Bamberger Meisterleistung

Kampfbetonter Tauchgang beim internationalen RWW-Cup des TSC Mülheim. Foto: Stephan Glagla
Kampfbetonter Tauchgang beim internationalen RWW-Cup des TSC Mülheim. Foto: Stephan Glagla
Foto: WAZ

Hochkarätig besetzt war die 43. Auflage des internationalen Unterwasserrugby-Turniers des TSC Mülheim um den RWW-Cup. Die Gastgeber landeten unter acht Teams auf dem sechsten Platz.

Der TC Bamberg triumphierte am Samstag im Hallenbad Süd. Dies war keine Überraschung, denn die Oberfranken waren als deutscher Meister eindeutiger Favorit beim Kräftemessen unter Wasser. Die Bamberger konnten im Wettbewerb um den „Goldenen Ball“ die Partien gegen alle sieben Rivalen für sich entscheiden und kassierten bei einer Tordifferenz von 28:0 nicht einen Gegentreffer. 7:0-Kantersiege gab es sogar in den Begegnungen mit Wasp Göttingen und dem spanischen Gast Open Barcelona UWR – das bei einer Spielzeit von „nur“ 14 Minuten (zweimal zehn Minuten dauern die Meisterschaftsspiele). Gegen den Meister war kein Kraut gewachsen.

Nachwuchs integriert

Auf den Plätzen zwei bis fünf folgten die Freien Schwimmer Duisburg, der DUC Krefeld, der DUC Bottrop und der DUC Köln. Die Mülheimer ließen Wasp Göttingen und das Team aus Barcelona hinter sich. „Die TSC-Platzierung wird sich hoffentlich im Saisonverlauf als ausbaufähig erweisen. Positiv war, dass die jungen Spieler gut integriert wurden“, lautete das sportliche Fazit von TSC-Trainer Holger Kempf.

Zwei Siege gelangen den Gastgebern. Die Spanier wurden mit 3:0 besiegt. Marco Pähler eröffnete den Torreigen. Dann legten Hendrik Folkenborn und Christian Haack nach. Folkenborn spielt in der Meisterschaft für das zweite TSC-Team und war erstmals im Kampf um den „Goldenen Ball“ im Wasser. „Es ist toll, dass Hendrik in einem Spiel auf Bundesliganiveau direkt ein Tor erzielen konnte“, so Kempf. Das Match gegen Göttingen endete ebenfalls mit einem Mülheimer 3:0-Erfolg. Christoph Zyla gelang ein Hattrick. Die Partie gegen den DUC Köln endete torlos. Kempf: „Die Kölner sind einer unserer Hauptkonkurrenten im Kampf um das Ticket für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Das Spiel hat gezeigt, dass beide Teams etwa gleichstark sind.“ Niederlagen gab es in den Duellen gegen die Freien Schwimmer, den DUC Bottrop (jeweils 0:1), den DUC Krefeld (0:2) und den Turniersieger TC Bamberg (0:4).

Zwar gelangen den Mülheimern keine Überraschungen, aber enttäuscht hat das Aufgebot nicht. Schließlich mussten die Gastgeber am Samstag auch auf Thomas Mörchen und auf Nuri Salili, neben Michael Nosseir Nationalspieler in Diensten des TSC, verzichten. Polizist Nosseir war beim Castor-Transport im Einsatz. Auch Mörchen fehlte aus beruflichen Gründen. Hermann Pietschmann, Marcel Blum und Hendrik Folkenborn rückten aus der zweiten Mannschaft auf und machten ihre Sache ebenso gut wie die beiden U21-Nachwuchsspieler Marc-André Peters und Paul Scheerer. „17 Spieler standen uns zur Verfügung. Natürlich wollten wir auch eine gute Platzierung erreichen, aber wichtig war auch, bei diesem anstrengenden Turnier Kräfte zu dosieren und den Nachwuchsspielern eine Bewährungschance zu geben. Das hat sehr gut geklappt“, sagte Kempf.

Drei Damenteams spielten im Hallenbad Süd um den „Diamantenen Ball“. Den Turniersieg feierte die Mannschaft aus Mannheim. Auf den weiteren Plätzen folgten Duisburg und eine bayerische Spielgemeinschaft.

Die Siegerehrung fand im Ruhrkristall statt. Beim Festabend dürften auch die Vertreter des Hauptsponsors zufrieden gewesen sein. Erstmals in der Unterwasserrugby-Geschichte hat ein Turnierveranstalter einen Werbebanner an der Beckenwand unter Wasser angebracht. Dieser war bei den für die Zuschauer qualitiativ guten Übertragungen auf Flachbildschirme ständig zu sehen. Die Mülheimer machen beim ältesten Unterwasserrugby-Turnier der Welt keinen Halt vor Neuerungen.