Hochklassiges Springturnier bei Familie Miss

Sara Luca Dahms vom RFV Heinsberg leistete sich im M-Springen mit Wonteiro einen Abwurf.Foto:Ostermann, Olaf
Sara Luca Dahms vom RFV Heinsberg leistete sich im M-Springen mit Wonteiro einen Abwurf.Foto:Ostermann, Olaf

Thorsten Schiltz genoss den Beifall in der modernen Halle auf dem Tünglerhof in Xanten. Den bekam der Neusser für seinen Siegesritt beim S*-Springen.

Die schwere Springprüfung war der Höhepunkt des dreitägigen Turniers auf der Anlage der Familie Miss, auf der nicht nur spannender, sondern zugleich auch sehenswerter Reitsport geboten wurde.

Ohne Strafpunkte in einer tollen Bestzeit (37:36) lenkte Schiltz vor den Augen der zahlreichen Zuschauer den zwölfjährigen in Westfalen gezogenen Fuchshengst Cleiner Freund (Cartell/Ehrentanz I) über die respektablen Hindernisse des Stechparcours. Diese waren in der 25mal-60-Meter großen Halle von Stefan Muthweiler sowie Heinz Kleinbongartz dem stark reitenden Feld entsprechend fair, aber dennoch anspruchsvoll erstellt worden.

Da musste sich der gleichfalls fehlerfrei reitende Frank Brücker (Brünen) auf dem in den Niederlanden gezogenen Schimmelwallach Bling Chin (Chin Chin/Quinar) – wenn auch äußerst knapp (38:23) – geschlagen geben.

Beinahe selber geschlagen

Ebenso sehenswert war die Prüfung zuvor, in der die jungen Springpferde an den Start gebracht wurden. Hier gab’s einen Doppelerfolg für Lars Volmer (Legden), der die Schimmelstute Pia NW (Pontifex/Potsdam) an die Spitze ritt (0.00/53:58) und sich im Sattel seines zweiten Pferdes Peppi NW (Pontifex/Foxtrott) beinahe selber (0.00/54:36) geschlagen hätte.

Dabei waren auch hier Rhythmik, Kontrolle und Distanz nur drei von zahlreichen Merkmalen, die ebenso wie am ersten Tag des Turniers an der Urseler Straße im Mittelpunkt standen. In allen 19 Prüfungen vom Start bis zum Ziel, von Hindernis zu Hindernis, galt es, korrekt zu Reiten. Maßgebliche Dinge, die über das Gelingen eines Sprunges mitbestimmten.

Um diesen Weg jedoch richtig einhalten zu können, hatten die versierten Parcoursbauer den Reitern eine entscheidende Hilfe mit an die Hand gegeben: die klare Linienführung. Denn nur zu gut wussten sie, welches reiterliche Potenzial auf dieser hervorragend hergerichteten Anlage der gastgebenden Familie sein würde. Es war auch eine Herausforderung, die Hindernisse derart zu erstellen, dass sie gerade von Nachwuchspferden flüssig und harmonisch überwunden werden konnten.

Diese klare Linienführung war daher auch in den anfänglichen Springpferdeprüfungen zu erkennen, in denen das Richterduo Heiner Messing und Ansgar Millarg wechselweise die Anlagen und Eigenschaften der Pferde in den Mittelpunkt ihrer Beurteilung stellten. Sehenswert hier vor allem die Vorstellung das fünfjährigen Cassito-Sohnes Cassillano, der von dem Keppelner Tobias Thoenes über die Hindernisse gelenkt wurde.

Mit einer Wertnote von 8,70 – eine neun heißt „sehr gut“ – beurteilten Messing und Millarg die Vorstellung des Schimmelhengstes, dem sie damit die Goldschleife in der Springpferdeprüfung der mittelschweren Klasse an die Trense hefteten. Diese begehrenswerte Schleife konnte auch Lokalmatadorin Gina Lerche in der ersten Abteilung des L-Springens erzielen, die in einer schnellen, fehlerfreien Runde den 14-jährigen Holsteiner Fuchswallach Castello (Carvallo BB/Lennon) über die Hindernisse brachte.

Die „Old-Riders-Tour“

Mit der „Old-Riders-Tour“, in der in einer Zweiphasen-Springprüfung der Klasse A** gestartet wurde, rangierte zudem die Veener Amazone Anke Wünschmann auf Antares (0.00/26:27) auf dem fünften und die Xantenerin Heike Kraut (Chilli Pep,0.00/26:40) auf den sechsten Platz.

Fazit: Auf dem Tünglerhof wurde wieder einmal Springsport vom Feinsten gezeigt, wobei den vielen Helfern vor und hinter den Kulissen von den Aktiven ein großes Kompliment für den reibungslosen Ablauf des Großevents gemacht wurde.