Sanierung des neuen Sportcenters

Im Dachgeschoss stehen die technischen Geräte, die nicht richtig oder gar nicht funktionieren: Concordia-Vorsitzender Burghard Kretschmer (rechts) und Helmut Hofmann, der technische Geschäftsführer des Vereins, sind guter Dinge, dass die Mängel bald behoben sind.
Im Dachgeschoss stehen die technischen Geräte, die nicht richtig oder gar nicht funktionieren: Concordia-Vorsitzender Burghard Kretschmer (rechts) und Helmut Hofmann, der technische Geschäftsführer des Vereins, sind guter Dinge, dass die Mängel bald behoben sind.
Foto: Olaf Ostermann

Von außen sieht das moderne, barrierefreie Sportcenter von Concordia Ossenberg richtig schick aus. Anfang 2013 wurde es eingeweiht. Energetisch sei das Gebäude auf dem neusten Stand, ließ der Vorsitzende Burghard Kretschmer damals wissen. Doch der 58-Jährige hatte sich getäuscht. Heizungs- und Lüftungsanlage sowie die Mess- und Regeltechnik funktionieren nicht richtig. Der Ärger ist groß, der Stromverbrauch viel zu hoch, etliche Mitglieder haben sich abgemeldet, und nun ist auch die Wärmepumpe kaputt.

Der Verein steht vor einem Scherbenhaufen. Kretschmer lässt sich nicht unterkriegen und versucht mit seinem Team, den Sportbetrieb in den Kursräumen mit Hilfe von Elektroheizkörpern am Laufen zu halten und schleunigst nachzubessern. „Die Anlage, die jetzt erstellt ist, entspricht nicht den Anforderungen, die an eine energiesparende und effiziente Anlage für ein solches Gebäude gestellt werden.“

Planerische Fehler

Zu dem Fazit kommt der Sachverständige Peter Zeiler in seinem 35-seitigen Gutachten. Das Beweissicherungsverfahren ist also abgeschlossen. „Es sind wohl planerische Fehler vom Architekten gemacht worden. Und die Anlage ist mangelhaft konzipiert worden“, sagt der Vorsitzende des Rheinberger Vereins, der mittlerweile Klage gegen das ausführende Ingenieurbüro eingereicht hat. Im Auftrag des Landgerichts Kleve hat Zeiler das Gutachten erstellt.

Seit Projektbeginn liegt ein dunkler Schatten über dem Projekt der Concordia. Der Fertigstellung nach dem ersten Spatenstich im November 2010 verzögerte sich, der Um- und Anbau wurde teurer als gedacht, so dass die Stadt mit einer Bürgschaft (180 000 Euro) einspringen musste. Zwei Monate nach Eröffnung tauchte überdies ein dicker Wasserschaden auf. „Ich würde es nicht noch einmal machen. Es ist einiges bei der Umsetzung schief gelaufen, obwohl uns Experten begleitet haben. Es ist ein Scherbenhaufen entstanden. Nun wird nachgebessert,“ so Kretschmer. „Ein großes Ziel war doch, die Betriebskosten zu senken“, ergänzt Helmut Hofmann, der enttäuschte technische Geschäftsführer des Clubs.

Und: Das Ingenieurbüro, mit dem die Concordia vor Gericht im Clinch liegt, sei ihm von einem Sportfachverband empfohlen worden, so Kretschmer. Nach internen Vereinsschätzungen haben wegen der technischen Mängel mittlerweile rund 200 Mitglieder dem Verein den Rücken zugedreht. Das macht sich in der Concordia-Kasse bemerkbar. „Uns fehlen jährlich zwischen 15. 000 und 18. 000 Euro an Beiträgen.“

Auch das Nachbessern kostet Geld. Gerade erst hat die Stadt nochmals 50 000 Euro zur Verfügung gestellt, damit andere Fachfirmen die Heizungs- und Klimaanlage optimieren bzw. wiederherstellen können. Das Ingenieurbüro HI-Plan aus Grefrath hat den Auftrag bekommen und bereits Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Kosten: mindestens 34 000 Euro.

Totalschaden durch Vereisung

Und nun das noch: Die 30 000 Euro teure Wärmepumpe ist nicht mehr zu gebrauchen - Totalschaden durch Vereisung. Ob es sich um einen Folgeschaden wegen der defekten Heizung handelt, steht nicht fest. „Das überprüfen wir, um Schadensersatzansprüche geltend machen zu können“, sagt Kretschmer, der um das Verständnis der Concordia-Mitglieder wirbt. Die Sanierungsarbeiten sollen in einigen Wochen beginnen.