Drei Kästen auf den Schultern

Normalerweise dienen Mineralwasserflaschen in der Umkleidekabine als Halbzeiterfrischung für die Oberliga-Fußballer des VfB Homberg. Doch Trainer Günter Abel beobachtete beim 1:2 (0:1) gegen den SV Hönnepel-Niedermörmter noch eine andere Funktion des Sprudels. „Die Jungs haben gespielt, als hätten sie drei Kästen Mineralwasser auf den Schultern. Wir waren überhaupt nicht frei im Kopf. Das hat man gleich von den ersten Minute an gemerkt.“

Warum die Gelb-Schwarzen den Hemmschuh angezogen hatten, ließ sich unmittelbar nach Spielende nur schwer ergründen. „Wir sind alle sehr enttäuscht“, meinte Verteidiger Dennis Konarski, der einer von Abels ausgemachten „Wasserschleppern“ war und deutlich unter Normalform agierte. André Trienenjost brachte Hö-Nie nach 37 Minuten in Front. Daniel Boldt ließ das 0:2 folgen (55.). Homberg schaffte nach einem Freistoß des eingewechselten Sebastian Schweers, dessen Ball Fabian Hastedt ins Netz köpfte, das 1:2 (72.). Mit etwas Glück hätte Jura Adolf noch ausgleichen können, doch sein 16-Meter-Knaller klatschte ans Lattenkreuz (81.).

Günter Abel stellte fest: „Hönnepel-Niedermörmter hat verdient gewonnen. Bei uns ist das gleiche Phänomen aufgetreten wie beim 0:3-Zwischenstand gegen Baumberg: Auf einmal sind alle gerannt wie die Wahnsinnigen. Wir müssen das in den Griff kriegen. Bei uns muss eine Scheiß-Egal-Einstellung Einzug halten. Zu verlieren haben wir als Letzter nämlich nichts mehr.“