Wettbewerb : Der Meister kommt aus Asberg
Der TVA hat die Abstimmung im Internet gewonnen. Jetzt gibt's 1000 Euro und ein Training mit Bernard Dietz
Gleich mehrere Finger zeigen auf „Ennatz”. Damit beantworten die Verantwortlichen beim TV Asberg eindeutig die Frage, worüber sie sich mehr gefreut haben: über den Trainingstag mit Bernard „Ennatz” Dietz oder über die 1000 Euro. Das hat der Moerser Klub gewonnen. Der TV Asberg 1897 ist nämlich – schon lange vor dem Ende der Saison – Meister.
Er wurde bei der großen Aktion der Redaktion per Internet-Abstimmung zum beliebtesten Amateur-Fußballverein am Niederrhein gewählt. Und dafür erhielt er nun den Gutschein über die 1000 Euro für Trainingsequipment und eben den Trainingstag für die Jugend mit „Ennatz”, Mannschaftskapitän und Europameister der deutschen Nationalmannschaft 1980.
Bereits die Vorrunde hatte Asberg als souveräner Sieger abgeschlossen, am Ende stand ein deutlicher Gewinn vor dem PSV Wesel und dem SV Haldern.
„Wir sind mächtig stolz”
„Wir sind mächtig stolz über das Engagement unserer Mitglieder, freuen uns sehr über dieses Ergebnis und danken der Redaktion für diese tolle Aktion”, freuen sich der Vereinsvorsitzende Frank Eichholz und Werner Dlugokinski, Fußball-Abteilungsleiter beim TVA.
Der Trainingstag soll nach Ostern über die Bühne – pardon – die Platzanlage des TV Asberg gehen. Vielleicht holt der Verein noch Stephan Paßlack oder einen anderen prominenten Kicker dazu. Sicher ist aber auf jeden Fall, dass der Klub an diesem Tag für ein riesiges Spektakel sorgen will. Die 1000 Euro fließen wahrscheinlich in Trainingsequipment für die Jugendfußballer.
Gut 800 Mitglieder hat der Klub, knapp 450 davon gehören der Fußball-Abteilung an, die sich derzeit auf 16 Jugend-, drei Senioren- und zwei Hobbymannschaften verteilen.
„Im vergangenen Jahr haben wir unter reger Beteiligung von Trainern, Eltern und älteren Junioren das Förderkonzept 2014 erarbeit”, sagt Dlugokinski. „Seit August 2009 arbeiten wir daran, Kinder und Jugendliche in ihrem Sport optimal zu fördern. Eckpunkte sind dabei die Trainerausbildung, die Kooperation mit dem Landessportbund im Bereich Integration von Migranten, dem Fußball-Verband-Niederrhein und eine enge Zusammenarbeit mit Schulen in der Umgebung. Auch wird eine Kooperation oder gar Fusion mit den Nachbarvereinen angestrebt, um auf lokaler Ebene die Kräfte zu bündeln”, erklärt der Abteilungsleiter weiter und nennt das Handball-Konzept „Moerser Adler HSG” vorbildlich.
In den Abendstunden wird es auf der Platzanlage eng
„Unser Problem ist jedoch die Platzanlage, die in den Abendstunden aus allen Nähten platzt”, kennt Dlugokinski aber auch ganz genau die Probleme. „ Durch die Ganztagsbetreuung auch an den Grundschulen können viele Kinder erst spät dem außerschulischen Sport nachkommen. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Mannschaften die Plätze in den frühen Abendstunden nutzen müssen und sich dem zufolge alles in einem kleinen Zeitfenster konzentriert.”
Der TV Asberg hat mehr als 30 ehrenamtliche Trainer und Betreuer. Am Wochenende werden oft acht bis zwölf Heimspiele auf der Platzanlage an der Asberger Straße 172 ausgetragen. Mit einen Aschen- und einem Naturrasenplatz – ohne Flutlicht – sei das zumindest in den dunkleren Jahreszeiten kaum zu bewältigen.
Seit September des vergangenen Jahres registriert der Verein außerdem einen hohen Zulauf von Kindern, wodurch die Kapazitätsgrenzen beinahe erreicht sind. Im Sommer wird der Naturrasenplatz noch mit den TVA-Faustballern geteilt, die in der zweiten Bundesliga spielen.
Nachfrage von Fußball spielenden Mädchen
Und die Asberger wollen auch die gestiegene Nachfrage von Mädchen befriedigen, die ebenfalls Fußball spielen möchten. „In der heutigen Zeit halten wir es gesellschaftspolitisch für unverantwortlich, Kinder, die Sport treiben wollen, nicht aufnehmen zu können. Hier muss die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Die Arbeit für die Kinder und Jugendlichen erledigen wir gern”, versichert Dlugokinski.
Gleichzeitig weist er auf die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer im Juni und Juli in Südafrika und die Frauen-WM 2011 in Deutschland hin. „Wie wir aus Erfahrung wissen, wird es dann erneut einen Run auf die Vereine geben”.
Um dem bestehenden und dem erwarteten Zulauf Herr werden zu können, haben sich die Verantwortlichen beim TV Asberg in einem internen Kreis zusammengesetzt und die Möglichkeit diskutiert, „den Naturrasenplatz in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln, um diesen ganzjährig nutzen zu können oder ob zu den beiden vorhandenen Plätzen ein zusätzlicher Kunstrasenplatz gebaut werden kann”, sagt der Abteilungschef. Dadurch könnte beim TV Asberg – wie bei anderen Vereinen auch – gespielt werden, wenn andere Plätze wegen des Wetters gesperrt sind.
Eine große Portion Eigenleistung
„Da die Kassen der Stadt aber leer sind, wird dieses Projekt wohl nur mit einer großen Portion Eigenleistung zu stemmen sein”, stellt Werner Dlugokinski viel Arbeit in Aussicht. „Aber mit dem Engagement, mit dem viele Mitglieder zum Titel 'Meisterverein' beigetragen haben, scheuen wir die bevorstehenden Aufgaben nicht.” Und der Gewinn der Aktion hilft dem TVA sicher bei den ehrgeizigen Plänen.












