Wolfgang und Thomas Ritte sind Europameister

Thoms, Ute und Wolfgang Ritte freuen sich über ihre sechs Medaillen bei den Hallen-Europameisterschaften.
Thoms, Ute und Wolfgang Ritte freuen sich über ihre sechs Medaillen bei den Hallen-Europameisterschaften.

An den 10. Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun nahmen jetzt auch Ute, Wolfgang und Thomas Ritte teil.

Die Geburtsstadt von Nikolaus Kopernikus verfügt über eine der schönsten Leichtathletikhallen in Europa. Und die Familie Ritte war wieder einmal in Medaillenlaune. Sechsmal nahmen sie Edelmetall mit nach Hause.

Insgesamt 40 Nationen hatten knapp 2500 Leichtathleten gemeldet. Darunter das Moerser Trio. Alle drei hatten vier Wochen zuvor bei den deutschen Seniorenmeisterschaften in Erfurt in ihrer Altersklasse jeweils den Titel in ihrer Spezialdisziplin gewonnen und galten auch bei diesen Europameisterschaften als Favoriten. Eine Rolle, der alle drei gerecht wurden – auch in der „ritterschen Spezialdisziplin“, dem Stabhochsprung.

Anfangshöhe reicht für Thomas Ritte

Dies galt insbesondere für Thomas Ritte. Schon nach seinem gelungenen Versuch über seine Anfangshöhe von 4,40 m stand er als neuer Europameister fest und verwies Marco Kopp und den polnischen Lokalmatador Arkadiusz Grelewicz auf die Plätze zwei und drei. Nachdem der Unfallchirurg des St. Josef-Krankenhauses im zweiten Versuch auch die 4,60 m überqueren konnte, ließ er die Latte auf 4,80 m legen und scheiterte – besonders im zweiten Versuch – sehr knapp an dieser Championship-Rekordhöhe.

Den Meisterschaftsrekord in der Altersklasse der über 60-jährigen Leichtathleten konnte dagegen Wolfgang Ritte gleich zweimal verbessern. Bereits vor zwei Jahren in San Sebastian hatte er mit 3,80 m die bisherigen Bestmarke aufgestellt. In Torun gelang es ihm als Titelverteidiger nun diese Höhe zuerst auf 3,90 m und dann auch auf Anhieb auf 4,00 m zu steigern. Erst bei seinem Versuch, seinen eigenen Hallenweltrekord von 4,16 m um einen weiteren Zentimeter zu steigern, scheiterte er dreimal.

Erfolge auch im Sprint

Für die dritte Medaille im Stabhochsprung sorgte Ute Ritte. Ihr gelang es bis 2,50 m alle Höhen im ersten Versuch zu überspringen. An 2,60 m scheiterte die 63-Jährige jedoch dreimal und musste sich damit erneut der Britin Sue Yeomans, die schließlich noch 2,70 m übersprang, geschlagen geben.

Wolfgang und Thomas Ritte gingen in Torun auch im Hürdensprint an den Start. Sie hatten sich als Deutsche Meister über 60 m Hürden fest vorgenommen, das Finale zu erreichen. Das gelang Wolfgang Ritte als Sieger seines Semifinallaufs auch fast mühelos. Thomas hingegen musste in seinem Semifinale unter anderem gegen den haushohen Favoriten Liam Collins bereits alles geben und qualifizierte sich mit einer Zeit von 8,77 Sekunden schließlich als Dritter für das Finale. Im Endlauf konnte er sich erneut steigern und wurde mit persönlicher Jahresbestzeit (8,69) Fünfter.

Beim Einlaufen verletzt

Der Favorit im Hürdensprint der über 60-jährigen Athleten, Jouko Nikula aus Finnland, zog sich beim Einlaufen vor dem Finale eine Knieverletzung zu, so dass auch in dieser Disziplin die Aussichten auf einen Medaillenplatz für Wolfgang Ritte stiegen. Im Endlauf konnte sich der Moerser nach schlechtem Start bis zur letzten Hürde auf Platz zwei hinter dem Polen Sylwester Lorenz vorschieben, diesen knapp vor der Ziellinie auch noch abfangen und sich so nach dem Sieg im Stabhochsprung im Hürdensprint weiteres Gold sichern.

Verletzungspech bei den deutschen Sprinterinnen und Sprintern führte auch dazu, dass Ute und Wolfgang Ritte kurzfristig jeweils für die nationalen Sprintstaffeln über viermal 200 Meter nominiert wurden.

Beide liefen in ihren Staffeln ein beherztes Rennen und hatten großen Anteil daran, dass die deutsche Staffel der Frauen hinter Großbritannien und Schweden Bronze und die der Männer hinter Großbritannien und vor Polen Silber erringen konnte.