Großes Schwitzen für den Klassenerhalt

Nachdem die Spieler des Fußball-Oberligisten SV Sonsbeck in der vergangenen Woche in jeweils heimischer Umgebung den Ausdauerbereich trainiert hatten, trafen sie sich am Dienstag dieser Woche zur ersten gemeinsamen Trainingseinheit im Willi-Lemkens-Sportpark. Bis auf die Langzeitverletzten Fabian Wenten (Mittelfußbruch) und Marvin Haupt (Knieverletzung) sowie den krankheitsbedingt ausgeschiedenen Thomas Tennagels konnte Trainer Thomas Geist alle Spieler seines Kaders um sich versammeln. Darunter waren auch die Neuverpflichtungen Stephan Schneider (TV Jahn Hiesfeld), der im Mittelfeld dem Sonsbecker Spiel Impulse verleihen soll, und Sebastian Santana (SV Hönnepel/Niedermörmter). Letzterer soll vor dem gegnerischen Kasten mithelfen, dass in der Rückrunde im Sonsbecker Sturm nicht wieder so oft eine Flaute herrscht. In den bisherigen 17 Ligaspielen brachte es Sonsbeck auf nur 13 Tore. „Zu wenig, um am Ende der Saison über dem Strich zu stehen“, hatte Geist schon sehr früh den Finger in eine Wunde des Sonsbecker Spiels gelegt, die mit dem zuletzt noch verpflichteten Santana, der sich selbst als „Konterstürmer“ bezeichnet, nachhaltig geschlossen werden soll.

Der 20-jährige Essener begann seine Laufbahn bei Siegfried Materborn und wechselte dann über den 1. FC Kleve zu Rot-Weiß Essen in die A-Jugend-Bundesliga. Santana ist auf dem Rasen schnell unterwegs, 10,4 Sekunden kann er über 100 Meter laufen. Dazu kommt sein Können am Ball, das Trainer „Schorsch“ Mewes veranlasste, ihn im vergangenen Sommer zum SV Hönnepel/Niedermörmter. Doch durchsetzen konnte er sich beim Oberliga-Meister nicht, er brachte es nur auf acht Kurzeinsätze. Immerhin gelang ihm ein Treffer.

Beim SVS möchte Santana wieder durchstarten. Zwei Angebote von Vereinen aus der Regionalliga Bayern schlug er aus. „Ich möchte mich jetzt noch auf meinen Schulabschluss konzentrieren. Und Thomas Geist war mir ohnehin gleich sympathisch. In Sonsbeck will ich die Chance nutzen, um mich weiterzuentwickeln und mit Toren mithelfen, den Abstieg zu vermeiden“, meint der Stürmer, der im kommenden Jahr ein Essener Gymnasium mit dem Abitur verlassen möchte, um anschließend vielleicht bei der Polizei Karriere zu machen. „Es gibt da aber noch weiterhin den Traum, Profifußballer zu werden. Aber zunächst muss ich mich beim SV Sonsbeck durchsetzen“, freut sich Santana auf seine neue sportliche Aufgabe.

Keine Probleme bei der Integration

Dass es Probleme bei der Integration der Neuen geben werde, sieht Geist nicht. „Die Mannschaft ist Neuen gegenüber sehr offen eingestellt“, erklärt der Sonsbecker Coach, der sich auf die Rückrundenvorbereitung freut. Zumal die Witterungsbedingungen mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt ein Training im Freien zulassen. „Das ist immer besser, als in Hallen ausweichen zu müssen. Wobei man nicht davon ausgehen sollte, dass das so bleibt“, sagt Geist, der sich über verändernde Umstände derzeit aber keine Gedanken macht.

Den ersten Teil des Trainingsauftakts am Dienstag nutzten die Sonsbecker Spieler zu einer einstündigen Laufeinheit, in die immer wieder fußballtypische Richtungswechsel eingestreut wurden. Anschließend ging es ins nahe gelegene Therapiezentrum, mit dem der SV Sonsbeck seit einiger Zeit eng kooperiert. „Mit den dort arbeitenden Physios haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, betont Geist, für den es darum geht, bei den Spielern eine Sensibilität dafür zu erzeugen, was jeder für sich neben dem Mannschaftstraining tun kann, um mit gezielten Übungen dem Verletzungsrisiko vorzubeugen. Jeder Spieler habe laut Geist durch die Mitarbeiter des Therapiezentrums Vorgaben an die Hand bekommen, nach denen er sein individuelles Trainingsprogramm ausrichten sollte. Bei der Umsetzung der Trainingspläne setzt der Sonsbecker Trainer auf die Eigenverantwortung der Spieler. Auch wenn sich Geist darüber im Klaren ist, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Spieler die Übungsserien diszipliniert ausführen und sie vor allem zu einem festen Bestandteil ihres Tagesprogramms machen.

Inklusive der Trainingsspiele warten auf die Sonsbecker Spieler in der sechswöchigen Rückrundenvorbereitung vier bis fünf Einheiten in der Woche. Das erste Testspiel gibt es am Sonntag. Gegner ist Bezirksligist SV Sevelen.