Als Titelverteidiger am Start

Wenn vom 11. bis zum 15. Februar in Leuven/Belgien die Mixed-Team-Europameisterschaft ausgetragen wird, geht die Auswahl des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) erstmals in der Geschichte des im Jahr 1972 eingeführten Wettbewerbs als Titelverteidiger an den Start: 2013, als das Turnier im russischen Ramenskoe durchgeführt würde, verzeichneten die deutschen Spielerinnen und Spieler durch einen 3:0-Erfolg im Finale gegen Dänemark einen historischen Sieg. Der Rekordchampion aus Nordeuropa hatte zuvor neunmal in Folge den Titel geholt und kommt insgesamt auf 14 Triumphe.

Dänemark gilt als Topfavorit

Bei der 2015er-Auflage der alle zwei Jahre stattfindenden Mixed-Team-EM gilt die Mannschaft aus Dänemark abermals als Top-Anwärter auf den Gewinn der Goldmedaille.

Dass der Auswahl des DBV eine erfolgreiche Titelverteidigung gelingt, erscheint schwierig – erst recht, nachdem sich Deutschlands Spitzenspieler im Herreneinzel, Marc Zwiebler (1. BC Bischmisheim), bei den 63. deutschen Einzelmeisterschaften (29. Januar bis 1. Februar) in der Endphase des Finalspiels so schwer im Bereich der rechten Wade verletzte, dass er auf eine Teilnahme an der Mixed-Team-EM verzichten muss. Nach ersten Untersuchungen erlitt der Weltranglisten-16., der sich trotz Schmerzen und eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten seinen achten nationalen Titel erkämpfte, einen Muskelfaserriss. Die Verantwortlichen nominierten daraufhin den deutschen Vizemeister Fabian Roth (TV Refrath) für das Turnier in Belgien nach.

„Favorit auf den Titelgewinn ist zweifelsohne Dänemark“, sagt Martin Kranitz. Zu den schärfsten Konkurrenten des deutschen Teams im Rennen um die – trotz des Ausfalls von Marc Zwiebler – angestrebte Medaille zählt der Sportdirektor des DBV neben Dänemark zudem England, Russland und die Mannschaft aus den Niederlanden. „Die Niederländer sind insbesondere im Doppel und im Mixed stark geworden“, erläutert Kranitz. Er fügt hinzu: „Allerdings dürfen wir unsere Gruppengegner auch nicht unterschätzen.“ 13 Badminton-Asse stehen im Aufgebot, sieben Herren und sechs Damen. Zu ihnen gehören Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim sowie die Mülheimerinnen Fabienne Deprez (BV Gifhorn) und Isabel Herttrich (PTSV Rosenheim).

Die Auswahl von Chef-Bundestrainer Holger Hasse muss sich in Leuven in der Vorrunde mit Spanien (Mittwoch, 11. Februar, 19 Uhr) und Schottland (Donnerstag, 12. Februar, 14.30 Uhr) auseinandersetzen. Die Mannschaften, die nach Abschluss der Gruppenphase Platz eins bzw. zwei belegen, ziehen ins Viertelfinale ein. Darin geht es im K.o.-System weiter.

Da bei der Mixed-Team-EM kein kleines Finale ausgetragen wird, erhalten beide Mannschaften,die im Halbfinale ausscheiden, eine Bronzemedaille. Vor zwei Jahren kamen England und Gastgeber Russland auf den geteilten dritten Platz.

Anders als bis einschließlich 2013 dürfen diesmal nicht alle Nationen an den Titelkämpfen teilnehmen, die Interesse daran bekundeten. Vielmehr ist das Teilnehmerfeld auf zwölf Teams begrenzt: Fünf Mannschaften qualifizierten sich direkt für die Veranstaltung in Leuven, die gewissermaßen eine Endrunde oder ein Finalturnier darstellt, die anderen Nationen mussten im Rahmen von Qualifikationsturnieren die übrigen sieben Tickets ausspielen.

Dass Deutschland in Belgien ein Team würde stellen dürfen, stand von vorneherein fest: Der Titelverteidiger ist bei der EM-Endrunde automatisch startberechtigt.

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