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Volleyball/Europapokal

Hoffen auf den goldenen Satz in Polen

22.01.2013 | 23:45 Uhr
Hoffen auf den goldenen Satz in Polen
Das polnische Team Delecta Bydgoszcz beim Hinspiel in Moers mit dem BVB-Stürmer Robert Lewandowski (Mitte).Fotos:JS

Chang Cheng Liu hat es nach dem Achtelfinal-Hinspiel im europäischen Volleyball-Challenge-Cup gegen das polnische Team Delecta Bydgoszcz gesagt: „Nur wenn wir richtig gut spielen, ist im Rückspiel noch was drin“. Recht hat der Trainer des Moerser Bundesligisten.

Doch nach der 0:3-Schlappe in der Halle des Moerser Adolfinum-Gymnasiums gibt heute, ab 18 Uhr, kaum einer noch einen Pfifferling für den MSC. In der „Höhle des Löwen“, der 8000 Zuschauer fassenden Arena in Bydgoszcz, müssen die Adler nämlich erst einmal drei Sätze gewinnen, um den entscheidenden „Golden Set“, den goldenen Satz, zu erzwingen.

Der muss dann natürlich für den Viertelfinaleinzug auch noch erfolgreich abgeschlossen werden. Aber: Einen wirklich schlechten Eindruck haben die Polen in Moers nicht hinterlassen.

Der MSC allerdings auch nicht, wenn der erste Satz ausgeklammert wird. Der war bis zum 1:10 eine sportliche Katastrophe. Im zweiten Durchgang verplemperten nervöse Moerser dann einen 24:21-Vorsprung. Und im dritten Satz blieb das Team bis zum 17:19 auf Augenhöhe – hinterließ dann aber ein Gefühl der Resignation.

Liu hofft zumindest einen oder zwei Sätze für Moers zu entscheiden. „Der 3:0-Sieg für die Polen war zu klar, wir hatten eine Reihe von Chancen, haben sie aber nicht genutzt. Das darf natürlich nicht passieren. Wir hätten besser abschneiden können“, trauerte Liu den vergebenen Chancen nach.

Fraglich allerdings, dass sich die Gastgeber vor vollem Haus – womit zu rechnen ist – die Butter vom Brot nehmen lassen und Moers eine Chance zum Satzgewinn geben werden. Das Publikum ist euphorisch. Das vorletzte Meisterschaftsspiel gegen Skra Belchatow lief vor 6000 Zuschauern ab. Co-Trainer Marian Kardas: „Wir haben eine wunderbare Heimkulisse, Moers wird es sehr schwer haben.“ In Moers lümmelten sich übrigens gerade mal knapp 300 Fans.

Robert Lewandowski als Fan

Gefühlsmäßig knapp die Hälfte davon feuerte die Polen an. Inklusive Robert Lewandowski, Stürmer beim Fußball-Bundesligisten und amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund, mit Freundin Anna Stachurska. Lewandowskis Mutter und seine Schwester spielten Volleyball und zeigten dem heutigen Kicker wie es geht.

Sicher ist, dass Moers in Polen befreit aufspielen kann. Der Einzug ins Achtelfinale war schon nicht erwartet worden. Doch in Bydgoszcz sollte sich das Team so teuer wie möglich verkaufen. Aber danach wartet schon wieder die Bundesliga. Dort steht mit dem Heimspiel gegen CV Mitteldeutschland die Premiere im Enni-Sportpark Rheinkamp am Sonntag, 16 Uhr, auf dem Programm.

MSC Trainer Liu sieht die Lage durchaus realistisch: „Die Polen haben jetzt natürlich alle Karten in der Hand. Wir werden uns aber so gut wie möglich präsentieren – das Publikum dort soll sehen, dass wir gut spielen können und uns nicht so einfach ergeben. Wir haben in Polen auch den guten Ruf des MSC zu verteidigen.“

Die Mannschaft ist bereits am Dienstagmorgen nach Warschau geflogen, nach dem sie am Montag erstmals im Enni-Sportpark trainiert hat. Mit Michael Olieman fehlt aber verletzungsbedingt einer der wichtigsten MSC-Spieler. Auch Bobby Kooy ist angeschlagen in Moers geblieben, genau wie Lukas Schattenberg, der die Schulbank drücken muss. Per Bus geht’s dann in knapp vier Stunden nach Bydgoszcz. Und am Donnerstag kommt der Moerser SC zurück.

Uwe Zak



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