Annas Heimspiel

Abschlag in vertrauter Umgebung: Die 20-jährige Anna Bautista vertritt  bei der Internationalen Amateurmeisterschaft
Abschlag in vertrauter Umgebung: Die 20-jährige Anna Bautista vertritt bei der Internationalen Amateurmeisterschaft
Foto: Funke Foto Services

Die junge Dame hat sich einer faszinierenden Sportart mit Leidenschaft und Entschlossenheit verschrieben und greift - wann immer es möglich und zeitlich einzurichten ist - zum Schläger. In den vergangenen Tagen erfuhr die Intensität noch einmal einen kräftigen Schub. Training, Training und immer wieder Training, um sich auf eine besondere und reizvolle Aufgabe und Herausforderung einzustimmen. Wenn am Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr die Internationale Amateurmeisterschaft (IAM) der Damen beginnt, dann vertritt Anna Bautista die Farben des gastgebenden Golfclub Mülheim.

Im heimischen und vertrauten Revier, wo das Who’s who der Damen zu bestaunen ist, will die 20-Jährige internationale Luft atmen und sich vom Heimspiel möglichst gewinnbringend inspirieren lassen. „Ich möchte den Cut schaffen“, lautet Annas vorrangiges Ziel, um im Feld der besten 60 Spielerinnen auch am Wochenende für Lokalkolorit zu sorgen.

Mit 13 Jahren hat die Studentin der Zahnmedizin die komplexe Disziplin Golf für sich entdeckt. Damals spielte sie beim HTC Uhlenhorst Hockey und wurde von ihrer jüngeren Schwester Carolin, die in der Oembergschule erstmals mit dem Golfsport in Berührung kam, auf eine ganz neue sportliche Idee gebracht. Das Spiel mit Schläger und kleinem Ball ist seitdem ein wichtiger Lebensinhalt mit ungebrochener Motivation. „Beim Golf ist es die Faszination, mit Fleiß viel erreichen zu können“, sagte die 20-Jährige im Vorfeld der Meisterlese mit einem einnehmenden Lächeln. Mit Blick auf den besagten Fleiß muss sich Annas langjähriger Trainer Patrick Giesen keine Sorgen machen: „Im Training ist sie mit Abstand die Fleißigste. Grundsätzlich absolviert Anna ein hohes Pensum.“ Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann diesen: „Bei der ein oder anderen Runde schwächelt sie in wenig im mentalen Bereich.“

Der unermüdliche Fleiß zahlt sich aus. Mit ihrem Handicap von -0,5 war es kein Problem, auf den IAM-Zug in heimischen Gefilden aufzuspringen. Und hier will sie es ungleich besser machen als im Vorjahr in Heilbronn-Hohenlohe, wo es mit dem angestrebten Cut nicht geklappt hatte. Ein Jahr zuvor in Ulm war es Anna, die im Mülheimer Regionalliga-Team spielt, trefflich gelungen. Ihre beste Runde hat sie übrigens in Düsseldorf gespielt. Da standen imponierende 68 Schläge zu Buche.

Der Coach spielt im kleinen Gefüge eine gewichtige Rolle. „Patrick hat ganz großen Anteil am Erfolg. Er hat unendlich viel Geduld mit mir. Ja, wir sind ein gutes Team. Auch vom Club bekomme ich große Unterstützung“, betont die aufstrebende Spielerin, die jüngst bei der deutschen Lochspielmeisterschaft in Frankfurt/Main in einer spielstarken Gruppe den dritten Platz belegt und bereits bei internationale Turnieren in den Niederlanden (Pon Cat junior Open & International Dutch Ladies) und in der Schweiz (Swiss international Ladies) europäische Luft geatmet hat.

Mit Blick auf die Wetterverhältnisse gibt es bei der Mülheimer Spitzenspielerin erklärte Favoriten: „Ich mag Sonne, Windstille und wenn es angenehm warm ist.“ Die entsprechende Prognose für das internationale Turnier (die Brasilianerin Luiza Altmann und die mit einem poetischen Namen ausgestattete Isländerin Asta Birna Magnusdottir hatten die weiteste Anreise) liefert umgehend das Smartphone. „Sonne, 18 bis 21 Grad, das sind doch richtig gute Aussichten“, frohlockt die junge Dame. Viel Glück beim Heimspiel, Anna. Und viel Spaß.