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Volleyball / DVV-Pokal

Traum-Halbfinale für die Adler

26.12.2011 | 16:19 Uhr
Traum-Halbfinale für die Adler

Es hätte für Volleyball-Bundesligist Moerser SC mit dem ungeschlagenen Bundesliga-Tabellenführer Generali Haching schlimmer kommen können, es hätte mit dem TV Bühl aber auch besser kommen können Nach der Glanzvorstellung im Viertelfinale gegen evivo Düren (3:0) hatten die MSC-Fans auf ein günstiges Los für das Halbfinale des DVV-Pokals gehofft – leider zog die Glückgöttin Fortuna aber den amtierenden Deutschen Meister Friedrichshafen aus dem Hut.

So muss der MSC heute Abend ab 19.30 Uhr in der RWE-Halle in Mülheim gegen die „Häfler“ ran – eine fast unlösbare Aufgabe. Die Gäste haben in dieser Saison wieder ein starkes Team beisammen und gelten erneut als Favorit für die Meisterschaft.

Allerdings schwächelte die Mannschaft von Trainer Stelian Moculescu in dieser Saison bereits einige Male. Bereits drei Niederlagen verzeichnet das Team vom Bodensee, ist nur durch zwei Minuspunkte in der Tabelle vom MSC getrennt und vermochte auch in der Bundesliga nur einen knappen 3:2-Sieg gegen die „Adler“ zu holen.

Knappe Niederlage in der Liga

Allerdings war die Mannschaft damals nicht komplett: Ex-MSC Akteur Nikola Rosic – extrem wichtig für die stabile Annahme beim Meister – sowie der Außenangreifer Milos Vemic fehlten wegen Verpflichtungen für die serbische Nationalmannschaft. So taten sich die Friedrichshafener recht schwer. Heute wird die Mannschaft jedoch komplett antreten und versuchen, den Weg ins Pokalfinale zu finden. Für das Friedrichshafener Ziel kommt Moers als Mannschaft aus dem Mittelfeld gerade zur richtigen Zeit.

Die Moerser Mannschaft „muss die Dinge nehmen wie sie kommen“ (Abteilungsleiter Heinz Reintges) und hat sich einiges vorgenommen. Trainer Chang Cheng Liu hat das Team darauf hingewiesen, dass eine großartige Tradition und eine Titelsammlung das Eine sind - die aktuelle Tagesform und der Wille, jede Chance zu nutzen, das andere. Liu: „Eine große Tradition hat der MSC auch – mit Meisterschaft und Pokalsiegen. Dafür können wir uns jetzt nichts mehr kaufen. Friedrichshafen ist natürlich in einer besseren Ausgangsposition – aber jetzt zählen die Erfolge der Vergangenheit nicht viel. Das, was sie am Dienstag bringen, das zählt.“

So ist man in Moers der Meinung, dass man im Pokal-Halbfinale durchaus ein neues Kapitel aufschlagen kann. Ob das Spiel eine Begegnung nach dem Motto „Du hast keine Chance, also nutze sie“ wird oder ob sich die Tagesform für einen Sieg nutzen lässt, kann niemand vorhersagen. Als Friedrichshafen in Gotha verlor, hatte dieses Ergebnis vorher auch niemand auf der Rechnung.

Fest steht, dass Glücksgöttin Fortuna in diesem Jahr mit bemerkenswerter Weitsicht für die Favoriten Haching und Friedrichshafen den Weg frei gemacht ins Finale nach Halle/Westfalen, wo der Moerser SC bereits dreimal antreten konnte. Es sieht so aus, als ob sich im März im Pokalfinale erneut Haching und Friedrichhafen treffen werden. Die Paarung Moers-Bühl gilt als unwahrscheinlich.

Der MSC will jedoch jede Chance nutzen. Die Mannschaft trainierte in der Vor-Weihnachtswoche intensiv, machte nur am ersten Feiertag Pause und nahm gestern „die Arbeit“ wieder auf. Eigentlich wollte Liu an jedem Tag trainieren. Liu: „Als wir 2010 im Halbfinale gegen Haching standen, haben die uns erzählt, dass sie über Weihnachten an jedem Tag trainiert haben – so hätte ich es eigentlich auch gerne gehabt. Ich möchte alles versucht haben.“

Vielleicht hilft den Moersern das Erscheinen von Ex-Adler Ralph Bergmann, der wie in den Vorjahren als offizieller „Pokalbotschafter“ dabei ist. Bergmann zum Halbfinale: „Ich bin zwar kein Prophet, aber Haching gegen Bühl ist eine klare Kiste für den Titelverteidiger, und auch Friedrichshafen sehe ich als Favorit.“ Nach Bergmann ist die Bedeutung des Finals in Ostwestfalen seit der Entscheidung pro Gerry-Weber-Stadion immens gestiegen: „Die Atmosphäre ist grandios, egal wer im Finale steht.“ In Moers neigt man allerdings zu der Überzeugung, dass die Atmosphäre noch grandioser wäre, wenn die „Adler“ dabei wären.

Verzichten muss der MSC vorerst auf Mittelblocker Henning Wegter, der heute operiert wird. Er leidet seit der Juniorenzeit an einer „Bandscheibengeschichte“, die sich nun so verschlimmert hat, dass ein Eingriff nötig ist. Wegter wird nach Aussage des Arztes mindesten vier Wochen ausfallen. Damit wird er beim Pokalhalbfinale fehlen, zum anderen fällt er im Januar 2012 aus. Während der MSC im Dezember nur ein Spiel (am 30.12) in der Bundesliga zu absolvieren hat, folgen im Januar gleich sechs Partien ohne Wegter.

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