Piloten vom Niederrhein sind erfolgreich

Wolfgang Müller, dem seit seiner Geburt der linke Unterarm fehlt, mit Sabine Podzus (links) und der bislang einzigen deutschen Rallye Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt beim Fotoshooting mit Fans.
Wolfgang Müller, dem seit seiner Geburt der linke Unterarm fehlt, mit Sabine Podzus (links) und der bislang einzigen deutschen Rallye Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt beim Fotoshooting mit Fans.

Das Internationale. ADAC 24Stunden--Rennen auf dem Nürburgring gilt seit 45 Jahren weltweit als eine der größten Herausforderungen.

Für Mensch und Material im Automobilsport sind zweimal rund um die Uhr durch die „grüne Hölle“ eine echte Kampfansage. Von daher ist es keine Frage, dass sich jedes Team, welches nach dem Marathon über die 25,378 km lange Kombination aus Grand Prix-Kurs und Nordschleife die Zielflagge sieht, als Sieger fühlen darf. Wie wichtig die Veranstaltung inzwischen auch den Herstellern ist, zeigt die hochkarätige Fahrerbesetzung der Werksteams.

Acht aktuelle DTM-Piloten

So saßen am Steuer der Audi, BMW und Mercedes nicht weniger als acht aktuelle DTM-Piloten. Insgesamt 152 Fahrzeuge – vom PS-starken GT3-Boliden bis hin zum seriennahen Tourenwagen – traten auch in diesem Jahr wieder auf dem Eifelkurs an, um in den unterschiedlichen Hubraum- und Leistungsklassen nicht nur ihr Können sondern vor allem Durchhaltevermögen unter Beweis zu stellen.

Zu den Teilnehmern, bei denen am Sonntag um kurz nach 16 Uhr die Sektkorken knallten, gehörte das Team Mathol Racing, in dem sich Norbert Bermes mit Wolfgang Weber (Vilshofen), Scott Preacher (Rothenburg) und Still Hendrik (Niederzissen) am Steuer eines Aston Martin Vantage V8 abwechselte. Der Krefelder und seine Mitstreiter legten insgesamt 130 Runden zurück und überquerten nach 24 Stunden mit einer Runde Vorsprung als Sieger in der Klasse SP10 der GT4-Sportwagen die Ziellinie.

Selbst die nächtliche Kollision mit einem Hasen, der den Kühler des britischen Sportwagens beschädigte und das Team zwischenzeitlich auf Rang vier zurückwarf, konnte die Mannschaft nicht aus der Ruhe bringen und nach der Reparaturpause eroberte das Quartett mit einer Reihe von schnellen Rennrunden die Führung zurück.

Souveräner Sieg von Michael Bohrer

Noch souveräner gewann Michael Bohrer vom AMC Duisburg die Turboklasse bis 1600 ccm. Der Hyundai i30 Coupé des 31-jährigen TÜV-Prüfingenieurs lief wie ein Uhrwerk, so dass Bohrer bei der Zieldurchfahrt nicht weniger als zehn Runden Vorsprung auf seine Verfolger erreichte. Besondere Aufmerksamkeit erlangte einmal mehr das Team „Pro-Handicap e.V.“, in dem sich der Duisburger Wolfgang Müller einen Audi TT mit den beiden Rennamazonen Sabine Podzus aus dem rheinischen Alfter sowie der Rallye- und Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt teilte. Der Pilot, dem der linke Unterarm fehlt, erreichte trotz eines Heckschadens an dem Ingolstädter Coupé endlich sein großes Ziel und machte mit dem Gewinn der Klasse SP2T erfolgreich auf die Arbeit seines gemeinnützigen Vereins aufmerksam.

Die 43. Auflage

Aber die 43. Auflage des seit 1970 ausgetragenen, größten Langstreckenrennens der Welt forderte auch wieder zahlreiche Opfer, denn mit 50 ausgefallenen Fahrzeugen hielt etwa ein Drittel der Starter nicht bis zum Fallen der Zielflagge durch. Zu den Leidtragenden gehörte der Duisburger Lance David Arnold, der sich als Teil der Bentley-Mannschaft mit zwei der nagelneuen Continental GT3 sogar Chancen auf eine Topplatzierung im Gesamtklassement ausgerechnet hatte. Doch einer der beiden Boliden musste nach einem Unfallschaden bereits am späten Samstag Abend aus dem Rennen genommen werden und das zweite Fahrzeug rollte abgeschlagen nur auf Rang 16 über den Zielstrich.

Für die Freunde der Nürburgring-Nordschleife beginnt nun eine fünfwöchige Rennpause, bevor am Samstag, dem 20. Juni, der nächste Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft ansteht. Für die DTM-Piloten, die am vergangenen Wochenende einen Abstecher auf die Nürburgring-Nordschleife wagten, geht es aber bereits Ende Mai weiter. Dann gehen sie auf dem Lausitzring auf die Jagd nach Punkten für den Titelkampf im prestigeträchtigen Deutschen Tourenwagen Masters.