Hinter den Kulissen herrscht Hochbetrieb

Der Einsatz von Michaela Honcova im Moerser Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Blau-Weiß Berlin ist noch fraglich. Zuletzt musste die Slowakin verletzt bei einem Turnier aufgeben.Foto:Erwin Pottgiesser
Der Einsatz von Michaela Honcova im Moerser Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Blau-Weiß Berlin ist noch fraglich. Zuletzt musste die Slowakin verletzt bei einem Turnier aufgeben.Foto:Erwin Pottgiesser
Foto: WAZ FotoPool

Seit vier Wochen pausiert die Tennis-Bundesliga der Damen, doch hinter den Kulissen der Vereine herrscht Hochbetrieb. Mit einem Auge sind die Verantwortlichen zwar auch in London, um zu verfolgen, wie sich ihre Asse auf dem Rasen von Wimbledon schlagen. Andererseits basteln sie aber fleißig an den Aufstellungen für den Saison-Endspurt, um ihre Saisonziele noch zu erreichen.

So geht es auch Manager Stefan Hofmann vom TC Moers 08, der mit seinem Team noch einen Sieg auf dem Weg zum Klassenerhalt benötigt. Diesen will er am liebsten schon am kommenden Sonntag ab 11 Uhr im Heimspiel gegen den TC Blau-Weiß Berlin perfekt machen.

Trauben hängen sehr hoch

„Da geht es um alles“, betont Hofmann. Zwar müssen die Moerserinnen eine Woche später noch zum Eckert Tennis Team Regensburg reisen, aber dort werden die Trauben sehr hoch hängen: „Wie man hört, soll es dort ein echtes Abschlussevent geben. Das Spiel findet am Finalwochenende von Wimbledon statt, also dürften kaum Turnierverpflichtungen im Weg stehen“, rechnet der 08-Macher mit Topspielerinnen wie den Deutschen Angelique Kerber und Julia Görges sowie der Tschechin Karolina Pliskova auf der anderen Seite des Platzes.

„Gegen diese Formation hätten wir auch in Bestbesetzung wohl keine Chance. Daher werden wir uns auf Berlin konzentrieren, um unseren dritten Sieg einzufahren“, plant Hofmann weiter. Das Hauptstadt-Team sieht er als „Gegner auf Augenhöhe“ an: „Es ist ein direktes Duell um den Klassenerhalt. Wir haben aber ein ganz schlechtes Matchverhältnis auf dem Konto, deshalb werden uns die bisherigen zwei Siege nicht zur Rettung reichen“, rechnet der Manager vor. Zwar zähle auch Regensburg zu den aktuell noch gefährdeten Teams, doch hier sieht er die mit Abstand besten personellen Möglichkeiten und zieht daher einen Vergleich zur Fußball-Bundesliga: „Wenn ich dort einen Sieg zum Klassenerhalt brauche, rechne ich ja eher damit, den gegen Mainz zu holen als gegen Bayern München.“

Immerhin sind die Moerser mit ihren personellen Planungen für das Schlüsselspiel gegen Berlin schon sehr weit gekommen. Zusagen liegen bereits von Patricia Mayr-Achleitner (Österreich), Marina Melnikova (Russland), Laura Pous Tio (Spanien), Rebecca Peterson (Schweden), Tadeja Majeric (Slowenien) und Imke Küsgen vor. Fraglich ist der Einsatz von Michaela Honcova (Slowakei), die zuletzt bei einem Turnier verletzt aufgeben musste.

Verstärkung aus Belgien

Verstärkung könnte es noch aus Belgien geben: Hofmann befindet sich im Gespräch mit Alison van Uytvanck, die im Wimbledon-Hauptfeld steht, sowie An-Sophie Mestach und Elise Mertens, die in der Londoner „Quali“ scheiterten. Genau so erging es Mayr-Achleitner, Melnikova und Pous Tio, so dass sich wohl keine Moerser Spielerin allzu sehr vom Rasen wieder auf die Asche umgewöhnen müssen.

Trotzdem gibt es auch positive Nachrichten: So trumpfte Rebecca Peterson beim ITF-Turnier im schwedischen Ystad auf, das sie durch einen 6:2, 6:1-Sieg gegen Mathilde Johansson gewinnen konnte. Marina Melnikova und Laura Pous Tio spielten gemeinsam beim Turnier in Montpellier (Frankreich). Im Einzel verloren sie zwar jeweils in Runde zwei, im Doppel kamen sie gemeinsam aber bis ins Halbfinale, das sie nur knapp im Match-Tiebreak verloren. Majeric reiste sogar bis ins usbekische Fergana, wo sie immerhin das Halbfinale erreichte.