TuS Lintfort muss eine Reaktion zeigen

Ist angeschlagen: Harma van Kreij, hier beim Sprungwurf, reist zum Auswärtsspiel nach Köln.
Ist angeschlagen: Harma van Kreij, hier beim Sprungwurf, reist zum Auswärtsspiel nach Köln.
Foto: Christoph Karl Banski

Durchschnaufen, kurz inne halten und weiter geht’s. Die Drittliga-Handballerinnen des TuS Lintfort befinden sich in dieser Woche im Dauerstress. Es gibt kaum Zeit die schmerzliche 23:26-Niederlage vom Mittwochabend in Leverkusen aufzuarbeiten (wir berichteten), geschweige sich großartig zu ärgern. Denn, die nächste, schwere Standortbestimmung wartet bereits. Die Schützlinge von Trainerin Bettina Grenz-Klein treten Samstag um 19.30 Uhr, beim 1. FC Köln an.

Das spannende Titelrennen hat Fahrt aufgenommen: Das Führungsquartett misst untereinander die Kräfte. Die Partie Köln (27:9 Punkte) gegen Lintfort (28:8) darf sich „nur“ Verfolgerduell nennen. Zum absoluten Top-Spiel kommt es zwischen Kleenheim und Bretzenheim (beide 30:6 Zähler). Rechenspielchen werden nun zahlreich aufgestellt. Fakt ist aber: Will Lintfort im Geschäft bleiben, so sollte die zweite Niederlage in Serie tunlichst vermieden werden.

Defensive Deckung

Doch der Druck wächst gleichermaßen. Es wird sich schnell zeigen, wer mit dieser Situation besser umgeht – Köln oder Lintfort.

Die Gastgeberinnen stellen eine intakte Truppe, die an guten Tagen jedem Gegner gefährlich werden kann. Die Verteidigung ist zumeist auf eine defensive 6:0-Variante abgestimmt. Sophia Kochs, die ehemalige TuS-Torhüterin, ist ein gewohnt sicherer und reaktionsschneller Rückhalt auf der Linie.

Aber auch im FC-Angriff ziehen zwei ehemalige TuS-Spielerinnen die Strippen: Die Idelberger-Schwestern Vanessa und Felicia tragen einen Großteil der Verantwortung, sind wichtige Schaltzentralen im Rückraum.

„Ich denke, in diesem Spitzenspiel ist alles möglich“, erklärt TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Es sind immer besondere Spiele. Meine Mannschaft hat sich insbesondere bei den Begegnungen in Köln oftmals schwer getan.“

Der TuS Lintfort muss die jüngste Schlappe in Leverkusen schnell aus den Köpfen bekommen. Wichtig wird sein, dass die Defensive steht. „Wir benötigen unbedingt einen stabilen Auftritt über die gesamten 60 Minuten“, so Bettina Grenz-Klein. „Es ist wichtig das unsere Abwehr funktioniert, hellwach agiert und sich nicht überraschen lässt.“

Die TuS-Spielerinnen haben in vielen Spielen bewiesen, dass ihnen die Deckungsarbeit liegt. Die nötige Kampfkraft ist zweifelsohne vorhanden, sowie Aggressivität und Moral.

Bei den Angriffsstrukturen hingegen ist Spielraum nach oben vorhanden: Es müssen einfach mehr Spielerinnen wichtige Verantwortung übernehmen, sprich Torgefahr ausstrahlen. Zu oft muss Harma van Kreij aus dem Rückraum in die Bresche springen. Der jungen Holländerin fehlt die Unterstützung ihrer Mitspielerinnen, die für Entlastung sorgen.

„Für meine Mannschaft wird es ganz schwer in Köln zu bestehen“, beschließt Bettina Grenz-Klein. „Ich hoffe auf eine gewohnt gute Leistung, trotz der kurzen Erholungspause.“.