Krimi durch Torhüter
11.09.2011 | 23:45 Uhr 2011-09-11T23:45:00+0200
Es waren die Torhüter, die gestern die Fußball-Landesliga-Partie des SV Neukirchen gegen den VfB Uerdingen bestimmten. Mit ganz schwachen Leistungen.
Am Ende hatte der SVN mit 4:3 (2:1) die Nase vorne. Doch bei normalem Spielverlauf hätte das Spiel 2:1 ausgehen müssen. Der zweite Treffer von Anil Sen, der bereits in der 6. Minute fiel, und der tolle Kopfball von Mathias Kery (52.) nach einem Freistoß, getreten von Denis Kochanek, waren die einzigen torwürdigen Szenen auf Seiten der Neukirchener. Uerdingen hingegen erhielt einen Strafstoß, den Tobias Schmitz im SVN-Tor allerdings parierte. Unterm Strich sicherte er seinem Team damit die drei Punkte, die er zuvor beinahe leichtfertig verbaselt hätte.
In der dritten Minute stach erstmals das gestern exzellent funktionierende Angriffsduo mit Arne Becker und Anil Sen. Becker auf Sen: 1:0, Becker auf Sen: 2:0 (7.). Jetzt sah alles nach einem SVN-Schützenfest aus. Aber zu früh gefreut.
Als Steve Jäck für Uerdingen einen Freistoß kurz hinter der Mittellinie in den Neukirchener Strafraum brachte, war der Ball eine gefühlte Viertelstunde unterwegs. Trotzdem klebte Tobias Schmitz im Tor der Gastgeber auf der Linie – Stammkeeper Christian Theisen konnte während der Woche beruflich nicht komplett trainieren. Ömer Uzbay traf per Kopf zum Anschluss.
Als nach dem Wechsel Mathias Kery den alten Zwei-Tore-Abstand wieder hergestellt hatte, fühlten sich die Gastgeber in Sicherheit. Doch eine Unstimmigkeit zwischen Sascha Tenbruck und Tobias Schmitz, der zwar lautstark „Torwart“ gerufen, aber nicht zugepackt hatte, nutzte erneut Uzbay zum 3:2 (61.). Auch beim Eckball (83.) lief Schmitz zu zaghaft raus und kam nicht an den Ball. Anders als Aycan Batur, der den SVN-Keeper ein drittes Mal alt aussehen ließ. Das schaffte aber auch Anil Sen auf der Gegenseite. Er hätte allein sechs Tore machen müssen, doch der 4:3-Siegtreffer – unter dem Körper von VfB-Keeper Thomas Wilbers (89.) – gehörte nicht dazu.
„Ich bin tatsächlich hochzufrieden“, sagte nachher SVN-Trainer Thorsten Schikofsky ohne Ironie. „Wir haben sechs verletzte Stammspieler. Ich habe Respekt vor dem Team, das sich nie aufgegeben hat.“
SVN: Schmitz, Kery, B. Oster (80. Akbay), Habura, Sen (90. Ehlert), Colazzo, Tenbruck, Becker (80. Bouyagra), D. Oster, Balitzki, Kochanek.
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