SV Budberg schaut nicht auf die Tabelle

Für „Richy“ Leutl (rechts) und die anderen Budberger wird es äußerst schwer, in der Rückrunde den Gang in die A-Liga zu verhindern. Jan Beerens (linkls) ist hier im Kopfballduell gegen einen Spieler aus Waldniel zu sehen.
Für „Richy“ Leutl (rechts) und die anderen Budberger wird es äußerst schwer, in der Rückrunde den Gang in die A-Liga zu verhindern. Jan Beerens (linkls) ist hier im Kopfballduell gegen einen Spieler aus Waldniel zu sehen.
Foto: Busch, Franz-Heinrich sen.

Für den SV Budberg verlief die Hinrunde der Fußball-Bezirksliga überhaupt nicht nach Plan. Nach dem Landesliga-Abstieg 2013 und zahlreichen Abgängen hatte Trainer Pattty Jetten eine junge, hungrige Mannschaft geformt, die 2014 einen guten sechsten Platz erreichte. Der Coach ging daher optimistisch in die jetzige Spielzeit. Doch schnell machte sich Ernüchterung breit. Mit nur elf Zählern auf der Habenseite ging’s in die Winterpause, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt bereits elf Punkte. Es wird demnach sehr schwer, 2015 den Gang in die A-Liga zu verhindern.

Erster „Dreier“ gegen Bracht

Der erste „Dreier“ in der Gruppe 4 gelang erst am sechsten Spieltag über den TSF Bracht (3:1). Weitere Erfolge gab’s nur noch gegen den Vorletzten Linner SV (4:2) sowie Schlusslicht SV Veert (4:0). Laut Jetten hätten seine Schützlinge mehr Punkte verdient: „Mindestens in sechs weiteren Spielen hätten wir auch als Sieger vom Platz gehen können. Denn da waren wir sogar besser als der Gegner.“

Er verweist auf die Partien beim SC Schiefbahn, Fichte Lintfort und Fortuna Dilkrath und auf die Heimbegegnungen gegen DJK Willich und Rhenania Hinsbeck. Warum es in diesen Partien nicht zu einem Erfolgserlebnis reichte, macht der Coach in seiner Analyse deutlich: „Uns fehlt ein Knipser. Wir erspielen uns viele gute Möglichkeiten, aber verwerten zu wenige Chancen. Hinzu kommt, dass meine Spieler zu brav sind. Wir machen überhaupt keine taktischen Fouls, und durch zu viele individuelle Fehler bekommen wir dann die Gegentore und gelangen auf die Verliererstraße.“ Jetten findet, dass die Bezirksligen durch die Reform stärker besetzt sind als in der Vorsaison. „Unsere Gruppe ist viel stärker geworden.“

Das Budberg keinen Torjäger hat, zeigt die Statistik der erfolgreichsten Schützen. Mit Devin Warnke, Tim Pacynski, Benedikt Franke, Kevin Carrion Torrejon und Marcel Bloemers haben gleich fünf Balltreter jeweils drei Treffer erzielt.

Großes Verletzungspech

Desweiteren hatte der SVB großes Verletzungspech. Schon vor dem ersten Spieltag zog sich Keeper David Dohmen mit einer Kapselverletzung zu. Mario Balzer fehlt wegen Achillessehnenproblemen. Neuzugang Malte Geke riss sich bereits in der Vorbereitung das Kreuzband. Jan Kunzel laboriert an einer Schulterverletzung.

Ulf Albeck hat weiterhin Knieschmerzen und Ricardo Andrijewski mit muskulären Problemen zu kämpfen. Diese Ausfälle konnten die Budberger nicht kompensieren. Nur einmal war Jetten in der Lage, seine Wunschformation auflaufen zu lassen. Ansonsten war er Woche für Woche gezwungen, die Aufstellung zu ändern.

Aber der Übungsleiter und sein Trainerteam, die trotz der Misere nicht daran denken, ihre Ämter zur Verfügung zu stellen, schauen nur noch nach vorne. Denn sie haben ein großes Ziel – und das ist der Klassenerhalt.

„Ich habe meine Spieler mit einem klaren Auftrag in die Winterpause geschickt. Nach Weihnachten müssen sie sich eigenständig konditionell fitmachen, und dann werden wir Mitte Januar sehen, wer fit ist. Danach werden wir nur noch auf dem Platz arbeiten“, meint Jetten, der den Rückrundenstart als wegweisend bezeichnend. „Wir müssen zu Hause gegen Sonsbeck II und anschließend in Straelen punkten.“

Jetten, der auf der Suche nach Verstärkungen ist und schon Gespräche geführt hat, vermeidet es bewusst, seine Elf weiter unter Druck zu setzen: „Wir werden trotz der Abstiegssorgen auch nicht mehr auf die Tabelle gucken. Die Jungs sollen in der Rückrunde weiter befreit aufspielen und ihr Spiel dann auch durchziehen.“