Fichte brilliert in Rheinberg

Die Waschmaschine im Sportheim des TuS Fichte Lintfort dürfte gestern mächtig auf Touren gekommen sein. Gleich zwei Trikotsätze nebst Hosen und Stutzen, jeweils in den Farben rot und gelb, forderten trotz Meisterschaftspause den Schleudergang ein. Die große Wäsche wird sich freilich lohnen.

Mit dem ersten und dritten Rang bei der siebten Auflage des am Sonntag ausgetragenen Heinrich-Rundmund-Hallenfußball-Pokalturniers des TuS 08 Rheinberg haben die beiden Fichte-Vertretungen fast den optimalen Erfolg erzielt.

Die derzeitige Bezirksliga-Formation der Lintforter sicherte sich den Turniersieg und verteidigte damit den im vergangenen Jahr bereits gewonnenen Wanderpokal. Und Fichtes Dream-Team, vom stets sich auf der Höhe des Geschehens befindlichen Hallensprecher Thomas Kühnen liebevoll „die Landesliga-Veteranen“ genannt, sicherte sich den dritten Rang. Dazwischen durfte sich der FC Meerfeld schieben, der das Finale mit 1:3 verlor. Für die Gastgeber blieb der vierte Rang.

„Die bessere Mannschaft“

„Das Halbfinale war auch unser Ziel“, zeigten sich Vereinspräsident Frank Tatzel und Abteilungsleiter Ralf Kuhlen durchaus einverstanden mit dem Resultat. Ganz anders sah es aber Rheinbergs Trainer Thomas Cremers, der mit dem Erreichten längst nicht zufrieden war. „Wir sind in allen Spielen die bessere Mannschaft und schaffen es doch nur auf den vierten Rang“, mochte er seine Spieler nicht mit Kritik an Auftreten und Resultat verschonen.

Dies betraf auch das Neunmeterschießen, zu dem der TuS 08 gleich zweimal gezwungen war. Im Halbfinale hatte Cremers’ Team es zwar geschafft, dem FC Meerfeld die ersten Gegentore in deren viertem Turnierspiel beizufügen, dann aber wurde 52 Sekunden vor der Schlusssirene der 2:1-Vorsprung doch noch verspielt. Von der Neunmeterlinie aus zeigten gleich drei Schützen Nerven; das Team musste sich mit dem „kleinen Finale“ begnügen.

Auch dort ließ sich in der 15-minütigen Spielzeit im Duell gegen Fichtes – mit ehemaligen Akteuren wie Dennis Adams, Walter Verkooyen, Michael Schmieler oder Daniel Zvar – nostalgisch-prominent gespicktem „Dream-Team“ bis zum 1:1-Abpfiff kein Sieger ermitteln. Im entscheidenden Schussvergleich aus neun Metern gelangen dem TuS 08 nur Fahrkarten – Fichtes Routiniers ließen den Ball derweil zwei Mal im Netz zappeln.

Viel Arbeit investiert

Nach der Siegerehrung durften die Gastgeber nicht ohne Stolz auf ein gelungenes Turnier zurückblicken, in das der Club schon seit Monaten viel Arbeit investiert hatte. „Die Vorbereitungen haben bereits im September begonnen“, berichteten Tatzel und Kuhlen stellvertretend für alle Helfer in und, bei wahrlich nicht angenehmen Temperaturen, auch vor der Halle, wo sich Anke Utermöhlen während des gesamten Turniertags darum kümmerte, die Spieler mit frischem Grillfleisch zu versorgen. Die Arbeit soll sich gelohnt haben.

„Ich glaube, es waren mehr Zuschauer als im Vorjahr zu Gast“, rechnete Tatzel schon einmal. Die Endabrechnung wird in den nächsten Tagen folgen und dem Club hoffentlich einen kleinen finanziellen Gewinn bescheren, ehe im Herbst die Vorbereitung für die achte Auflage folgen.

Auf die freut sich auch der SV Menzelen. Der B-Ligist musste sich mit dem siebten und vorletzten Rang begnügen. „Macht nichts“, meinte Trainer Dzanan Grgic. „Wir sind kein Hallenteam, aber wir hatten wirklich viel Spaß hier.“ Und schickte gleich noch eine Bewerbung hinterher. „Wenn man uns im nächsten Jahr wieder einlädt, kommen wir gerne!“