Zusammenhalt in schwerer Stunde

Beim Spiel für die Familie des verstorbenen VfL-Torhüters Oliver Gregorius hatte Jörg Förderer (links) seinen ersten Auftritt als OSC-Spielertrainer.Foto:Lars Heidrich
Beim Spiel für die Familie des verstorbenen VfL-Torhüters Oliver Gregorius hatte Jörg Förderer (links) seinen ersten Auftritt als OSC-Spielertrainer.Foto:Lars Heidrich

Der sportliche Wettkampf geriet für einen Moment in den Hintergrund. Die Menschlichkeit siegte.

Als kurz vor Weihnachten der Torwart der zweiten Mannschaft des VfL Rheinhausen, Oliver Gregorius, während des Bezirksligaspiels beim ETuS Wedau mit einem Herzinfarkt zusammenbrach und vier Tage später im Krankenhaus starb, rückte die Handballszene am Niederrhein eng zusammen. Dienstagabend trafen sich nun Drittligist SG OSC Löwen und die erste Mannschaft des VfL, sonst in der Landesliga zu Hause, in der Halle an der Krefelder Straße zu einem Benefizspiel, dass die SG am Ende deutlich mit 30:12 (12:7) gewann.

Doch das Spielergebnis interessierte niemanden. Wichtiger waren die Einnahmen des Abends, die der Familie des Verstorbenen zu Gute kommen werden. Schiedsrichter und Sanitäter verzichteten auf ihre Gagen. Das Geld floss ebenso in den Spendentopf, wie die Eintrittsgelder der rund 500 Zuschauer.

Faire Begegnung

Bereits vor dem Spiel wurde der besondere Charakter dieser fairen Begegnung deutlich: Beide Mannschaften betraten gemeinsam die Halle und zeigten für einen Moment mit einem symbolischen Schulterschluss, dass die Handballszene in schweren Zeiten zusammenhält.

Darauf verwies auch SG-Spielertrainer Jörg Förderer nach der Partie: „Für uns war es selbstverständlich, dieses Benefizspiel auszutragen. Ich habe selber schon in jungen Jahren Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Das ist vor allem deswegen bitter, weil man sonst ja Sport zur Erhaltung der Gesundheit macht. Neben dem karikativen Zweck war es uns wichtig, der neuen Formation eine Gelegenheit zum Einspielen zu geben“, musste Förderer feststellen, dass es nach dem langfristigen Ausfall von Kevin-Christopher Brüren und dem Abgang von Felix Handschke noch an einigen Stellen klemmt.

Das war den Fans egal. Die bejubelten nahezu jeden Treffer mit Applaus. Genau wie die von den Torhütern abgewehrten Versuche. Eben jene Torhüter – drei auf Seiten des VfL, zwei bei der SG – zeigten ihre Solidarität mit dem Verstorbenen während der gesamten Partie stellvertretend für alle Anwesenden: Jeder der fünf trug ein Trikot mit der Rückennummer 71, dem Geburtsjahr und die ständige Trikotnummer von Oliver Gregorius. Vorne zierte der Aufdruck „Mono“ die Leibchen, in Erinnerung an den Spitznamen des Verstorbenen.

Sven Petersen, sonst Spieler des VfL, derzeit aber als Trainerersatz für den erkrankten Chefcoach Martin Gräfen im Einsatz, war am Ende zufrieden: „Wer hätte gedacht, dass wir nach der ersten Hälfte nur mit 7:12 gegen einen Drittligisten zurückliegen? Uns hat es ein wenig an Durchschlagskraft gemangelt, aber insgesamt haben wir uns den Zuschauern doch über 60 Minuten als attraktiver Gegner präsentiert.“ Am Ende ging dem Landesligisten die Kräfte aus, der in den letzten 20 Minuten kein Tor mehr warf. Doch das interessierte niemanden.