Auf Europapokal-Kurs
08.02.2010 | 00:27 Uhr 2010-02-08T00:27:00+0100Dem Sieg über SF Katernberg ließ das Schachteam des SV Nord (SVN) am zweiten Bundesliga-Heimwochenende in dieser Saison ein 4:4-Unentschieden im Duell gegen den SV Wattenscheid und dann noch einen ungefährdeten 5,5:2,5-Erfolg über den SK Turm Emsdetten folgen.
Nord-Vorsitzender Heinz Schmitz zeigte sich erfreut über die Mülheimer Fünf-Punkte-Bilanz und den vierten Tabellenplatz. „Damit können wir zufrieden sein”, sagte Schmitz, der sein Team nun wieder auf Europacup-Kurs sieht. Der Vereinschef betrachtet auch das Experiment, einen Bundesliga-Doppelspieltag im Haus des Sports auszurichten, als gelungen.
Am Samstag, als über 200 Schachfans in den zum Spielsaal umfunktionierten Tagungsraum an der Südstraße strömten, wurde es aber bisweilen ein wenig eng.
Umkämpft und spannend bis zum letzten Zug war das Sonnabend-Duell des SVN gegen den Revier-Rivalen SV Wattenscheid, der sich beim 4:4-Unentschieden einmal mehr als unbequemer Gegner erwies. Konstantin Landa und Daniel Fridman trafen wegen eines Staus bei der Anfahrt von Dortmund nach Mülheim mit 20-minütiger Verspätung am Spielort ein. Da ihnen diese Minuten von ihrem Zeitkonto abgezogen wurden, standen die beiden Nordspieler von Anfang an unter erheblichem Druck.
Landa und Fridman spielten unter Zeitdruck remis
Kompliziert war das Duell von Konstantin Landa gegen Mateusz Bartel an Brett zwei. Als Bartel ein Qualitätsopfer riskierte, konnte Landa diese Chance aus Zeitmangel nicht nutzen und musste sich mit einem Remis begnügen.
Auch Fridman entschied sich angesichts des Zeitnachteils in der Partie gegen Pawel Czarnota für eine sichere Variante, aus der sich ein Remis ergab. Auf eine Punktteilung geeinigt hatten sich zuvor schon Daniel Hausrath, der einen Stellungsvorteil durch einen Patzer verspielte, und sein Wattenscheider Kontrahent Dr. Franz Holzke.
Von Anfang an im Hintertreffen war Nord-Akteur Mihail Saltaev, der sich Florian Handke geschlagen gebenmusste. Der Mülheimer Alexander Berelovich konnte im Kampf gegen Alexander Rustemov seine bessere Position zu einem Sieg ausbauen.
SVN-Spitzenspieler Maxime Vachier-Lagrave stand zuerst ebenfalls besser als sein Kontrahent Nikita Vitiugov. Deshalb wies er dessen Remisangebot zurück. Danach verflachte die Partie und Vachier-Lagrave kam allen Bemühungen zum Trotz nicht über einen halben Punkt hinaus.
Ebenfalls remis spielte Gerhard Schebler (gegen Timo Straeter). Beim 3,5:3,5-Zwischenstand nach sieben Partien dauerte die Marathonschlacht von Felix Levin (SVN) und Ralf Appel (Wattenscheid) an Brett fünf noch an. Am Ende hatte Levin außer dem König nur noch einen Springer und einen Turm. Appels Figuren-Rest bestand aus König und Turm. Trotzdem wurde weitergespielt. Erst nach 120 Zügen war das 0,5:0,5 ausgefochten.
Schebler sorgte für den krönenden Abschluss
Beim souveränen 5,5:2,5-Nord-Erfolg über Turm Emsdetten am Sonntag spielte Maxime Vachier-Lagrave beim Triumph an Brett eins seinen Gegner Mikheil Mchedlishvili an die Wand. Daniel Fridman baute im Duell gegen Jonny Hector seinen Materialvorteil zu einem Sieg aus. Daniel Hausrath brachte nach Eröffnungsproblemen eine Bauern-Walze ins Rollen und zerstörte damit die Stellung seiner Gegnerin Pia Cramling. Als vierter Nordsieger zwang Gerhard Schebler seinen Gegner Dennis Breder zum Damentausch und spielte dann seine materiell Überlegenheit aus. Das war der krönende Abschluss.
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