Start frei zum ADAC 24-Stunden-Rennen

Der Arm amputierte Rennfahrer Wolfgang Müller fährt unter der Bewerbung des Vereins „Pro-Handicap“.
Der Arm amputierte Rennfahrer Wolfgang Müller fährt unter der Bewerbung des Vereins „Pro-Handicap“.
Foto: Farid Wagner

Die 43. Auflage des Internationalen ADAC 24-Stunden-Rennens steht am kommenden Wochenende an.

In der extrem kurzen Vorbereitungszeit haben die Aspiranten auf den Gesamtsieg peinlich darauf geachtet, ihre wahre Stärke nicht zu zeigen. Die brandneuen 2015er-Modelle des Audi R8 LMS kämpfen gegen die bewährten BMW Z4 GT3. Exzellent aussortierte Kundensport-Teams mit Mercedes-Benz SLS AMG GT3 und eine kleine Armada von Porsche 911 GT3 sind ebenfalls dabei. Vielleicht schlägt aber auch die Stunde eines der Newcomer. Aston Martin, Bentley, Lexus und Nissan haben durchaus konkurrenzfähige Fahrzeuge, darüber hinaus kommt der spektakuläre Prototyp SCG 003c des US-Amerikaners James Glickenhaus als Überraschungskandidat in Frage.

Zu den Kandidaten, welche sich durchaus berechtigte Chancen auf einen der Siegerpokale ausrechnen, gehört der Duisburger Lance David Arnold, der in diesem Jahr in die Fußstapfen der legendären „Bentley Boys“ tritt und einen der GT3-Boliden aus der britischen Edelschmiede pilotieren darf.

Wolfgang Müller für „Pro-Handicap“

Ebenfalls mit einem englischen Sportwagen tritt Norbert Bermes an. Der Krefelder ist schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Aston Martin-Langstreckenprojektes, hat aber für 2015 zusätzlich auch noch für den Start in einem Porsche Cayman seine Nennung abgegeben.

In den sogenannten „kleinen“ Klassen stellen sich ebenfalls Piloten vom Niederrhein der Herausforderung der Rennstrecke, die der ehemalige Formel 1-Fahrer Sir Jackie Stewart einst ehrfurchtsvoll „grüne Hölle“ taufte. So wechselt sich Jürgen Schulten zusammen mit dem ehemaligen DTM-Champion von 1984 und heutigen Opel-Rennleiter Volker Strycek am Steuer eines Opel Manta ab, der mit dem traditionellen Fuchsschwanz an der Antenne zu den absoluten Publikumslieblingen gehört. Besondere Aufmerksamkeit verdient schließlich das Engagement des Duisburgers Wolfgang Müller. Der armamputierte Rennfahrer setzt unter der Bewerbung des Vereins „Pro-Handicap“ einen speziell auf seine Bedürfnisse hin entwickelten Audi TT mit Turbomotor ein und hat sich für das lange Wochenende mit der ehemaligen Rallye-WM- und Dakar-Fahrerin Jutta Kleinschmidt sowie Sabine Podzus aus dem rheinischen Alfter gleich doppelte Frauenpower ins Team geholt.

Bereits beim 24h-Qualifikationsrennen und den zwei bisher ausgetragenen Läufen zur VLN Langstreckenmeisterschaft kreuzten viele Kontrahenten die Klingen. Ob sie dort jedoch schon ihr wahres Potenzial zeigten, ist unklar. So dürfen sich die Fans auf einen spannenden Schlagabtausch freuen. Und der ADAC Nordrhein als Veranstalter des Spektakels in der Eifel hat noch ein weiteres, echtes Ass im Ärmel: Mit der World Touring Car Championship (WTCC) kehrt nach langer Abstinenz eine FIA-Weltmeisterschaft auf die legendäre Nordschleife des Nürburgrings zurück. Das ADAC 24h-Classic, der Porsche Carrera Cup und die RCN Rundstrecken-Challenge runden das Programm ab.

Los geht es Donnerstag Nachmittag, wenn die etwa 160 Fahrzeuge zum freien Training erstmals die fast 25 Kilometer lange Gesamtstrecke unter die Räder nehmen. Aber die wahren Kräfteverhältnisse werden wohl erst im Rennen aufgedeckt, das Samstag, 16 Uhr, startet und Sonntag, um die gleiche Zeit, mit der schwarzweiß-karierten Flagge abgewunken wird.