Uerdingen jubelt nach Derbykrimi in Lintfort

Seine drei Punkte reichten nicht: Björn Wagner (rechts) beim Korbversuch gegen Uerdingen.Foto:Christoph Karl Banski
Seine drei Punkte reichten nicht: Björn Wagner (rechts) beim Korbversuch gegen Uerdingen.Foto:Christoph Karl Banski

Diesen Heimspieltag sollten die Basketballer der BG Lintfort möglichst schnell vergessen. Die erste Herrenmannschaft unterlag in der 2. Regionalliga dem Nachbarn Bayer Uerdingen denkbar knapp mit 68:71(36:36), und die Zweite verlor in der Landesliga trotz einer erstklassigen Aufholjagd gegen KultSport Wuppertal mit 73:75(31:37) noch knapper.

Schlimm für das Team um BGL-Trainer Tobias Liebke, dass sich Uerdingen äußerst glücklich und damit auch unverdient durchsetzen konnte. Während Bayer Uerdingen nun aktueller Dritter der Regionalliga-Tabelle ist, hat die BG Lintfort nun mit vier Siegen Rückstand auf das rettende Ufer nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

Lintfort kämpfte leidenschaftlich, hatte anders als im Hinspiel die beiden bezahlten Bayer-Akteure Mike Daniyelyan und Lukas Kazlauskas weitgehend im Griff. Doch Sekunden vor dem Ende gab es den entscheidenden Gegentreffer – ohne Konterchance.

Till Achtermeier muss passen

Coach Liebke hatte kurz vor der Partie erneut seinen Kader umstellen müssen. Till Achtermeier fehlte aus persönlichen Gründen, Joel Aminu bekam seine Knieprobleme nicht rechtzeitig in den Griff. Dadurch rutschten Sebastian Götzen und Maurice Schöter in den Kader.

Auf Uerdinger Seite fehlten ebenfalls drei Akteure, doch der Gäste-Kader ist einfach breiter aufgestellt.

Dennoch gab der Gastgeber in den ersten zehn Minuten den Ton an. Uerdingen wurde zu schwierigen Würfen gezwungen, die oft am Ziel vorbei flogen. In der Offensive drückte Lintfort den Gästen seinen Rhythmus auf. Doch es wurde ein schweres Unterfangen.

Daniyelyan bewies im zweiten Durchgang zwar nun häufiger seine Klasse und Wurfsicherheit, doch die BGL hielt weiter mit. Uerdingen verlor die Nerven, meckerte beim souveränen Schiedsrichtergespann. Die 200 Zuschauer in der Glückauf-Halle sahen ein tolles Spiel

Doch die Gäste kamen besser aus der Pause. Lintfort erzielte in den ersten fünf Minuten des dritten Abschnitts nur zwei Punkte. Doch am Ende hieß es 51:51. Und das Schlussviertel war an Spannung nicht mehr zu überbieten.

Ständig wechselnde Führungen, Michael Schmak hielt mit zwei spektakulären Dreiern die Gastgeber im Spiel. Doch die Aufholjagd und das hohe Tempo forderten ihren Tribut. Der BGL ging die Puste aus – zwanzig Sekunden vor dem Ende hatte das Team beim 58:58 Ballbesitz und den Sieg vor Augen. Janosch Feige wurde clever freigespielt, zog mit der letzten Kraft zum Korb und wurde hart angegangen. Doch der Pfiff blieb aus.

So spielte Daniyelyans seine Routine aus, versenkte in größter Bedrängnis sechs Sekunden vor dem Ende einen Dreipunktwurf im BGL-Korb.

„Was soll ich sagen? Das ist schlicht und einfach bitter“, meinte Liebke, nachdem er erst einmal durchgeschnauft und sich gesammelt hatte. „Wir hatten einen klaren defensiven Plan, an den wir uns über die komplette Spielzeit gehalten haben. Davon bin ich total begeistert. Ein Kompliment ans Team. Leider haben wir bedingt durch den großen Krafteinsatz in manchen Situationen vor dem Korb die nötige Ruhe vermissen lassen. Es tut mir unglaublich leid für die Jungs, dass wir uns heute nicht belohnen konnten. Eigentlich wären wir der verdiente Sieger gewesen. Letztlich bleibt uns jetzt aber dennoch nichts anderes übrig, als uns wieder aufzurichten und solange weiter zu kämpfen, bis die Saison vorüber ist.“

BGL: Schmak (19), Kower (12), Krüger, Wittich (je 10), Feige (8), Th. Achtermeier (4), Wagner (3), Middeldorf, Durdel (je 1).

Bis zum Schluss Paroli geboten

Enttäuschung herrschte auch bei Lintfort II: Das Team von BGL-Coach hatte den Tabellendritten KultSport Wuppertal am Rande einer Verlängerung. Über eine gute Anfangsphase und ein konzentriert-diszipliniertes Auftreten boten die Gastgeber dem Favoriten aus Wuppertal bis zum Schluss Paroli.

Am Ende egalisierte die Lintforter Reserve in den letzten zwei Minuten einen Acht-Punkt-Rückstand, die Gäste gingen wieder in Führung, der BGL blieben noch 0,8 Sekunden für den Ausgleich. Im Basketball bedeutet dies, dass der Ball nach Einwurf nur noch getippt werden darf, einen ordentlichen Wurf verbot schon die Regel.

Wittich nahm eine Auszeit, seine Jungs verstanden seinen Plan: Max Middeldorf warf den Einwurf hoch Richtung Korb, Nemanja Malesevic kam angeflogen, wollte die Kugel durch den Ring drücken. Doch der einzige, der nicht mitspielte, war der Ball, der nicht durch die Reuse fiel. Die Gäste gewannen glücklich.

BGL II: Malesevic (21), Schöter (15), Middeldorf (11), Tiggelkamp (9), Durdel (8), Illbruck (6), Minrath (2), Vertlugov (1).