Starke Vorstellung von Pia Ueltgesforth

Vor zwei Wochen wurde Pia Ueltgesforth zur Sportlerin des Jahres 2014 in Moers gewählt. Nun ließ sie in Paris auch sportlich wieder aufhorchen und kam beim internationalen Turnier bis ins Halbfinale.Foto:Christoph Karl Banski
Vor zwei Wochen wurde Pia Ueltgesforth zur Sportlerin des Jahres 2014 in Moers gewählt. Nun ließ sie in Paris auch sportlich wieder aufhorchen und kam beim internationalen Turnier bis ins Halbfinale.Foto:Christoph Karl Banski

Mit einem hervorragenden vierten Platz kehrte die Moerser Sportlerin des Jahres, Pia Ueltgesforth, vom Marathon-Fleuret 2015 in Paris zurück. Über 1200 Florett-Fechterinnen und Fechter in verschiedenen Altersklassen gingen beim weltgrößten Nachwuchsturnier in Paris an den Start.

Für die Sportlerinnen und Sportler des Fechtclubs Moers ist diese Veranstaltung eine willkommene Gelegenheit, Sport und Freizeit ideal zu kombinieren. „Wir sind aber nicht nur hier, um uns Paris anzuschauen“, lautete die Marschrichtung des Moerser Trainers Herbert Wagner.

Im Land der Musketiere

Neben den derzeitigen Vorzeigefechterinen Pia Ueltgesforth und Johanna Féron gingen Emily Klockhaus, Celine Pachmann, Hannah Schweikart und Merle Stieren bei den Mädchen an den Start, während bei den Jungen Nils Fabinger, Fabian Heuser, Gregor Branscheid und Niklas Stieren um Ruhm und Ehre im Land der Musketiere kämpften. „Auch wenn es in Paris derzeit keine Ranglistenpunkte gibt, so ist dies ein tolles Turnier, um sich mit den Besten der Welt in den jeweiligen Altersklassen zu messen“, so Herbert Wagner.

Alle Moerser Starter überstanden recht eindrucksvoll die Vorrunde. In der Zwischenrunde erwischte es mit Merle Stieren, Celine Pachmann, Emily Klockhaus und Hannah Schweikart gleich vier Moerser Fechterinnen in der Gruppe der Jüngsten. Johanna Féron belegte nach Vor- und Zwischenrunde Platz 33 und kam damit spielend in die K.o.-Runde.

Für das erste K.o.-Gefecht erhielt Féron ein Freilos. Anschließend musste sie nach einer Niederlage in der Runde der besten 64 gegen die Italienerin Agnese Scarascia Mugnozza in den Hoffnungslauf. Dort konnte sie die Französin Clemence Marcaillou mit 10:7 bezwingen und sich wieder ins Turnier fechten. Nach einer weiteren Niederlage gegen die Französin Josephine Fourniguet verbuchte sie einen knappen 10:8-Sieg über ihre Landsmännin Maike Erhard.

Im Anschluss traf Féron in der Runde der letzten 32 Fechterinnen auf Maxine Wong aus Singapur. Es entwickelte sich ein spannendes Gefecht, in dem Féron mit 7:8 den Kürzeren zog. „Johanna hat hier toll gekämpft und sich Platz 20 mehr als verdient“, so ein zufriedener Trainer Herbert Wagner.

Auch die Moerser Jungs erreichten die K.o.-Runde. Dort erwischten sie teilweise starke Gegner, und so unterlagen alle Moerser Starter in ihrem jeweils ersten Gefecht. So ging es für keinen der Wagner-Schützlinge in die Runde der letzten 128.

Ihre ausgezeichnete Verfassung stellte Pia Ueltgesforth bei den älteren Mädchen unter Beweis. Bereits nach der Vor- und Zwischenrunde ging sie an Nummer zwei gesetzt in die K.o.-Runde. In ihrem ersten Gefecht gab es einen knappen 12:11-Sieg über die Französin Melanie Caffier. Beim anschließenden 15:5-Erfolg über Alessandra Pisano aus Italien lies Pia Ueltgesforth kurz ihr Können aufblitzen. Wiederum 15:5 hieß es danach gegen Hilit Nhaise aus Israel. Ein 11:12 gegen die Russin Nikol Tyshler bedeutete für Ueltgesforth den unliebsamen Umweg über den Hoffnungslauf.

Mit Nervenstärke gewonnen

Dort konnte sie sich aber durch Siege über Johanna Völker aus Deutschland, Noemie Pieneau und Clemence Vissotzky, beide aus Frankreich, wieder zurück in die Hauptrunde kämpfen. Im Finale der letzten Acht traf sie nun wieder auf die Russin Tyshler, zeigte aber nun Nervenstärke und konnte das Gefecht mit 8:7 knapp für sich entscheiden.

Der Turnierverlauf raubte der jungen Moerserin allerdings die Kräfte, denn das anschließende Halbfinalgefecht verlor sie recht deutlich gegen die Französin Alice Recher, und auch im abschließenden Gefecht um Platz drei konnte sie der Italienerin Alessandra Pisano, die sie noch in der K.o.-Runde klar besiegt hatte, nichts mehr entgegen setzen. „Das war eine tolle Leistung von Pia“, lobte Trainer Wagner. „Sie konnte hier zeigen, dass sie auch international bestehen kann.“