Arbeit beginnt mit Doppelschlag

Dominanz im eigenen Haus wollen Lukas Windfeder und Co.beim Doppelschlag gegen den Crefelder HTC und Schwarz.-Neuss unter Beweis stellen.
Dominanz im eigenen Haus wollen Lukas Windfeder und Co.beim Doppelschlag gegen den Crefelder HTC und Schwarz.-Neuss unter Beweis stellen.
Foto: WAZ FotoPool

Die Ruhe in der mehrwöchigen Spielpause hat den Beteiligten gut getan. Abschalten, die Seele nach bewegten Wochen baumeln lassen. Doch mit der Ruhe ist es unwiderruflich vorbei. Auf Bundesligist HTC Uhlenhorst warten arbeitsreiche, intensive und tunlichst erfolgsverwöhnte Wochen. Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt, da türmen sich auch schon die Aufgaben und Herausforderungen. „Bis zum Ende des Europapokals am 15. Februar haben wir nur noch Entscheidungsspiele. Als Spielerin habe ich diese immer genossen. Jetzt bin ich froh, dass ich das als Trainerin miterleben darf“, sagt Trainerin Tina Bachmann.

Erstes Etappenziel ist das DM-Viertelfinale unter dem Hallendach. Auf dem Weg dorthin wartet auf den Tabellenführer und amtierenden deutschen Meister in der Sporthalle Lehnerstraße der Doppelschlag gegen den Crefelder HTC (Samstag, 16 Uhr) und Schwarz-Weiß Neuss (Sonntag, 14 Uhr). Das Ziel ist bei den Uhlen (16 Punkte) definiert: Die Poleposition gegenüber Verfolger Rot-Weiss Köln (15 Punkte) behaupten! Natürlich. Platz eins beschert im Viertelfinale (Samstag, 24. Januar) das Heimrecht. Augenblicklicher Gast an der Ruhr wäre der Berliner HC.

Während der Ruhezeit erinnerten sich die Uhlen auch an einen Betriebsunfall. Das 7:7 beim Tabellenletzten Gladbacher HTC zeigte auf, wie schnell die Dinge unter dem Hallendach eine blitzschnelle und verblüffende Wende nehmen, wenn die Konzentration heruntergefahren wird. Nach dem famosen 10:5-Sieg am Vortag in Köln führte der HTCU fünf Minuten vor Toresschluss mit 7:3, wenige Minute später schauten sich alle mit großen Augen an. Wie konnte das nur passieren? Greift der Lerneffekt, wird sich das gegen den um seine letzte Chance kämpfenden Crefelder HTC nicht wiederholen.

„Die Pause hat allen gut getan, es war ja auch die erste richtige nach dem Neustart. Man sieht den Jungs an, dass der Akku aufgeladen ist, Sie sind offen, neue Dinge anzugehen“, so Tina Bachmann. Die Trainerin weiter: „Mit dem ersten Platz in der Halle und dem vierten auf dem Feld stehen wir gut da, aber es gibt noch einiges zu tun. Wie immer geht es um die Weiterentwicklung. Es gibt noch Baustellen, bei dem einen im mentalen, bei dem anderen im athletischen Bereich.“

Bei allem berechtigten Optimismus im Hause HTCU, er nimmt auch Sorgen mit in den Start. Mit Ole Keusgen, dem für die Hallen-WM in Leipzig nominierten Timm Herzbruch und Philipp Rohrbach fehlt krankheitsbedingt Stammpersonal, wobei der erfahrene Keusgen womöglich am Sonntag gegen Neuss eingreift. Tina Bachmann kann und muss damit leben. „Natürlich tun diese Ausfälle weh, aber ich setze mich nicht in die Ecke und fange an zu weinen, schließlich haben wir einen breiten Kader.“ Einer, der aus der Breite kommt, ist U21-Nationalspieler Max Godau, der nach dem Grundwehrdienst sein Hallendebüt gibt. Der ebenfalls für die WM berufene Ferdinand Weinke, der Ende November aufgrund von muskulären Problemen pausieren musste, gehört ebenfalls zum Aufgebot.

Mit dem Doppelschlag im eigenen Haus beginnt also die harte Arbeit. „Jedes Spiel wird ein heißer Tanz“, weiß Tina Bachmann, die fest entschlossen ist, wieder in die Genießerolle zu schlüpfen.