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Volleyball: DVV-Pokal Halbfinale

Für den MSC steigt heute das Spiel des Jahres

28.12.2012 | 23:45 Uhr
Für den MSC steigt heute das Spiel des Jahres
Ein Duell am Netz: René Bahlburg gegen Nico Freriks. In der Bundesliga verlor der Moerser SC 0:3 gegen den TV Rottenburg.

Wenn sich das Bundesliga-Aufgebot des Moerser SC kurz vor dem Ende des Jahres nach Rottenburg und nach Tübingen (die Rottenburger spielen in Tübingen in der Paul-Horn-Arena) zum Pokalhalbfinale aufmacht, dann steht eines fest: unabhängig vom Ausgang wird die Partie am Samstag um 20 Uhr zwischen dem TV Rottenburg und dem Moerser SC zum Spiel des Jahres.

Beide Teams haben in der Meisterschaft keine Chancen ins Finale vorzudringen. Aber beide Teams haben mit einem Halbfinalsieg die Möglichkeit, vor großem Publikum beim Pokalfinale im Gerry Weber Stadion in Halle aufzutreten. Im Europapokal wird der MSC es auch nicht ins Finale schaffen - also bleibt das Erreichen des Pokalfinales die einzig realistische Chance auf eine Endspielteilnahme.

Für die Rottenburger wäre es eine absolute Sensation. Während der MSC bereits drei Finals im Gerry Weber Stadion vorweisen kann, die aber 2006, 2007 und 2009 alle verloren wurden, und in den „goldenen Neunzigern“ schon einmal Pokaltitel holen konnte, hat Rottenburg bislang nichts aufzuweisen. Da die Paul-Horn-Halle in Tübingen bei „normalen“ Spieltagen oft schon Kopf steht, kann man sich bei einem Sieg der Gastgeber im Halbfinale sicher auf „Euphorie hoch drei“ einstellen. Kann auch sein, dass Rottenburg-Trainer und Religionslehrer Hans Peter Müller-Angstenberger am Bischofssitz Rottenburg kurz zum Volleyball-Papst erklärt wird.

Feiertagsruhe unterbrechen

Während also in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr in der Volleyball-Republik die große Ruhe herrscht, müssen die „Adler“ ihren Horst verlassen und die Feiertagsruhe unterbrechen. Der Spielplan des DVV beschert den vier Halbfinalisten (das andere Semifinale wird zwischen Haching und Düren gespielt) diesen etwas seltsamen Termin am Jahresende. Die Teams kommen aus einem kleinen Weihnachtsurlaub und müssen sich in einem wichtigen Spiel bestens präsentieren.

Die „Adler“ haben nach einer langen Serie von „englischen Wochen“ zuletzt normal trainieren können, sich danach am Tag vor Heiligabend gegen Dresden aber nur mittelmäßig präsentiert und müssen nun nach drei Tagen Weihnachtspause ihren Rhythmus finden. Eine schwierige Situation, die Trainer Chang Cheng Liu zu der Bemerkung veranlasst: „Die Tagesform wird wohl entscheiden.“

Beim MSC gibt es aber jede Menge Kopfzerbrechen. Zum einen holte sich Trainer Chang Cheng Liu am ersten Feiertag einen gehörigen Kopfschmerz („Ich habe bis nachts um ein Uhr Videos ausgewertet, dann konnte ich nicht wegen der Kopfschmerzen nicht einschlafen“), zum anderen machen sich die Moerser Sorgen wegen der Gesundheit einiger Akteure.

Olieman liefert Kraftakt ab

Ewoud Gommans musste auf die Partie gegen Dresden ganz verzichten. Olieman war nicht voll fit, lieferte aber einen Kraftakt ab. Liu: „Ich weiß nicht, ob er das noch mal schafft. So mache ich mir Sorgen um die Beiden.“ Bobby Kooy trainiert zwar wieder, ist aber nach vier Wochen Pause noch nicht belastbar.

Liu weiter: „Das wird schwer. Wir spielen sowieso ‘Sechs gegen Sieben’ - das Publikum wird uns ganz schön unter Druck setzen.“

Rein spielerisch sieht der Moerser Coach aber durchaus Möglichkeiten: „Rottenburg ist eine starke Mannschaft und hat vor allem in den Heimspielen überzeugen können. Auswärts haben sie viele Probleme. So stabil sind sie nicht. Sieg oder Niederlage hängt heute allein von meiner Mannschaft ab, Wir spielen nicht gegen einen übermächtigen Gegner. Wenn wir gut auftreten, gibt es ein ‘Sechs gegen Sechs’ - dann wird das Publikum schnell ruhig.“

Dass es auch in Rottenburg „zu Hause“ mal nicht ganz so gut laufen kann, zeigte sich am Spieltag vor Weihnachten in der Partie gegen den CV Mitteldeutschland. Da gab es für die Rottenburger eine bittere 1:3-Heimniederlage. Welche Folgen diese Niederlage hat, ist offen: dient die Pleite als eine besondere Motivation für das Pokalhalbfinale - oder tritt ein verunsicherter Gastgeber auf?

Erhebliche Kopfschmerzen

Grundsätzlich stellt sich beim MSC allerdings erneut die Frage, wie der Moerser Annahmeriegel mit den langen gezielten Floataufschlägen der Rottenburger heute Abend fertig wird.

Im Punktspiel der Hinrunde sorgte vor allem Dirk Mehlberg mit den überlangen von der Position fünf diagonal zu Position fünf geschlagenen Floats für erhebliche Kopfschmerzen bei den „Adlern“, die ja schließlich damals doch zu einer doch recht glatten 0:3 Niederlage führten.



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