Veen ist auf der Suche nach der Heimstärke

Manchmal genügt schon eine einzige Partie, um die Laune doch beträchtlich zu steigern. Hätte der SSV Lüttingen am letzten Spieltag vor der Winterpause der Fußball-Kreisliga A seine Rückfahrt aus Asterlagen mit einem Sieg antreten dürfen, hätte die Mannschaft sich auf dem siebten Rang der Tabelle wieder gefunden. Pustekuchen, nach dem 0:2 war’s nichts mit dem Riesensatz.

Der SSV überwintert als Zwölfter und mit einem nur eingeschränkt zufriedenen Trainer. „Die 22 Punkte, die möglich waren, hätten ein kleines Polster sein können. So sind es 19, und wir stecken weiter in der Nähe der Abstiegsplätze“, sagt Thomas Haal nach seinen ersten sechs Monaten als Coach der Fischerdörfler, in denen seine Auswahl mehr Rückschläge, denn Erfolge verzeichnete. Sechs Siege stehen zehn Niederlagen gegenüber,

50 Gegentore für Lüttingen

50 Gegentore weisen darauf hin, dass Lüttingens Weg zu einem Topteam noch weit ist. Allein 31 Treffer schenkten die sechs Mannschaften aus dem ersten Ligadrittel dem SSV ein. „Wir werden die Winterpause nutzen, um einige Fehler auszubügeln“, erklärt Haal auch mit Blick auf das gut gefüllte „Sanatorium“. Björn Hopmann (Mittelfußbruch), Fabian Bender und Daniel Derpmann (beide mit Bänderrissen), Dennis Lipki (Knochenprellung) und Bastian Johann (Schienbeinentzündung) werden sehnlichst zurückerwartet. „Wir haben noch einiges zu tun“, sagt Haal, der die bislang verkorkste Saison in der ersten Tabellenhälfte beenden möchte.

Eine Entwicklung zum Guten hat Ulf Deutz, Trainer von Borussia Veen, bei seinem Team ausgemacht. Nach turbulentem Saisonbeginn mit zwei 1:6-Klatschen hat sich die Auswahl der „Krähen“ geschüttelt und sortiert. „Die Mannschaft ist im Laufe der Hinrunde gereift und hat ihre Ordnung gefunden“, bescheinigt Deutz seiner „Teenager-Auswahl“ durchaus Qualitäten.

Dem jüngsten Team der Liga genügten drei Tore, um Siege gegen Lüttingen sowie den GSV und MSV Moers einzufahren. Das 5:2 beim TB Rheinhausen war da schon ein richtiges Schützenfest. „Es steckt einiges in der Mannschaft“, weist Deutz auch auf die überwiegend guten Eindrücke gegen die Topteams hin. „Wir hatten fast immer unsere Chancen, aber ein Stück Cleverness fehlt noch.“

Und das insbesondere im Stadion am Halfmannsweg, der Heimstätte der Borussia, wo es bislang nur einen Sieg gab. „Wir tun uns im Moment auswärts noch leichter, wenn wir das Spiel nicht machen müssen“, weiß der Trainer, woran zu arbeiten sein wird, um das gesteckte Ziel (40 Punkte) zu erreichen. Bis jetzt sind es 18 Zähler, die das Veener Team auf dem 14. Rang überwintern lassen.

Ein Zähler aus sechs Spielen

Drei Punkte und zwei Plätze dahinter findet sich der SV Budberg II wieder. Nach nur einem Zähler aus den ersten sechs Begegnungen gab es mit drei Siegen in Folge zwar einen kleinen Höhenflug, der im November aber beendet, spätestens mit dem 0:7 im letzten Spiel gegen Alemannia Kamp vergessen war und den SVB II einmal mehr auf einem Abstiegsrang überwintern lässt.

Trainer Michael von Zabiensky darf aber auch auf das Verletzungspech hinweisen. Gleich 40 Spieler musste der Coach einsetzen, an Kontinuität und eine eingespielte Auswahl war da nicht zu denken. In allen Spielen dabei war lediglich Youngster Kai Mares, der mit seinen 19 Jahren und gerade aus den A-Junioren aufgerückt schon zum unverzichtbaren Dauerläufer im Team avancierte.