Sonsbecker Jubel in der Nachspielzeit

Max Fuchs (rotes Trikot), hier gegen Bösinghoven im Einsatz, feierte gestern mit dem SV Sonsbeck den ersten Auswärtssieg der Saison.Foto:Ostermann, Olaf (oo)
Max Fuchs (rotes Trikot), hier gegen Bösinghoven im Einsatz, feierte gestern mit dem SV Sonsbeck den ersten Auswärtssieg der Saison.Foto:Ostermann, Olaf (oo)

Es gibt Siege auf dem Fußballplatz, die sind mehr wert als nur drei Punkte. Es sind die Erfolge, die neue Kräfte für die kommenden Aufgaben freisetzen und Mannschaften zusätzliches Selbstvertrauen geben können. Eine solche Partie liegt hinter dem um den Klassenerhalt kämpfenden Oberliga-Team des SV Sonsbeck. Die Schützlinge von Trainer Thomas Geist feierten gestern im Kellerduell bei VdS Nievenheim einen ganz wichtigen Auswärtserfolg.

Es war der ersten „Dreier“ in dieser Saison auf fremdem Geläuf. Der SVS setzte sich in einer dramatischen Schlussphase mit 2:1 (0:1) durch. Die Gäste standen nur noch zu neunt auf dem Feld, als Marvin Hitzek in der Nachspielzeit den vielumjubelten zweiten Sonsbecker Treffer erzielte. „Entscheidend war der Wille. Die Mannschaft wollte unbedingt gewinnen. Ich möchte ihr ein riesen Kompliment machen. Nun müsste nochmals ein Ruck durch die Truppe gehen“, resümierte der überglückliche Geist, der sich im Gegensatz zu vielen SVS-Anhängern mit der Schiedsrichter-Kritik zurückhielt.

Zwei Strafstöße verwehrt

So manche Entscheidung, die Christian Bock in Nievenheim fällte, war diskussionswürdig. Bei den Platzverweisen für Michael Müller und Lukas Vengels lag er allerdings richtig. Dafür versagte der Referee den Sonsbeckern zwei Elfmeter. Kurz vor dem Seitenwechsel wurde Bastian Grütter regelwidrig am Torschuss gehindert, in der zweiten Hälfte verlegte der Unparteiische ein Foul an Ajdin Mehinovic innerhalb des Strafraums hinter den Kreidestrich (61.). Doch das sind nur noch Randnotizen.

Den Gästen gelang es vor dem Seitenwechsel nicht, den Aufsteiger unter Druck zu setzen. Die einzige richtig gefährliche Chance vergab Felix Terlinden, der in Keeper Kelvin Sanchez seinen Meister fand (33.). Zu dem Zeitpunkt lief die Geist-Elf bereits 24 Minuten lang einem Rückstand hinterher. Tim Rohde war in der Anfangsphase im Fünfmeterraum an den Ball gekommen und hatte zum 1:0 eingeköpft. Schlussmann Ahmet Taner musste sich hier eine Mitschuld ankreiden lassen.

In der zweiten Hälfte bügelte der Torhüter aber seinen Fehler mit gleich mehreren starken Szenen aus. Überhaupt stand in Halbzeit zwei eine andere Sonsbecker Mannschaft auf dem Rasen. Die Gäste spielten bissig, aggressiv und traten offensivfreudiger auf. Das 1:1 durch Vengels per Kopf nach Vorarbeit von Hitzek sowie Grütter war hochverdient (56.). Ab der 67. Minute musste der SVS ohne Michael Müller auskommen. Der Kapitän hatte sich zwei gelbwürdige Fouls geleistet. Als dann auch noch Vengels Rot sah, nachdem er Pascal Tonou an der Strafraumgrenze festgehalten hatte, rückte der „Dreier“ in ganz weite Ferne. Die Gäste zogen sich weit zurück und schlugen den Ball nur noch lang nach vorne. Einer dieser Befreiungsangriffe führte zum 2:1. Fabian Wenten spielte auf Mehinovic, der Hitzek in Szene setzte. Der 19-Jährige behielt die Nerven und traf zum 2:1.

SV Sonsbeck: Taner; Müller, Vengels, Kürten, Hitzek, Grütter (85. Wenten), Schneider, Fuchs, Tißen (76. Özcan), Schulz (46. Mehinovic), Terlinden.

Tore: 1:0 Rohde (9.), 1:1 Vengels (56.), 1:2 Hitzek (90.+3).

Rote Karte: Vengels (79./Notbremse).

Gelb-Rote Karte: Müller (67./wd. Foulspiel)

Schiedsrichter: Bock (Essen).

Zuschauer: 150 .