Billard spielt er seit 1978 bis heute Tennis beim ESV Schwarz-Weiß Mülheim. Schach, Skat und sogar Feldhandball hat der lebensfrohe Macherey früher ebenfalls ausprobiert.

Bei den Billardfreunden gehört Paul Macherey noch immer zu den Leistungsträgern der ersten Mannschaft, die in der Kreisliga um Meisterschaftspunkte kämpft. „Für einige unserer besten Spieler wie Hans Bido war Paul immer ein Vorbild und ist es noch bis heute“, weiß Siegfried Redemann. Zwar spielt der ehemalige Landesliga-Akeur nicht mehr konstant auf dem allerhöchsten Niveau, kann an guten Tagen aber noch immer hohe Serien auf den Tisch zaubern. „Er beherrscht das Spiel noch immer“, sagt Redemann. Kein Wunder, schließlich guckt sich der 77-Jährige auch in seinem Alter noch einiges ab, wenn er zu den Bundesliga-Spielen nach Bochum fährt.

Bei den Billardfreunden hat Paul Macherey ein zweites Zuhause gefunden. Es vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht im Klubhaus an der Hügelstraße anzutreffen ist. Als Sportwart organisiert er Vereinsmeisterschaften, stellt die Teams auf und sorgt für einen funktionierenden Spielbetrieb. Falls sich doch einmal ein Nachwuchsspieler blicken lässt, ist Macherey der erste Ansprechpartner.

Viel wichtiger aber ist, dass die gute Seele des Vereins immer ein offenes Ohr für die Probleme und Ideen im Verein hat, dass er immer zur Stelle ist, wenn es wieder einmal heißt: „Paul, mach mal..“