Ein Punkt mit Herz

Am Rheindeich herrschte andächtige Stille. Mit einer Gedenkminute gedachten die Aktiven und die rund 400 Zuschauer vor dem Oberligaderby zwischen dem VfB Homberg und dem MSV Duisburg II der Opfer der Germanwings-Katastrophe. Die Gäste aus Meiderich trugen zudem Trauerflor. Die anschließenden 90 Minuten glichen weniger einem Fußballspiel als einer Schlammschlacht. Dauerregen und tiefer, rutschiger Rasen sorgten für ein fahriges Spiel mit vielen Fehlpässen und Ballverlusten. Beide Seiten nahmen die Bedingungen bestmöglich an und lieferten sich einen harten Kampf, der mit einem leistungsgerechten 1:1 (1:1) endete.

Wenngleich der Punkt den VfB im Abstiegskampf nicht wirklich weiterbringt – die Gelb-Schwarzen, die ab der 19. Minute in Unterzahl spielten, erarbeiteten ihn sich mit viel Herz. Nach einem Steilpass von MSV-Profi Michael Gardawski kam Keeper Martin Hauffe einen Moment zu spät und holte MSV-Stürmer Georgios Mantatzidis von den Beinen. Schiedsrichter Tim Brüster zückte sofort Rot. „Ich bin nicht sicher, ob er ihn getroffen hat, zudem stand noch ein Verteidiger daneben“, zweifelte Günter Abel an der Entscheidung. So musste der Coach Stürmer Jonas Rölver, der in der elften Minuten mit zwei Pfostenschüssen hintereinander die Großchance zum 1:0 verpasst hatte, für Ersatzkeeper Fabian Groß vom Feld nehmen. Der MSV drängte den VfB in die eigene Hälfte. Doch nach einem Konter köpfte Almir Sogolj die Kugel zum 1:0 ins Eck (33.). Nur sieben Minuten später glichen die Zebras nach einer Flanke aus dem Halbfeld auf den langen Pfosten durch Ismail Öztürk aus (40.). Nach der Pause kamen beide Seiten zu keiner echten Chance mehr. Was VfB-Coach Abel als Plus für sein Team wertete: „Wir haben gegen ein spielstarkes Team auf diesem schwierigen Boden nichts mehr zugelassen. Es wäre sogar der Dreier drin gewesen. Aber auf die Tabelle schaue ich nicht mehr. Die Mannschaft lebt und hat wieder Vollgas bis zur letzten Patrone gegeben.“