Duelle im Winkelschen Busch

Sie gehört mit 750 Metern Länge zwar zu den kleinsten Pferderennbahnen Deutschlands, große Leistungen gibt es auf der Amateurrennstrecke des RV „Graf Haeseler“ dennoch jedes Jahr zu sehen. Auch am Wochenende lockte der traditionelle Renntag im Winkelschen Busch mit elf Entscheidungen wieder nach Sonsbeck. Rund 2500 Besucher waren bei der mittlerweile schon 69. Auflage dabei.

Und die bekamen ein paar überraschende Duelle zu sehen. Denn gerade die kleine Bahn mit ihren engen Kurven stellt so manchen, auch erfahrenen Jockey vor eine Herausforderung. Das musste auch Lokalmatador Fabian Xaver Weißmeier im fünften Rennen schmerzlich erkennen.

Mit einem perfekten Start hat sich der Sonsbecker auf der vierjährigen Stute „Quality Street“ schon gleich zu Beginn einen komfortablen Vorsprung erarbeitet. „Da will jemand das Rennen gewinnen. Startnummer fünf ist auf Pole-Position“, sagte Bahnsprecher Detlef Orth. Doch dann ging der Reiter mit zu viel Schwung in den ersten Bogen. „Das war zu schnell für diese enge Kurve“, wusste Galopp-Rennleiter Dr. Ehrhard Liebrecht sofort zu berichten. Das junge Pferd bekam bei der Geschwindigkeit Probleme. „Schwierigkeiten bei Quality Street. Die Stute ist noch sehr frisch, noch grün hinter den Ohren“, erklärte Orth sogleich. „Quality Street“ brach nach außen aus und überließ „Koffi Lady“ damit die Führung. Doch damit war das Vollblutrennen noch längst nicht zu Ende.

Immer näher ran

Von hinten schob sich nun „Tinkers Lane“ immer näher ran. „Noch 200 Meter, und der Endspurt beginnt“, kommentierte Orth völlig gebannt. „Tinkers Lane, Tinkers Lane und tatsächlich: Startnummer 2 überholt noch mal.“ Pech für Weißmeier. Mit seiner Debütantin kam der Sonsbecker auf Platz drei.

Erfolgreich war der Renntag dennoch für ihn. Schon im nächsten Vollblutrennen ging’s aufs Treppchen. Diesmal war Weißmeister auf der Stute „Zaragoza“ dabei. Und wieder hatte der Sonsbecker einen guten Start.

„Zaragoza hat das Kommando übernommen. Der Favorit macht das Tempo. Doch im Windschatten drückt Marquita mächtig aufs Gas“, erklärte der Rennsprecher. „Zaragoza“ blieb an der Spitze, doch plötzlich ein Schreckensmoment. Der schwarze Wallach „Alexis Sorbas“ verletzte sich im Galopp das Bein. Amateurreiter Pavel Bradik musste das humpelnde Tier schnell von der Bahn schaffen, bevor die Kontrahenten bei ihm angelangten. Es passiert nichts.

Derweil: „Zaragoza hat einen neuen Verfolger. Dream in Blue kommt auf der Innenkante näher“, rief Orth. Endspurt, und der zehnjährige Wallach aus Großbritannien holte ordentlich auf. „Marquita“ hat er bereits hinter sich gelassen, nun war „Zaragoza“ in seinem Visier. Und tatsächlich: Auf den letzten 100 Meter holte der „Traum in Blau“ den Favoriten noch ein. Für Weißmeier und „Zaragoza“ blieb Platz zwei.

„Sehr gute Rennaufteilung“

„Das war ein klassisches Beispiel für eine sehr gute Rennaufteilung. Die Amateurreiterin Giesgen wusste genau, wann sie kommen muss“, erläuterte Liebrecht. Das nächste Galopp-Rennen gehörte dann dem Lokalmatador. Auf der Stute „Zampata“ setzte sich Weißmeier im neunten Rennen durch.

Der Bürgertraber „Sir Herten“ erreichte im achten Rennen nach zwischenzeitlicher Führung einen tollen dritten Rang. Damit erkämpfte der Wallach mit Fahrer Jens-Holger Schwarma ein Preisgeld von 100 Euro zugunsten bedürftiger Kinder. Einen besonderen Triumph genoss Laurenz Tissen. Der 74-jährige Jockey beendete mit einem Sieg im zehnten Rennen seine knapp 50-jährige Reiter-Karriere.

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