Nur noch alle zwei Jahre auf allen Vieren

Alle zwei Jahre auf allen Vieren: der Kamper Klosterlauf.Foto:Archiv
Alle zwei Jahre auf allen Vieren: der Kamper Klosterlauf.Foto:Archiv

Nur elf Jahre wurde der wir-4-Städtelauf alt. Nun ist er bereits Geschichte. Das Spektakel mit kräftiger Unterstützung der Kommunen Kamp-Lintfort, Rheinberg, Moers und Neukirchen-Vluyn wurde schon im vergangenen Jahr nicht mehr gestartet, und nun gibt es ihn gar nicht mehr.

„Ein Grund sind die zu geringen Teilnehmerzahlen für dieses riesige Organisationspaket durch die vier Städte am Niederrhein“, so Cheforganisator Hannes Hücklekemkes. „Doch die endgültige Absage beruht auf dem Ausstieg des für Moers beteiligten Vereins VfL Repelen – er kann in Zukunft nicht mehr genügend Helfer stellen.“.Im Zuge dessen sei dann auch der Stadtsportverband Rheinberg ausgestiegen. „Er sieht sich außer Stande, weiter dabei zu sein“, erklärt Hücklekemkes.

Damit waren nur noch sein Heimatverein SV Alemannia Kamp und die Stadt Neukirchen-Vluyn übrig, die beide aber gerne weitergemacht hätten, sagt der Organisator: „Es tut sehr weh, zu sehen, wie diese einmalige, laufende Städteverbindung nach elf Jahren endet.“

Höchstwahrscheinlich einmalig

Hücklekemkes hatte seinerzeit die Idee, zusammen mit den vier Stadtsportverbänden einen Lauf mit einem vielfältigen Angebot für alle zu starten. Und 2002 fiel dann auch prompt der erste Startschuss einer Veranstaltung, die in dieser Form höchstwahrscheinlich einmalig ist – pardon – war.

Wie gesagt, es ist vorbei. Doch nach dem Lauf ist vor dem Lauf: Es geht nämlich weiter mit einem Spektakel am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit. Nicht mit der Beteiligung von den vier Städten, sondern als Klosterlauf in Kamp-Lintfort. Und der erste Start ist in diesem Jahr. Dafür stecken die Planungen bereits mehr als nur in den Kinderschuhen.

Es wird der 22. Klosterlauf sein, der einst als Crosslauf am 3. Oktober gestartet worden ist, dann dem wir-4-Städtelauf wegen der vermeintlich besseren Wetterbedingungen Anfang Oktober Platz gemacht hat und schließlich auf Mitte November ausweichen musste. Doch nun wird der Klosterlauf wieder am 3. Oktober, dem Feiertag, gestartet – in diesem Jahr von der NRZ präsentiert.

Die bis zu 300 Crosslauf-Anhänger, die sich immer gerne auf die Strecken über Stock und Stein und durch Wälder und über Höhen am Niederrhein gemacht haben, werden allerdings weiter zu ihrem Recht kommen. Der Klosterlauf als „normaler“ Lauf wird nun im jährlichen Wechsel mit dem Crosslauf ausgetragen. So jedenfalls ist die bisherige Planung für die Kamp-Lintforter Veranstaltung.

„Angedacht sind in diesem Jahr erst einmal Laufangebote über fünf und zehn Kilometer sowie ein Halbmarathon. Des Weiteren wird es eine Viermal-fünf-Kilometer-Staffel geben, und auch die bisherigen Schulstaffeln über fünfmal 1000 Meter werden weiterhin angeboten. Zudem gibt es für Walker und Nordic Walker einen Fünf-Kilometer-Wettbewerb“, hat Cheforganisator Hannes Hücklekemkes das gesamte Programm im Blick. Das muss er nicht alleine stemmen.

Ihm zur Seite steht nämlich auch die Stadt Kamp-Lintfort, und dort mit Sportdezernent Dr. Christoph Müllmann ein Anhänger des wir-4-Städtelaufs: „Ich fand all die Jahre, dass es eine gute Veranstaltung war, die einen klasse Ruf hatte und hervorragend angenommen wurde. Vor allem immer der letzte Lauf von Neukirchen-Vluyn nach Kamp-Lintfort mit der Abschlussveranstaltung auf dem Kamper Berg“, outet sich Müllmann als Kenner der Szene. Kein Wunder, hatte er sich doch ab und zu selber auf den Weg gemacht. „Gerade für Freizeitsportler war es immer ein Highlight. Ich bin aber auch froh, dass die Schulstaffeln weiterhin dabei sind.“

Engagement von Alemannia Kamp

Der Dezernent begrüßt in diesem Zusammenhang vor allem das Engagement beim SV Alemannia Kamp. „Der Verein will das weitermachen, das finden wir als Stadt gut und unterstützen das.“

Müllmann weiß, dass der Klosterlauf im November wegen des Wetters und der gefährlicher gewordenen Strecke kurzfristig schon abgesagt werden musste. Markierungen wurden durch Laub und Regen viel schwieriger. Nun hofft er, dass auch das der Vergangenheit angehört. Auch wenn der Klosterlauf immer den Zusatz „schönster und härtester Wald- und Crosslauf am Niederrhein“ im Titel mitführt.