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Rosic weint bittere Tränen

09.03.2009 | 00:15 Uhr

MSC-Libero Nicola Rosic erlebte in Halle seine zweite Finalniederlage mit dem Moerser SC. Dieses Mal musste er allerdings tatenlos zusehen, weil eine Verletzung seinen Einsatz verhinderte.

Tränen der Enttäuschung rinnen Nicola Rosic nach dem entscheidenden Schlag der Gegner über das Gesicht. Für ihn ist ein Traum geplatzt. Zum zweiten Mal. Schon einmal hatte er 2007 als Libero mit dem Team des Moerser SC im Pokalfinale in Halle gestanden und verloren. Gegen die übermächtigen Friedrichshafener, die ihre Gegner über Jahre an Niederlagen gewöhnt haben. Nicola Rosic hatte gekämpft und verloren. Kampflos war er diesmal unterlegen - schon vor dem Duell gegen Haching. Sein Körper hatte ihn machtlos gemacht. Als er am Morgen im Hotel in Halle aufgewacht war, hatte er den Entschluss gefasst, seinen Knochenbruch in der Hand zu ignorieren und mit seiner Mannschaft nach dem Pokal zu greifen. Doch beim Aufstehen hatte er bereits leichte Schmerzen im Rücken gespürt. "Er hat sich vermutlich im Bett verlegen und sich einen Nerv eingeklemmt", lautet die Diagnose von Teamarzt Martin von Schroeter. Die bekommt Nicola Rosic aber erst später, als die Schmerzen unerträglich werden. Zunächst versucht er, sich beim Training fit für die Abwehr der gegnerischen Angriffe zu machen. Doch plötzlich muss er mit schmerzverzerrtem Gesicht das Feld verlassen. "Es war eigentlich ein einfacher Ball, doch ich hatte das Gefühl, mir hätte jemand ein Messer in den Rücken gerammt. Es ist dann nicht mehr besser geworden", erzählt der Libero verzweifelt. Martin von Schroeter und Physiotherapeutin Timea Grozer kümmern sich um ihn, versuchen ihm den Rücken wieder zu stärken. Doch ihre Bemühungen sind vergeblich. "Wir haben versucht, Becken und Wirbelsäule wieder ins Lot zu bringen, aber alle Maßnahmen haben nicht gewirkt. Er konnte den Oberkörper einfach nicht nach vorne neigen und das ist in seiner Position fatal", sagt Martin von Schroeter. Mit einem Neoprengurt zur Stütze und blauen Tapes, die die schmerzende Stelle kühlen sollten, saß er in sich zusammengesunken auf der Ersatzbank. Ohne Hoffnung auf einen Einsatz musste er zusehen, wie sein Team mit zunehmender Spieldauer die Angriffe der Hachinger immer schlechter abwehren konnten. "Ich habe sechs Spritzen im Rücken und wollte meinen Freunden helfen, aber ich konnte nicht" sagte Nicola Rosic. Hilflos verfolgte er, wie seine drei Teamkollegen in der Annahme mit den Floataufschlägen von Max Günthör zunehmend überfordert waren. "Bei diesen Angaben deckt Nicola Rosic normalerweise zwei Drittel des Feldes ab. Ohne ihn war die Annahme nicht stabil. Der Kader ist auch nicht groß genug, als dass ich viel mehr hätte wechseln können", sagte Trainer Georg Grozer sichtlich niedergeschlagen. "Nicola läuft derzeit neben seinem Körper her, aber ich hoffe, dass er nicht lange in diesem Stadium bleibt." Der Coach nahm seinen Libero nach dem Spiel in den Arm, doch trösten konnte er ihn genauso wenig wie dessen Eltern. "Es ist Schicksal, was mir passiert ist. Wir haben heute eine Chance verpasst und für mich ist das sehr schlimm", versuchte Nicola Rosic nach dem verlorenen Pokal mühsam, seine Gefühle zu beschreiben. "Ich bin sehr traurig." Er wandte den Blick ab, als die Hachinger im Silberregen jubelten und sich selbst zu "We are the Champions" feierten und ließ seinen Tränen freien Lauf.

Dominique Schroller

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