TuS Lintfort will die „wilden Katzen“ zähmen
21.10.2010 | 19:05 Uhr 2010-10-21T19:05:00+0200
Strahlende Gesichter, Zufriedenheit und auch ein wenig Stolz: Die Spielerinnen des TuS Lintfort haben am vergangenen Wochenende beim 32:32 gegen die TSG Wismar ihren ersten Punkt in der 2. Bundesliga eingefahren.
Dies ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber auch eine nette Momentaufnahme, die es zu genießen gilt. Der Ligaalltag geht indes weiter: Die Zechenstädterinnen treten am Sonntag (16 Uhr) beim SV Union Halle-Neustadt an.
Die heimischen „Wildcats“ können von einem erfolgreichen Saisonbeginn sprechen. Ordentliche 6:2 Punkte sind gleichbedeutend mit Tabellenplatz drei. Gleichwohl: Die Siege gegen Oyten, Magdeburg und Wolfsburg stammen allesamt gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller.
Defensive
Deckung
Lintfort trifft auf einen Kontrahenten, dessen körperliche Voraussetzungen ähnlich einzustufen ist. Waren es gegen Wismar noch die großen, kräftigen Spielerinnen, so sind es diesmal eher die kleinen, wuseligen, laufstarken Kräfte.
Halle bevorzugt in der Deckung eine defensive Variante, in der viel gearbeitet und gekämpft wird. Hinter dem Abwehrriegel steht mit Janice Fleischer eine reaktionsschnelle Torhüterin zwischen den Pfosten. Im Angriff kommt die mannschaftliche Geschlossenheit zum Tragen. Das Team agiert äußerst diszipliniert und konzepttreu. Der Ball läuft sicher und effizient durch die eigenen Reihen. Monic Burde ist die Antreiberin. Ihre Anspiele, insbesondere zum Kreis, sind gefürchtet. Ein weiterer Aktivposten im Rückraum: die Erstliga-erfahrene Simona Roubinkova.
Lintfort reist mit einem Koffer voller Sorgen an. Die Verletztenliste der Rückraumspielerinnen wird immer länger. Neben den langzeitverletzten Charlotte Raue und Felicia Idelberger sind weitere Spielerinnen angeschlagen. Vanessa Idelberger hat nach ihrer überragenden Vorstellung gegen die TSG Wismar (10 Tore) eine Stauchung am Daumen davongetragen. Eefje Huijsmans laboriert ohnehin schon an Sehnenentzündungen an beiden Füßen. Auch die Niederländerin hat eine schmerzhafte Erinnerung an das Wismar Spiel davongetragen. Ein Schlag ins Gesicht – ihre Gegenspielerin sah „Rot“ – zog einen Nasenbeinanbruch nach sich. Vanessa und Eefje werden zwar mitfahren, sind allerdings beide nicht fit.
„Halle-Neustadt ist eine hohe Hausnummer“, betont TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Aber ich denke, wir sind nicht ganz chancenlos.“ Den Spielerinnen muss es diesmal trotz der langen Busfahrt gelingen, den Spannungsbogen von Beginn an aufzubauen. Bisher war es bei den Auswärtsauftritten in Travemünde und Berlin so, dass die Mannschaft jeweils die Startphasen total verschlief und dann nicht mehr imstande war, die großen Rückstände aufzuholen.
„Das jüngste Erfolgserlebnis hat gut getan“, ergänzt Bettina Grenz-Klein. „Ich hoffe, es war ein Schub für das Selbstbewusstsein. Aber wir müssen in Halle die Ruhe bewahren. Aufgrund unserer Probleme im Rückraum sollte die Verantwortung auf noch mehr Schultern verteilt werden.“
Der Fanbus fährt am Sonntag um 8.45 Uhr vom Parkplatz der Eyller Sporthalle ab.
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