Europameisterschaft als großes Ziel
FECHTEN. Hannah Fenger und Natascha Gollan vom Fecht-Club Moers verstehen sich trotz Rivalität glänzend.
Fechten ist in erster Linie ein Einzelsport. Darum sind auch Hannah Fenger und Natascha Gollan vom Fechtclub Moers Rivalinnen - zumindest in der Theorie. Denn die beiden 15-Jährigen verstehen sich sehr gut, trotz des Konkurrenzkampfes. "Früher gab es manchmal Streit, wenn wir im Finale gegeneinander antreten mussten", erzählt Hannah. Das war besonders bei regionalen Turnieren oft der Fall. "Eigentlich hat immer eine von uns beiden gewonnen", erinnert sich Natascha. Mittlerweile kommt das seltener vor, denn sie treten jetzt häufig gegen internationale Gegner an. Dadurch ist das Niveau wesentlich höher, das Finale schwerer zu erreichen. "Besonders die Fechterinnen aus den USA sind stark", findet Natasha.
Mit dem Druck besser umgehen
Angst müssen die beiden Moerser Florettfechterinnen vor den Amerikanerinnen trotzdem nicht haben. Ihr Trainer Matthias Block sieht seine beiden Schützlinge klar an der deutschen Spitze. Sie seien aber noch ein wenig zu hysterisch. "Sie müssen noch lernen, ihre Nerven im Zaum zu halten und mit dem Druck besser umzugehen", fasst er ihre Schwächen zusammen.
Manchmal mangele es ein wenig an der Konzentration, besonders bei einem komfortablen Vorsprung setzen sie nicht entschlossen nach. Sehr zufrieden sei er aber mit dem Trainingseifer der beiden: "Auch wenn es mal nicht so gut läuft, die zwei stehen trotzdem immer wieder in der Halle." Daran sehe er, dass die beiden Schülerinnen "dahinter stehen" und viel erreichen wollen.
Viele Pokale gewinnen
Diese Motivation der beiden Fechterinnen hat einen simplen Grund: "Am Anfang wollten wir einfach möglichst viele Pokale gewinnen", geben sie zu. Natascha entdeckte als Fünfjährige die Trophäensammlung ihres Nachbarn und war davon begeistert: "Der hat meinen Bruder und mich dann zum Training mitgenommen."
Hannah spielte zunächst Tennis, folgte dann ebenfalls ihrem Bruder und tauschte Schläger gegen Florett. Damit haben beide ihrer Meinung nach die richtige Wahl getroffen: "Fechten war damals schon cool, weil es halt nicht jeder gemacht hat", finden sie.
Angst vor Verletzungen hatten und haben beide übrigens nicht. Schließlich seien sie durch Gesichtsmasken und spezielle Anzüge sehr gut geschützt. "Fußball zum Beispiel ist da wesentlich gefährlicher", ist auch Trainer Block sicher.
Mittlerweile sind die Drei ein eingespieltes Team. Bei der deutschen Meisterschaft der B-Jugendlichen konnten sie sogar den Sieg in der Mannschaftswertung für sich entscheiden und auch als "Einzelkämpferinnen" sind sie sehr erfolgreich.
Hannah gewann im Oktober Bronze bei einem internationalen Turnier in Samorin in der Slowakei, Natascha legte wenig später mit einem dritten Platz beim Turnier in Tauberbischofsheim und dem Sieg bei einem Qualifikationsturnier nach. Damit steht sie bereits auf Platz zwei der deutschen Rangliste und auch Hannah hat auf Platz sieben noch eine Chance auf die Teilnahme an der Europameisterschaft.
Die ist das große Ziel beider Fechterinnen. Und natürlich wollen sie gemeinsam dorthin - um das Finale erneut unter sich auszumachen.











