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Eishockey

Ehrhoff – beinahe eine „perfect 10”

18.02.2010 | 22:45 Uhr
Ehrhoff – beinahe eine „perfect 10”

Moers/Vancouver. Der Moerser startet bei Olympia mit dem Nationalmannschaft gegen Schweden und hat die Führung auf dem Schläger.

Er hatte ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch. „Ich weiß nicht, ob die Fans mich anfeuern”, sagte Christian Ehrhoff vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden im Olympischen Eishockeyturnier. Normalerweise muss sich der Verteidiger vor den Fans in Vancouver keine Sorgen machen. Es sind nämlich seine Fans. Seit dem vergangenen Jahr spielt der gebürtige Moerser Eishockeyprofi für die Vancouver Canucks in der National Hockey League (NHL).

Doch seit dem frühen Mittwochmorgen rast er mit der Nummer zehn auf dem Trikot für die deutsche Nationalmannschaft um Trainer Uwe Krupp dem Puck, Toren und Punkten im „Canada Hockey Place” hinterher. So heißt für die Zeit der Spiele seine Heimspielstätte, die GM Arena.

Mit 0:2 (0:0, 0:2, 0:0) mussten sich die Krupp-Mannen am Ende dem Titelverteidiger aus Schweden beugen. Sicherlich keine Schande. Doch die Schlappe war vermeidbar. „Wenn wir das erste Tor gemacht hätten, hätte das Spiel auch anders ausgehen können”, sagte Christian Ehrhoff nach dem Spiel.

„Das war der Knackpunkt”

Und dabei denkt er sicherlich an seine eigene Chance, die Nationalmannschaft mit 1:0 in Führung zu bringen. Doch sein Schlagschuss knallte für alle hörbar an den rechten Pfosten des schwedischen Tores. Da hätte Goalie Lundqvist sicher nichts mehr zu halten gehabt.

„Das war der Knackpunkt”, machte Ehrhoff später die vergebene Möglichkeit als den Hauptgrund für die Niederlage aus. Allerdings wird das Team nicht den Kopf in den Sand stecken. „Wir wollen auch Spiele gewinnen”, verspricht der NHL-Profi. Ob das ausgerechnet in der kommenden Partie der deutschen Mannschaft gegen Finnland am Samstag gelingt, bleibt abzuwarten. Die Finnen haben in der Gruppe C vor der Partie Deutschland gegen Schweden die Weißrussen beim 5:1 ziemlich blass aussehen lassen.

2001 von den San Jose Sharks gedraftet, entschied sich der am 6. Juli 1982 in Moers geborene Verteidiger schließlich zwei Jahre später zu dem Schritt Richtung Nordamerika. Damals, 2003, hatte Christian Ehrhoff sogar den Deutschen Meistertitel im Gepäck, den hatte er zuvor mit dem Verein „Krefeld Pinguine” gewonnen.

Ins Olympische Dorf gezogen

Mittlerweile fühlt er sich richtig wohl in Vancouver. Und obwohl er „nur vier Minuten Fußweg” zum „Canada Hockey Place” hat, zog er jetzt ins Olympische Dorf. Ehefrau Farina und Töchterchen Lina müssen für die Zeit eben auf Mann und Papa Christian verzichten. Wie so oft. Das bringt der Job des Eishockey-Profis in der NHL mit sich.

So war Christian Ehrhoff am vergangenen Wochenende noch für seinen Klub gegen die Columbus Blue Jackets aktiv.

„Die Vorbereitung war schon ziemlich kurz”, räumt er dann auch ein. Dennoch glaubt er, dass sich das deutsche Team noch steigern kann. „Der neue Modus ist gut. Da kann man mit nur einem Sieg das Viertelfinale erreichen. Und das wäre schon ein toller Erfolg für uns.”

Was das olympische Eishockey-Turnier für die Gastgeber bedeutet, vergleicht er mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Nur das die Goldmedaille für die Gastgeber quasi Pflicht ist.

In Vancouver jedenfalls hat das Team von Uwe Krupp nach dem Spiel gegen den Mitfavoriten Schweden Lob von allerhöchster Stelle einheimsen können. „Uwes Jungs haben ein gutes Spiel gemacht, sie waren vor allem taktisch clever”, zieht Eishockey-Legende Wayne Gretzky seinen Hut vor der deutschen Mannschaft. Ehrhoff sah das ähnlich: „Wir waren auf Augenhöhe.” Der Verteidiger muss sich gut gefühlt haben, empfingen ihn die 16 500 Fans doch mit frenetischem Applaus.

Uwe Zak

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