Staubiges Spektakel
01.05.2011 | 20:27 Uhr 2011-05-01T20:27:00+0200
So muss es sein: Der ADAC-Motorclub 1950 Kamp-Lintfort feiert 60 Jahre erstklassigen Motorsport am 1. Mai – und der Wettergott feiert kräftig mit.
Allerdings dürften sich gestern bei dem Moto-Cross-Spektakel am Eyller Berg etliche der mehr als 5500 Besucher gefragt haben, ob ein kleiner, feiner Regenschauer entlang der anspruchsvollen Strecke nicht doch für ein etwas staubfreieres Umfeld gesorgt hätte. Doch das gehört eben dazu: fliegende Matschbrocken bei Regen, Staubwolken bei schönem Wetter. Die zahlreichen Helfer – ausgerüstet vom Garten- bis zum Feuerwehrschlauch – bemühten sich jedenfalls redlich, hatten alle Hände voll zu tun, die Bahn feucht zu halten. Mit mäßigem Erfolg.
Lärmschutz im
Kopfhörer-Format
Doch das hielt keinen Motorsport-Fan ab, die Hänge entlang der Strecke zu belagern – nach dem Motto: Moto-Cross als Familienausflug. Und zahlreiche kleinen Besucher waren mit Lärmschützern im Kopfhörer-Format ausgestattet. Konnten so die schrillen Vier-Takter und die brummenden Zwei-Takter besser ertragen.
Los ging es mit den Rennen bereits am Samstag. Nach dem Pflicht-Training der Jugend im Nordrhein MX-Cup wurden mittags dann die ersten Rennen gestartet. Und dabei ließ in der 85-Kubikmeter-Klasse gleich Maurice Wasilewski aus Sonsbeck mit seinem Tagessieg aufhorchen. In der höheren LK III-Klasse kam mit Yannick Mosch ein Nachwuchsfahrer aus Issum auf Platz zwei.
Was die „großen Jungs“ drauf haben, zeigten sie schließlich bei den Rennen am Sonntag. Davor sorgten aber die beiden Schweden Daniel Bodin und Morgan Carlson sowie der Tscheche Martin Koren für kollektives Luftanhalten bei den Zuschauern. Mit waghalsigen Sprüngen machte das Trio die mittlerweile zehnte Freestyle-Show zu einem echten Erlebnis.
Spannend wurde es dann, als die Quads für Punkte um die Deutsche Meisterschaft starteten. Der Niederländer Joe Maessen setzte sich nach zwei ersten Plätzen in den beiden Läufen vor seinem Landsmann Mike van Grinsven – Platz vier im ersten, Platz zwei im zweiten Lauf – und dem Tschechen David Tusl, der zweimal Dritter wurde, in Kamp-Lintfort durch.
Pech klebt am Auspuff
Der Trainingsschnellste Stefan Schreiber aus Winnenden hatte das Pech am Auspuff kleben. Nach einem kapitalen Motorschaden mit viel Rauch im ersten Lauf toppte er das im zweiten Durchgang. Auf Platz drei liegend kam zwei Runden vor Schluss diesmal noch Feuer dazu – und sein endgültiges Aus in diesem Wettbewerb.
Besser machten es die Solisten beim ADAC-Nordrhein-MX-Cup, LK I. Der neunfache Deutsche Amateur-Meister und vierfache Amateur-Europameister (2006, 2008, 2009 und 2010) Frank Jansen-Teitz aus Heinsberg holte sich in beiden Läufen Platz eins – stets vor Jürgen Küppers aus Grevenbroich. Dritter der Tageswertung wurde Tim Münchhofen aus Düsseldorf, der im zweiten Lauf Alexander Hübner aus Korschenbroich noch abhängen konnte. Der Lokalmatador Stefanos Stefanidis (Rheinberg) wurde trotz siebtschnellster Trainingszeit „nur“ 19., und Oliver Treeter (Rheurdt) war mit dem 26. Rang einen Platz besser als Ansga Kranen (Issum). Der Moerser Marc Lichtherz landete auf dem 31. Platz.
Spektakulär waren dann noch die Rennen der Seitenwagen-Veteranen. Jan Willem Nijland und Dennis Steenbergen (beide NL) setzten sich vor Patrick Nieuwenhuizen (NL) und Andreas Wohlert (Hückeswagen) und Peter Pitz (Wettenberg) und Daniel Groß (Nürmbrecht) durch. Haudegen Ralf Janßen, Sportleiter und stellvertretender Rennleiter des Kamp-Lintforter Veranstalters kam mit seinem Gespann-Kollegen Ulrich Gilsing auf den 26. Rang.
Doch nicht nur die Fahrer mussten jede Menge Staub schlucken. Auch die rund 70 Helfer des Motorclubs, die entlang der Strecke, bei der Verkehrsführung in ganz Kamp-Lintfort und beim Catering kräftig mit anpackten, waren gefordert.
Weit über 130
Helfer im Einsatz
Das Rote Kreuz (DRK) war mit 43 Leuten aus Kamp-Lintfort, Moers, Rheinberg, Alpen und Straelen/Geldern sowie vom DRK-Fernmeldedienst im Einsatz. Doch „außer einiger Blessuren“ sei alles ruhig gelaufen, so Sascha Weber, DRK-Einsatz- und Bereitschaftsleiter. Rund 20 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) waren nicht nur als Streckenposten aktiv sondern kümmerten sich auch noch um den Auf- und Abbau der Sprungrampe für die Freestyle-Show.
Bei solch einem traditionsreichen Spektakel darf dann selbst bei trockenem Wetter kein Staubkorn ins (Organisations-) Getriebe geraten.
0mitdiskutieren