Schlussläufer Cenkay Arik führt Staffel zu Gold

An der Strobelallee im Dortmunder Westfalenpark wurden die Westdeutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften ausgetragen. In Abwesenheit von Lea Halmans und Max Perau, die wegen schulischer Verpflichtungen fehlten, reiste Trainer Werner Riedel nur mit einem kleinen, aber nicht weniger leistungsstarken Team de SV Sonsbeck an. Sonja und Judith Martens gehörten dazu, aber auch Cenkay Arik, der zuvor als Fußballer zwischen Sonsbeck und Kleve hin und her pendelte.

Die Leichtathletik wollte der junge Mann ursprünglich nur dazu benutzen, um an seiner Schnelligkeit zu feilen. „Bei einer Trainingsmaßnahme im Rahmen der Startgemeinschaft meinte Rhedes Sprinttrainer Mecki Emmerich, Arik könne man doch wunderbar für die U18-Staffel gebrauchen“, erinnert sich Riedel. Fortan kümmerte sich der Sonsbecker Coach noch intensiver um seinen Schützling.

Der Fußballer fühlt sich pudelwohl

Die Zuneigung beruhte dabei auf Gegenseitigkeit, denn auch der Fußballer fühlte sich bei den Leichtathleten pudelwohl. Das unterstrich der 17-Jährige jetzt bei den „Westdeutschen“. „Seinem ersten großen Wettkampf in der Halle“, wie Riedel sagte. Den Einstand gab Cenkay Arik über die flache Sprintstrecke. Im Vorlauf blieb die Uhr bei 7,43 Sekunden stehen – laut seines Trainers „eine mittlere Zeit über 60 Meter“, die aber unter mehr als 50 Teilnehmern so gut war, dass die Endläufe der besten 16 nur um ein Hundertstel verpasst wurden.

Die anfängliche Enttäuschung darüber verkehrte sich aber schnell in Freude, als zwei Finalisten auf ihre Starts verzichteten und unter anderem Cenkay Arik nachrückte. Dort steigerte er sich auf 7,37 Sekunden, lief zum ersten Mal eine 30er-Zeit und wurde Gesamt-Achter.

Das schien für ihn offenbar so viel Motivation zu sein, dass er gleich bei seinem ersten Einsatz in der U18-Staffel das Gaspedal besonders drückte.

Blaues Trikot

Als Schlussläufer brachte Cenkay Arik das Quartett über 4x200Meter „in den berühmten blauen Trikots der Startgemeinschaft“, wie Riedel sich ausdrückte, in 1:33,45 Minuten ins Ziel. Westdeutsches Gold damit auch für Cenkay Arik. „Der Abstand zur Konkurrenz war beträchtlich. In einem noch stärkeren Feld traue ich den Jungs eine 1:31 zu“, meinte der Sonsbecker Coach mit Blick auf die bald anstehende Deutschen Meisterschaft.

Bei der DM in Neubrandenburg wird auch die weibliche U18-Staffel der Startgemeinschaft an den Start gehen, in der vom SV Sonsbeck nur Sonja Martens vertreten war. Als Startläufern brachte sie das Quartett auf Geschwindigkeit.

Nach 1:46,54 Minuten waren die Mädchen mit der drittbesten Zeit aller 16 Mannschaften im Ziel. „Eine normale Zeit“, ordnete Riedel die Leistung ein, um dann gleich in die Zukunft zu blicken. „Mal sehen, wie es bei den Deutschen läuft, wenn Lea Halmans wieder mitmachen kann.“ Als Sonja Martens mit der Staffel auf die Bahn ging, hatte sie bereits einen langen Wettkampftag hinter sich.

Der begann am späten Vormittag mit den Vorläufen über 60m-Hürden. Mit der schnellsten Vorlaufzeit (9,17 Sekunden) sicherte sie sich das Ticket für das Finale. Dort steigerte sie sich auf 9,03 Sekunden. Sie gewann Silber, geschlagen nur um sechs Hundertstel durch die gleichalterige Düsseldorferin Shari Skupin. „Unter den Hürden litt der parallel stattfindende Hochsprung.“ Sonja Martens fand überhaupt nicht in den Wettkampf und musste sich schließlich mit Platz acht und übersprungenen 1,55 Metern zufriedengeben.

Riedel musste in Dortmund auch ein wenig trösten. Nämlich Judith Martens, die mit der Hürdenhöhe ihrer neuen Jahrgangsklasse noch nicht so gut zurechtkommt wie ihre Zwillingsschwester Sonja. „Wie schon bei den Nordrhein-Meisterschaften sammelte sie ein paar Hürden ein. Aber das kriegen wir schon noch hin“, sagte der Coach.