Nicht aus der Ruhe bringen lassen

Der Ausfall der Begegnung am vergangenen Sonntag bei den „Schwatten“ am Bocholter Hünting dürfte die Spieler und Verantwortlichen des SV Sonsbeck nicht allzu sehr geschmerzt haben. So konnten mit Bastian Grütter und Fabian Wenten zwei Rekonvaleszenten aus dem Oberligakader im Spiel der Sonsbecker Zweiten gegen den Landesliga-Absteiger TSV Wachtendonk-Wankum Spielpraxis sammeln. Auch Max Fuchs kam in dieser Partie zum Einsatz. Die übrigen Akteure aus dem Oberligakader von Trainer Thomas Geist durften sich für das anstrengende Osterprogramm schonen.

„Auf der anderen Seite“, gibt Trainer Geist zu bedenken, „beklagte der Bocholter Trainer vor unserem geplanten Spiel einige nicht einsatzfähige Stammspieler. Vielleicht wäre genau diese Konstellation unsere Chance gewesen, einmal zu punkten, wo man es nicht unbedingt erwartet.“ Wie es den abstiegsbedrohten Baumbergern bei Rot-Weiß Oberhausen gelang.

Klar umrissener Plan

Doch selbst mit dem unter Umständen möglichen Nachteil wusste Geist gestern Abend in der Replik auf den Spielausfall gelassen umzugehen. Wie er sich ohnehin trotz der Lage seiner Mannschaft im Tabellenkeller nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Der 50-Jährige hatte vor der Saison einen klar umrissenen Plan, der sich in seinen groben Strukturen bis auf den heutigen Tag nicht grundlegend verändert hat. Ausgelegt ist dieser auf das Saisonfinale Anfang Juni. „Sollten wir in dieser Phase der Saison den Klassenerhalt noch in der eigenen Hand haben, dann hat die Mannschaft Großartiges geleistet“, lautet der Standardsatz des Sonsbecker Trainers. An diesem Ziel arbeitet man bei den Rot-Weißen gewissenhaft, ärgert sich zwischendurch immer mal wieder über vermeidbare Niederlagen, aber lässt sich dadurch nicht von seinem Ziel abbringen.

Die 1:3-Pleite zuletzt gegen Hilden war so ein Spiel, das der SV Sonsbeck nicht verlieren brauchte. Weil er bis zum unglücklichen Rückstand kurz vor der Pause eine Menge an Offensivkraft in das Spiel investiert hatte – aus Sonsbecker Sicht aber leider mit dem entscheidenden Makel, die dabei herausgespielten Möglichkeiten, um verdientermaßen in Führung zu gehen, nicht ins Tor gebracht zu haben. „Nach so einer ersten Halbzeit tut der Gegentreffer besonders weh“, stellte Geist fest, der über das Zustandekommen nur lakonisch bemerkte, so etwas passiere aber auch nur Mannschaften, die unten drin stehen. „Wir haben darüber gesprochen, die Fehler aus der Niederlage gegen Hilden analysiert und uns vorgenommen, diese kein zweites Mal zu machen, und sind anschließend wieder zum Tagesgeschäft übergegangen“, erklärte Geist. Der damit die nächste Trainingseinheit meinte, bei der seit einiger Zeit nun schon mit Ajdin Mehinovic, der in Kamp-Lintfort zu Hause ist und beim 1. FC Köln ins Profigeschäft einsteigen wollte, ein offensivstarker Mittelfeldspieler befindet. Zwei Knieverletzungen warfen das hoffnungsvolle Talent zurück.

Individuellen Klasse

Mit dem TuS Bösinghoven tritt heute Abend, 19.30 Uhr, eine Mannschaft an, die trotz ihrer individuellen Klasse zeitweise gefährlich weit in den Abstiegssumpf gerutscht war. Das allerdings ist Schnee von gestern. Der neunte Tabellenplatz mit 31 Punkten dokumentiert den Aufwärtstrend des TuS Bösinghoven um Trainer Olivier Caillas.

Auf dem Papier ist der SV Sonsbeck gegen den sehr spät in dieser Saison aufgewachten Oberliga-Riesen aus Bösinghoven klarer Ausseiter. Doch Papier sei geduldig, würde SVS-Coach Geist mit seinem kaum erlahmenden Selbstvertrauen und Optimismus jetzt anmerken.

„Wer sagt denn, dass wir in diesem Spiel nicht in Führung gehen“, zeigt sich Geist kämpferisch