Blamabler zwölfter Platz für den SV Nord

Mihail Saltaev war in der nun abgeschlossenen Saison einer der erfolgreichsten Nord-Spieler.
Mihail Saltaev war in der nun abgeschlossenen Saison einer der erfolgreichsten Nord-Spieler.
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Was wir bereits wissen
Der Schach-Vizemeister konnte nicht an die Leistung aus der Vorsaison anknüpfen. Der SV Mülheim-Nord belegte den zwölften Platz. In der heimischen Sparkasse gab es eine Niederlage und einen Sieg.

Die Schach-Bundesligasaison 2014/15 ist beendet. Und darüber sind die Spieler und Verantwortlichen des SV Nord froh. Die Mannschaft um Kapitän Daniel Fridman kam in dieser Spielzeit mit einem blauen Auge davon. Der zwölfte Platz ist ein schwaches Ergebnis, mit dem Abstiegskampf hatten die Mülheimer aber nie ernsthaft etwas zu tun. Am letzten Doppelspieltag hatte das Nord-Team in der Sparkasse am Berliner Platz Heimvorteil. In der Partie gegen den SV Hockenheim ging es am Samstag mit 2:6 baden. Zum Abschluss folgte am Sonntag ein hart erkämpfter 5:3-Sieg gegen die SG Trier.

Schuss geht nach hinten los

In der Partie gegen den SV Hockenheim ging es ausgeglichen los. Der für den SV Nord spielende Tscheche David Navara erreichte am Spitzenbrett gegen den Ukrainer Alexander Moiseenko ebenso ein Remis wie seine Teamkollegen Daniel Hausrath (gegen Dennis Wagner), Felix Levin (gegen Zóltan Ribli) und Mihail Saltaev (gegen Hannes Rau). Beim Gesamtstand von 2:2 kippte dann plötzlich die Partie des Mülheimers Konstantin Landa am zweiten Brett gegen Ivan Saric. Um die drohende Niederlage abzuwenden, mussten die Mülheimer Pavel Tregubov (gegen David Basamidze), Alexander Berelovich (gegen Rainer Buhmann) und Volkmar Dinstuhl (gegen Oleg Boguslavskyy) etwas risikoreicher spielen. Der Schuss ging nach hinten los. Das Quartett verlor alle restlichen Partien. „Das war die höchste Niederlage seit langer Zeit. Am Samstag war zu sehen, dass die meisten Spieler unserer Mannschaft nicht gut in Form ist“, sagte Vereins-Chef Heinz Schmitz.

Am Sonntag schlossen die Mülheimer die Saison mit einem 5:3 gegen die SG Trier ab. Remis spielten Konstantin Landa (gegen Lukasz Cyborowski), Daniel Fridman (gegen Stephen Gordon), Pavel Tregubov (gegen Pavel Jaracz), Daniel Hausrath (gegen Miklos Galyas), Michael Feygin (gegen Rüdiger Seger) und Volkmar Dinstuhl (gegen Lev Yankelevich). Die entscheidenden Erfolge zum Gesamtsieg gelangen den Nord-Spielern Daviv Navara am ersten Brett gegen den Polen Piotr Bobras und Mihail Saltaev am siebten Brett gegen den Deutschen Dietmar Kolbus. „Feygin stand zwischenzeitlich schlecht und rettete sich in ein Remis. Navara musste auch hart kämpfen, um am Ende zu gewinnen. Tregubov stand klar auf Gewinn. Dann hat er sich aber einen groben Fehler erlaubt. Er hat einen Bauern gefressen, das durfte er nicht. Es bestand insgesamt keine Gefahr, dass wir verlieren könnten. Aber der knappe Sieg war hart erkämpft“, so Schmitz.

„Nominell sind wir hinter der OSG Baden-Baden und Schwäbisch Hall am besten besetzt. Ein Platz fünf oder sechs in der Abschlusstabelle wäre auch noch in Ordnung gewesen. Aber der zwölfte Rang ist für uns blamabel“, nimmt Heinz Schmitz beim Saisonfazit kein Blatt vor den Mund. Dennoch will der SV Nord vermutlich an allen Spielern festhalten. Schmitz: „Wir waren an den mittleren Brettern oft zu schwach besetzt, wenn die Spitzenspieler oben nicht zum Einsatz kamen. Hier bräuchten wir eigentlich Verstärkungen. Andererseits wissen wir aber auch, dass es unsere Spieler besser können. Wir müssen dem einen oder anderen auch einmal eine schlechte Saison zugestehen.“

Eine starke Spielzeit hat Mihail Saltaev hinter sich. Der Usbeke erreichte in elf Partien acht Punkte. Auf einen besseren Schnitt kam lediglich der Tscheche David Navara mit viereinhalb aus sechs. Auch der Deutsche Michael Feygin konnte mit acht Zählern an zwölf Spieltagen zufrieden sein.